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Ein Mann liegt wach im Bett

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Was uns den Schlaf raubt

15. Dezember 2020

Schlafstörungen sind häufig und manchmal auch gefährlich: sie können uns krank machen und erhöhen die Unfallgefahr. Ein Beispiel sind nächtliche Atempausen mit Tagesmüdigkeit (Schlafapnoesyndrom).

Einen Drittel unseres Lebens schlafen wir. Unser Körper funktioniert nur, wenn er sich erholen kann. Im Schlaf heilen Wunden, schädliche Zellen werden abgebaut, Muskeln regenerieren, das Gehirn verarbeitet Erlebnisse. Kurz: Wir schlafen, um gesund zu sein. Gravierend können Schlafstörungen sein. Wer schlecht schläft, ist tagsüber weniger leistungsfähig und riskiert, krank zu werden. Auch die Gefahr, wegen Sekundenschlaf einen Verkehrsunfall zu verursachen, steigt.

Fast jeder Dritte leidet an Schlafproblemen. Die Gründe sind unterschiedlich. „Wer besser schlafen will, sollte als erstes auf seine Schlafhygiene achten”, rät Nikos Kastrinidis, Oberarzt an der Klinik für Ohren-, Nasen- Hals und Gesichtschirurgie des USZ. Dazu zählt ein ruhiges, dunkles und eher kühles Schlafzimmer. Förderlich sind zudem tagsüber Bewegung und Tageslicht sowie abends regelmässige Bettzeiten. Auf üppige abendliche Speisen, Nikotin und zu viel Alkohol sollte verzichtet werden. Manchmal stecken hinter der nächtlichen Unruhe auch Stress, psychische Probleme, Schmerzen oder Medikamente. Arbeit und Freizeit sollten deshalb klar getrennt werden – das Schlafzimmer sollte nicht auch Büro sein. Auch Entspannungsübungen wie Atemtechniken, Yoga oder beruhigende Musik können helfen. Ansonsten sollte ein Psychiater aufgesucht werden.

Von Einschlaf- bis zu Atemproblemen

Schlafstörungen zeigen sich in vielen Formen: Neben Einschlaf- und Durchschlafproblemen sind dies etwa auch Störungen der Atmung oder nächtliche Bewegung der Beine („Restless Legs”). Auch ein durcheinander geratener Tag-/Nacht-Rhythmus (Jetlag, Schichtarbeit) gefährdet die Erholung. Manche Menschen sind trotz erholsamen Nächten tagsüber schläfrig („Hypersomnie”). Andere schlafwandeln, sprechen oder knirschen mit den Zähnen – was zwar nicht den Schlaf stört, aber andere Probleme mit sich ziehen kann.

Das einfache Schnarchen beeinflusse die Schlafqualität von Betroffenen normalerweise nicht und müsse nicht zwingend therapiert werden, sagt USZ-Experte Kastrinidis. Komme es jedoch zusätzlich zum Schnarchen zu Atempausen (Apnoen) mit Sauerstoffabfall im Blut, kann der Schlaf krankhaft fraktioniert, das heisst unterbrochen werden. Man spricht vom obstruktiven Schlafapnoesyndrom (OSAS). Die Folgen zeigen sich tagsüber. „Wer zusätzlich zum Schnarchen an einer auffallenden Tagesmüdigkeit leidet, sollte sich abklären lassen”, so Kastrinidis.

Das Syndrom ist relativ häufig: jeder 7. Mann und jede 20. Frau ist betroffen. Einer der wichtigsten bekannten Risikofaktoren ist Übergewicht. Eine Behandlung ist möglich. In der Regel wird als erstes eine Gesichtsmaske empfohlen. Diese sorgt in der Nacht für eine bessere Beatmung und zusätzlichen Sauerstoff (CPAP-Therapie). Wenn diese nicht vertragen wird, kann eine individualisierte Kieferschiene, die nachts getragen wird, versucht werden. Je nachdem kommt auch eine Operation infrage. Einerseits können Eingriffe an den Mandeln und dem weichen Gaumen, andererseits solche am Kiefer Heilung bringen. „Dank digitaler Unterstützung ist die Operation am Kiefer so sicher und verträglich wie noch nie”, sagt Thomas Gander, Leitender Arzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des USZ.

Wer an Schlafstörungen leidet, kann diesen am schlafmedizinischen Zentrum des USZ auf die Spur kommen. Pneumologen, Neurologen und Psychiater bieten eine gemeinsame Schlafsprechstunde sowie weiterführende Abklärungen und Behandlungen an. Spezifisch für Schlafapnoen und Schnarchen sowie für chirurgische Eingriffe an Gaumen, Rachenmandeln und Zungengrund bietet sich die Spezialsprechstunde der Klinik für Ohren-, Nasen- Hals und Gesichtschirurgie an; für die alternativen Therapieoptionen Schiene und Kieferoperation jene der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

Zur Schlafsprechstunde

Kontakt Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Thomas Gander, PD Dr. med. Dr. med. dent.

Stv. Klinikdirektor, Leitender Arzt, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Stv. Leiter Kopf-Hals-Tumorzentrum, Comprehensive Cancer Center Zürich

Tel. +41 44 255 50 64

Behandelnder Fachbereich

Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie