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Röntgenuntersuchung

Das Röntgen gehört zu den am häufigsten eingesetzten bildgebenden Verfahren. Hierbei kommt Röntgenstrahlung zum Einsatz. Diese ist in der Lage, viele Organe und Körperbereiche zu „durchleuchten“ und so zahlreiche Erkrankungen und Veränderungen sichtbar zu machen. Röntgen kann mit oder ohne Kontrastmittel erfolgen.

Die Untersuchungsmethode liefert ein schnelles Ergebnis und ist schmerzlos. Besonders gut lassen sich im Röntgenbild Verletzungen und Erkrankungen von festem Gewebe wie Knochen darstellen. Wegen des Risikos der Strahlenbelastung ist es jedoch wichtig, Nutzen und Risiken einer Röntgenaufnahme stets miteinander abzuwägen.

Überblick: Was ist eine Röntgenuntersuchung?

Die Röntgenuntersuchung ist ein bildgebendes Verfahren, das Röntgenstrahlung nutzt. Diese werden in einer Röntgenröhre erzeugt. Die Untersuchungsmethode ist ein schnelles Diagnoseverfahren und verursacht keine Schmerzen. Röntgenstrahlen entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen (Elektronen) be- und entschleunigt werden oder ihre Bewegungsrichtung ändern. Bei diesem Vorgang wird Energie frei.

Röntgenstrahlen sind energiereicher als andere Strahlungsarten. Dadurch können sie weiche Materialien wie das menschliche Gewebe durchdringen und Veränderungen beziehungsweise Abweichungen von der „Körpernorm“ darstellen. Wir können so auf einem Röntgenbild Knochenbrüche, Arthrosen, Entzündungen, Tumore oder Fremdkörper erkennen. Zudem lassen sich mit speziellen Röntgenuntersuchungen der Gesundheitszustand und die Funktion von Organen wie Herzmuskel, Nieren oder Magen-Darm-Trakt überprüfen.

Wie funktioniert die Röntgenuntersuchung?

Beim Röntgen dringt die Röntgenstrahlung durch den menschlichen Körper und trifft auf der anderen Seite auf einen speziellen digitalen Ausleser. Abhängig von der Dichte des jeweiligen Gewebes wird ein Teil der Röntgenstrahlen beim Durchtritt aufgehalten. Je mehr Strahlung auf den digitalen Ausleser trifft, desto stärker regt er diese Areale an, welche dann schwarz dargestellt werden. Kommt nur wenig Strahlung auf der anderen Seite an, bleibt der abgebildete Teil hell.

Beispielsweise weisen Knochen eine relativ hohe Dichte auf, sodass sie nur wenige Strahlen durchdringen. Dementsprechend werden Knochen auf dem Röntgenbild hell dargestellt. Dagegen ist Lungen-, aber Fett- und Muskelgewebe weniger dicht, sodass mehr Röntgenstrahlen hindurch gelangen. Daher zeichnet sich Lungengewebe auf einer Röntgenaufnahme dunkel ab.

Röntgenuntersuchung – der Ablauf

Der Ablauf der Untersuchung variiert etwas – je nachdem, ob bei Ihnen eine Röntgen-Aufnahme mit oder ohne Kontrastmittel nötig ist. Eine Aufnahme ohne Kontrastmittel wird auch als „natives Röntgenbild“ bezeichnet. Ein Kontrastmittel kann erforderlich sein, wenn bei Ihnen luft- oder gasgefüllte Organe wie Magen oder Lunge sowie weiches Gewebe wie Fett, Muskeln und Haut geröntgt werden sollen. Grund: Diese sind für die Röntgenstrahlung durchlässig und erscheinen dunkel – sie lassen sich also nicht gut auf dem Röntgenbild darstellen. Ein Kontrastmittel verbessert die Darstellung.

Falls ein Kontrastmittel erforderlich ist, erhalten Sie dieses vor dem Röntgen als Getränk, als Injektion über eine Spritze, als Einlauf (zur Darstellung des Dickdarms) oder über ein Endoskop (bei der Untersuchung der Gallenwege oder der Bauchspeicheldrüsengänge). Das Kontrastmittel füllt nach kurzer Zeit Körperhöhlen oder Gefässe aus oder lagert sich an den Organwänden ab. Dadurch kann der Arzt oder die Ärztin den Verlauf der Organe und deren Oberflächenstruktur beurteilen.

Für die Untersuchung von inneren Organen wie Nieren, Galle, Magen und Darm müssen sie einige Stunden zuvor nüchtern sein. Das Gleiche ist bei einer vorherigen Kontrastmittelgabe der Fall.

Ablauf Röntgen-Untersuchung

Für die eigentliche Untersuchung begeben Sie sich in der Regel in einen speziellen Röntgenraum. Der zu röntgende Körperbereich sollte unbedeckt sein. Auch metallhaltige Gegenstände wie Schmuck oder Uhren müssen Sie vorher ablegen, da sie Bildstörungen verursachen können. Besonders strahlungsempfindliche Körperbereiche werden mit einer Bleischürze oder Blende vor der Röntgenstrahlung geschützt.

Je nachdem, welche Körperregion bei Ihnen geröntgt werden soll, stehen, sitzen oder liegen Sie während der Untersuchung zwischen der Röntgen-Röhre, die die Strahlung abgibt, und dem Röntgen-Film. Mitunter werden vor der Aufnahme kleine Plättchen mit Markierungen neben die betreffende Körperstelle gelegt. Diese geben uns bei der späteren Auswertung des Röntgen-Bilds Auskunft über die Strahlenrichtung und den geröntgten Körperteil. Zur genauen Diagnose sind meist Röntgen-Aufnahmen aus verschiedenen Einfallswinkeln nötig. Daher kann es sein, dass Sie für die Aufnahmen verschiedene Positionen einnehmen müssen.

Die eigentliche Röntgen-Aufnahme dauert nur wenige Sekunden. Wichtig ist, dass Sie sich in dieser Zeit nicht bewegen. Mitunter müssen Sie auch kurz die Luft anhalten. Ansonsten kann das Röntgen-Bild verwackelt sein. Im Anschluss an die Untersuchung beurteilt der Arzt oder die Ärztin die Röntgen-Bilder.

Einsatzgebiete: Wann wird die Röntgenuntersuchung angewendet?

Mithilfe einer Röntgenuntersuchung kann der Arzt oder die Ärztin in verschiedenen Körperregionen mögliche Veränderungen, Erkrankungen oder Verletzungen erkennen.

  • Röntgen des Kopfs: Eine Röntgenaufnahme kann Aufschluss darüber geben, ob Verletzungen, Knochenbrüche oder bösartige Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich vorliegen. Ähnliches gilt für Erkrankungen der Nasennebenhöhlen, wie zum Beispiel Vereiterungen oder Missbildungen. Häufig wird das Röntgen auch eingesetzt, um Zähne auf Zahnstellungen, Zahnanlagen (etwa der Weisheitszähne) oder Wurzelentzündungen zu untersuchen. Bei Säuglingen kann der Zustand der natürlichen Schädelöffnungen (Fontanellen) beurteilt werden.
  • Röntgen des Brustraums: Das Röntgen des Brustraums (Thorax) ist bei vielen Erkrankungen nötig. So lassen sich im Röntgenbild beispielsweise Herzerkrankungen, Herzbeutelergüsse (Perikarderguss) und Entzündungen erkennen. Auch Anzeichen einer Lungenerkrankung wie Tuberkulose, Lungenkrebs oder Lungenemphysem lassen sich hiermit abklären. Ebenso kann der Arzt oder die Ärztin den Zustand der Blutgefässe wie der Hauptschlagader (Aorta) beurteilen und Fehlbildungen oder Aussackungen der Gefässe (Aneurysmen) oder Verschlüsse infolge einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) sehen. Im Bereich der Rippen lassen sich Brüche, Veränderungen durch Osteoporose oder Morbus Bechterew beurteilen. Häufig wird bei älteren Menschen ein „Röntgen-Thorax“ routinemässig vor einer Operation durchgeführt.
  • Röntgen des Bauchraums: Eine Röntgenuntersuchung im Bauchraum (Abdomen) macht verschiedene Veränderungen sichtbar. Meist wird im Bauchraum zunächst ein Röntgenbild ohne Kontrastmittel angefertigt. Zur genaueren Diagnostik wird mitunter eine weitere Aufnahme nach Gabe eines Kontrastmittels nötig. Damit lässt sich beispielsweise die Darmpassage besser beurteilen. Zudem erlaubt die Röntgenstrahlung eine genauere Untersuchung von Nieren und Harnwegen. Damit kann der Arzt oder die Ärztin grosse Nierensteine ebenso diagnostizieren wie Nierenfehlbildungen oder Tumore.
  • Röntgen von Gefässen: Arterien, Venen und Lymphbahnen gehören zum Gefässsystem des Körpers. Mit einem Kontrastmittel lassen sich Arterien und Venen mithilfe einer Angiographie darstellen. Arterien führen das Blut vom Herz weg, Venen transportieren es wieder zum Herz. Eine Angiographie gibt Aufschluss über mögliche arterielle Gefässverschlüsse oder -engstellen infolge einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Zudem erlaubt sie eine Beurteilung der Venenklappen, die den Rückfluss des Bluts verhindern sollen, und möglicher Gefässverschlüsse (Thromben).
  • Röntgen des Bewegungsapparats: Häufig kommt eine Röntgenaufnahme zum Einsatz, um Veränderungen oder Erkrankungen von Knochen und Gelenken zu erkennen. Hierzu zählen unter anderem Knochenbrüche, Fehlstellungen, Knochenschwund (Osteoporose), Gelenkverschleiss (Arthrose) oder rheumatische Gelenkveränderungen.
  • Röntgen der weiblichen Brust: Die Röntgen-Aufnahme der weiblichen Brust (Mamma) gehört zu den besonderen Untersuchungsformen. Bei der sogenannten Mammographie kommt ein spezielles Gerät zum Einsatz, das mit „weicheren“ Röntgenstrahlen arbeitet und winzige Verkalkungen im Brustgewebe aufspürt. Diese können Hinweis auf eine Brustkrebserkrankung geben. Die Mammographie kann so helfen, bösartige Tumoren der Brust frühzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln. Daher spielt die Mammographie eine wichtige Rolle bei der Brustkrebs-Früherkennung.
  • Röntgen auf Fremdkörper: Neben Erkrankungen lassen sich auch in den Körper eingedrungene Fremdkörper im Röntgenbild erkennen. Hierzu zählen zum Beispiel verschluckte Gegenstände oder Speisereste wie Knochen oder Gräten sowie Munition infolge von Schussverletzungen. Sind die Fremdkörper nicht im normalen Röntgenbild ausreichend sichtbar, können auch spezielle Schichtaufnahmen wie eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) angefertigt werden.

Röntgenuntersuchung: Vorteile und Risiken

Eine Röntgenuntersuchung hat zahlreiche Vorteile. Hierzu zählen:

  • Mithilfe einer Röntgenaufnahme lassen sich zahlreiche Erkrankungen, Verletzungen und Veränderungen von Organen und Geweben beurteilen.
  • Dichtes beziehungsweise festes Gewebe wie Knochen ist beim Röntgen besser sichtbar als bei anderen Methoden.
  • Das Röntgen verursacht keine Schmerzen.
  • Die Methode liefert ein schnelles Ergebnis und ist fast überall verfügbar.
  • Beim einfachen Röntgen (etwa bei einem Beinbruch) ist die Strahlenbelastung relativ gering.
  • Moderne (digitale) Geräte kommen mit einer immer geringeren Strahlungsintensität aus.

Allerdings ist das Röntgen auch mit einigen Risiken verbunden:

  • Die Röntgenstrahlung ist energiereich. Ein Teil der Energie wird beim Röntgen auf den Körper übertragen. Dadurch können bei häufigem Röntgen die Zellen und die Erbsubstanz (DNA) geschädigt werden. Langfristig kann sich dadurch das Krebsrisiko erhöhen.
  • Jede zusätzliche Röntgenuntersuchung erhöht die Strahlenbelastung des Körpers.
  • Es ist kaum möglich einen genauen Grenzwert anzugeben, ab dem Röntgen schädlich ist.
  • Ungeborene sind während der Organentwicklung besonders anfällig für die Strahlenbelastung. Daher ist Röntgen in der Schwangerschaft nur im Einzelfall sinnvoll und erlaubt. Alternativ eignen sich andere bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Sonographie) oder Magnetresonanztomografie (MRT).
  • In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auf Röntgen-Kontrastmittel auftreten.

Fazit: Wägen Sie stets mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab, ob eine Röntgenuntersuchung in Ihrem Fall nötig und sinnvoll ist. Bei angemessener Anwendung überwiegt oft der Nutzen die potenziellen Risiken. Lassen Sie sich ausserdem einen Röntgenpass ausstellen. Hierin wird jede Untersuchung mit Datum und bestrahltem Körperteil vermerkt. Dies hilft, unnötiges Röntgen zu vermeiden und so eine zusätzliche Strahlenbelastung zu vermeiden.

Behandelnde Fachbereiche

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie

Klinik für Neuroradiologie

Klinik für Nuklearmedizin

Klinik für Radio-Onkologie