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Verbrennungen

Verbrühungen

Eine Verbrennung oder Verbrühung ist schnell passiert – zum Beispiel, wenn man ein heisses Backblech anfasst oder beim Bügeln nicht aufpasst. Meist handelt es sich nur um eine oberflächliche Verletzung, die von selbst heilt. Eine schwerere Verbrennung erfordert jedoch ärztliche Hilfe.

Überblick: Was sind Verbrennungen?

Verbrennungen sind Verletzungen, die das Gewebe durch übermässige direkte Hitzeeinwirkung schädigen. Bei Hitzeschäden, die durch heisse Flüssigkeiten oder heissen Dampf entstehen, spricht man von Verbrühungen.

Verbrennungen – Häufigkeit und Alter

Nach Angaben der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) werden in der Schweiz etwa 17.000 Unfälle jährlich mit Feuer verursacht, ein Drittel davon aus Fahrlässigkeit. Verletzt werden vor allem Kinder zwischen 0 und 16 Jahren. Bei sechs von zehn Verbrennungen und Verbrühungen sind Kinder betroffen.

Verbrennungen: Ursachen und Risikofaktoren

Bei einer Verbrennung oder Verbrühung kommen verschiedene Ursachen infrage. Hierzu zählen beispielsweise

  • offenes Feuer und Flammen (Kerze, Kleiderbrand, sonstige Brände)
  • heisses Wasser, Wasserdampf, Öl und andere heisse Flüssigkeiten
  • Explosionen durch Gas oder Sprengstoff
  • heisse Metalle (z. B. Bügeleisen, Backofen, Maschinen)
  • Strom (z. B. an Hochspannungsleitungen, stromführenden Fahrzeugen oder Maschinen)

Bereits ab Temperaturen von 45 Grad Celsius können die Zellen geschädigt werden, wenn Hitze auf Haut beziehungsweise Gewebe einwirkt. Ob und wie stark die Haut beziehungsweise das Gewebe Schaden nimmt, hängt von der jeweiligen Temperatur ab, aber auch, wie lange man dieser ausgesetzt war.

Symptome: Verbrennungen

Die Anzeichen einer Verbrennung oder Verbrühung zeigen sich nicht immer sofort. Manche Symptome machen sich erst mehrere Stunden nach der Verletzung bemerkbar. Die Art und das Ausmass der Symptome hängen vor allem vom Schweregrad der Verbrennung oder Verbrühung ab.

Wichtig zu wissen: Der Schweregrad kann sich innerhalb von drei Tagen nach der Verletzung noch erhöhen, wenn die Verbrennung oder Verbrühung im Gewebe weiter voranschreitet. In diesem Fall spricht man auch von „Nachbrennen“.

  • Verbrennung 1. Grades: Bei einer Verbrennung ersten Grades ist die oberste Hautschicht geschädigt. Es entsteht eine schmerzende Hautrötung. Zusätzlich kann die Haut im betroffenen Hautabschnitt anschwellen. Typisch ist auch, dass die Rötung vorübergehend verschwindet, wenn wir die betroffene Hautstelle vorsichtig mit einem sterilen Glasspatel herunterdrücken.
  • Verbrennung 2. Grades: Bei einer Verbrennung zweiten Grades treten neben Rötungen, Schwellungen und Schmerzen mitunter auch Brandblasen auf. Das liegt daran, dass die Hitzeeinwirkung auch die Blutgefässwände schädigt. In der Folge tritt Flüssigkeit aus, die sich unter der obersten Hautschicht sammelt und als Blase sichtbar wird.

Abhängig von der Dauer und Intensität der Hitzeeinwirkung unterscheiden Fachleute bei Verbrennungen 2. Grades zwischen Verbrennungen der Grade 2a und 2b:

  • Verbrennung Grad 2a: Hier zeigen sich häufig geschlossene Brandblasen. Reissen diese ein, wird ein nässender Wundgrund sichtbar, der gerötet und schmerzempfindlich ist. Die Wundfläche ist feucht und glänzend. Verbrennungen des Grades 2a heilen normalerweise ohne Narben ab.
  • Verbrennung Grad 2b: In diesem Fall sind die Brandblasen aufgerissen. Charakteristisch sind ein weisslicher Untergrund, leicht raue Wundränder und eine Rötung, die auf Druck kaum verblasst. Die Wundfläche glänzt weniger und die Schmerzintensität ist geringer. Bei Verbrennungen des Grades 2b bleiben meist Narben zurück.
  • Verbrennung 3. Grades:  Bei einer Verbrennung dritten Grades sind Oberhaut und Lederhaut vollständig zerstört. Dadurch ist die Haut trocken, lederartig verdickt und kann weisslich bis bräunlich verfärbt sein. Auch die Schmerzsensoren in der Haut sind zerstört, wodurch Berührungen nicht als schmerzhaft empfunden werden. Da Verbrennungen dritten Grades relativ unauffällig sind, sind sie oft schwierig zu erkennen.
  • Verbrennung 4. Grades: Bei dem höchsten Schweregrad sind nicht nur die tiefen Hautschichten, sondern auch darunterliegende Muskeln, Sehnen, Knochen und Gelenke geschädigt. Die Haut ist verkohlt und schwarz verfärbt. Betroffene mit Verbrennungen vierten Grades empfinden ebenfalls keinen Schmerz, da die Nervenfasern in der Haut zerstört sind.

Verbrennungen: Diagnose bei uns

Bei einer Verbrennung oder Verbrühung werden wir zunächst die Brandwunde begutachten, um Umfang und Schweregrad der Verletzung zu ermessen.

Um herauszufinden, welche Art der Verbrennung vorliegt, werden wir Sie nach dem Hergang der Verletzung befragen. Wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose liefern Ihr Befinden sowie Ihre Bewusstseinslage, Atmung und Herz-Kreislauf-Funktion.

Verbrennungen: Neuner Regel

Das Ausmass der Verbrennung schätzen wir anhand der Grösse der betroffenen Fläche. Dieser Wert wird in Prozent der gesamten Körperoberfläche angegeben. Für eine schnelle Einschätzung des Verbrennungsausmasses hat sich die sogenannte Neuner-Regel bewährt. Hierbei wird der Körper in Bereiche eingeteilt, die jeweils etwa neun Prozent (oder ein Vielfaches davon) der gesamten Körperoberfläche ausmachen.

  • Kopf und Hals: 9 Prozent
  • Arm: 9 Prozent
  • Bein: 18 Prozent
  • Brust und Bauch: 18 Prozent
  • Rücken: 18 Prozent
  • Genitalregion: 1 Prozent

Eine Verbrennung bei Kindern schätzen wir anhand einer anderen Formel. Bei ihnen ist der Kopf im Verhältnis zum Körper grösser als bei Erwachsenen, aber die Arme und Beine verhältnismässig kurz.

Bildgebende Verfahren bei Inhalationstrauma

Je nach Art der Verbrennung oder Verbrühung können weitere Untersuchungen erforderlich sein. Besteht der Verdacht, dass die betroffene Person heissen Dampf oder Rauch eingeatmet hat, fertigen wir ein Röntgenbild der Lunge an, um ein sogenanntes Inhalationstrauma festzustellen. Auch eine Bronchoskopie kann in diesem Fall nötig sein. Dabei untersuchen wir die Luftwege des Patienten oder der Patientin mit Hilfe eines Endoskops auf mögliche Schädigungen. Bei Verbrennungen im Gesicht wird häufig eine Augenärztin oder ein Augenarzt, oder eine Hals-Nasen-Ohren- Ärztin oder ein HNO-Arzt hinzugezogen.

Psychiatrisch-psychologische Beratung

Jede körperliche Erkrankung kann auch mit psychischen Belastungen verbunden sein. Diese kann sich unter anderem in Sorgen, Anspannung, Gedankenkreisen oder Schlafstörungen zeigen und den Behandlungsverlauf erschweren. Falls Sie oder Ihre Angehörigen den Wunsch nach psychiatrisch-psychologischer Beratung und Unterstützung haben, stehen Ihnen unsere Fachleute im USZ gerne zur Verfügung.

Verbrennungen: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Verbrennungen oder Verbrühungen können Sie in vielen Fällen vermeiden, indem Sie sich umsichtig und vorausschauend verhalten.

Seien Sie bei Kleinkindern aufmerksam. Das gilt insbesondere, wenn sie laufen lernen und sich dabei an anderen Dingen festhalten oder aus Neugierde Dinge erkunden. Dabei kann das Kind leicht heisse Getränke umstossen oder Kochtöpfe herunterreissen. Vorsicht auch vor heissen Ofentüren. Verringern können Sie das Risiko von Verbrühungen und Verbrennungen, indem Sie mögliche Gefahrenquellen beseitigen oder durch Schutzgitter abschirmen.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen treten neben Verbrühungen durch heisse Flüssigkeiten oder Verbrennungen beim Kochen oder Backen im Ofen häufig Verbrennungen durch Grillunfälle auf. Achten Sie daher auf einen sachgemässen Umgang mit Grillgeräten und verzichten Sie auf flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus.

Ältere Menschen erleiden dagegen häufiger bei Wohnungsbränden Verbrennungen. Seien Sie daher vorsichtig mit möglichen Feuerquellen wie Kerzen oder Zigaretten. Eine unterschätzte Gefahrenquelle für Verbrühungen ist zu heisses Wasser in der Badewanne, wenn man nicht rasch genug wieder aus der Wanne steigen kann. Daher sollten Sie vor einem Bad stets die Temperatur überprüfen.

Verlauf und Prognose von Verbrennungen

Der Verlauf einer Verbrennung oder Verbrühung hängt davon ab, wie schwer das Gewebe geschädigt ist und wieviel Haut betroffen ist. Auch das Alter und eventuelle Vorerkrankungen der betroffenen Person spielen eine Rolle. So kann beispielsweise eine Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) die Wundheilung erschweren.

Leichtere Verbrennungen heilen oft ohne Komplikationen ab. Dagegen kann eine schwere Verbrennung die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Das gilt besonders dann, wenn sichtbare Narben entstehen, die Beweglichkeit eingeschränkt ist oder dauerhafte Schmerzen bestehen. Wichtig für die Prognose ist bei schweren Verbrennungen daher nicht nur die medizinische Behandlung der Brandwunden und eventuelle eine Physiotherapie, sondern auch eine psychologische Betreuung.

Eine Verbrennung ab Grad 2 mit mehr als 20 Prozent verbrannter Haut bei Erwachsenen beziehungsweise mehr als zehn Prozent bei Kindern kann lebensbedrohlich sein. Dementsprechend ist hier die Prognose schlechter. Ähnliches gilt, wenn Betroffene ein Inhalationstrauma erleiden. Das bedeutet, dass die Hitze durch Einatmen in die Atemwege gelangt und dort zu Verbrennungen führt.

Verbrennungen: Behandlung je nach Ausmass und Schweregrad

Die Behandlung einer Verbrennung oder Verbrühung richtet sich zum einen danach, ob diese gerade passiert ist oder bereits vor einiger Zeit. So ist bei einer akuten Verbrennung oder Verbrühung eine schnelle und richtige Erste Hilfe wichtig.

Zum anderen spielen das Ausmass und der Schweregrad der Verbrennung eine wichtige Rolle. Bei stärkeren Verbrennungen können eine Behandlung im Spital und eine längere Nachbehandlung erforderlich sein.

Behandelnde Fachbereiche

Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie

Institut für Intensivmedizin

Kompetenzzentrum Palliative Care

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie

Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik

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