Breadcrumb Navigation

Plötzlicher Herztod

Der Herzkreislaufstillstand ist ein Notfall, bei dem Umstehende schnell handeln müssen! Rufen Sie sofort den Rettungsdienst und leisten Sie Erste Hilfe in Form einer Herz-Lungen-Wiederbelebung und mit Hilfe eines Defibrillators (AEDs). Sonst haben Betroffene kaum eine Überlebenschance.

Mit jeder verstrichenen Minute sinkt die Chance um 10%. Erkennbar ist ein Herz-Kreislauf-Stillstand daran, dass Betroffene unvermittelt in sich zusammensinken oder umfallen, nicht mehr reagieren und auch nicht mehr atmen. Ein Puls lässt sich nicht mehr tasten. Die Ursachen sind oft bestehende Herzerkrankungen, allen voran die koronare Herzerkrankung.

Überblick: Was ist ein plötzlicher Herztod?

Ein plötzlicher Herztod bedeutet, dass das Herz unerwartet seine Arbeit einstellt. Andere Begriffe dafür sind Herz-Kreislauf-Stillstand, plötzliches Herzversagen oder Sekundentod. Der letzte Begriff geht darauf zurück, dass die betroffene Person schlagartig bewusstlos wird, zusammensackt und nicht mehr atmet. Wenn Sie nicht sofort den Rettungsdienst rufen (unter 144 in der Schweiz) und Wiederbelebungsmassnahmen beginnen, stirbt die betroffene Person innerhalb kürzester Zeit – es dauert nur wenige Minuten.

Die Ursachen für den plötzlichen Herztod sind in der Regel bestehende Herzerkrankungen, die zu Herzrhythmusstörungen führen. Im Prinzip kann jede Herzkrankheit Herzrhythmusstörungen auslösen. Bei Erwachsenen ist es besonders oft die koronare Herzkrankheit (KHK). Bei jüngeren Menschen und (Leistungs-) Sportlerinnen und Sportlern sind meist eine Herzmuskelentzündung, oder genetische Erkrankungen Schuld an einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Besonders wichtig sind sofortige Wiederbelebungsmassnahmen (Reanimation) und die Defibrillation. Sie erhalten den Kreislauf und damit die lebensnotwendige Sauerstoffversorgung, eine Defibrillation lässt das Herz wieder „anspringen“ und den Herzrhythmus normalisieren. Wenn mehr Menschen sofort eingreifen würden, könnten auch deutlich mehr Personen überleben.

Plötzlicher Herztod – Häufigkeit und Alter

In der Schweiz erleiden jährlich etwa 8‘000 Menschen einen plötzlichen Herztod – weniger als fünf Prozent der Betroffenen überleben den Herz-Kreislauf-Stillstand ohne Langzeitschäden. Männer haben ein höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als Frauen, besonders wenn sie schon unter Herzkrankheiten leiden.

Prinzipiell kann ein plötzlicher Herztod Menschen jeglichen Alters treffen – von jung, etwa bei einem erblichen Risiko, bis alt, wenn zum Beispiel Herzkrankheiten vorliegen. Allerdings steigt das Risiko mit zunehmenden Lebensjahren und mit dem Vorhandensein anderer Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Häufig setzt der Sekundentod während oder direkt nach einer körperlichen Belastung ein. Auch junge und fitte Sportlerinnen und Sportler sind nicht davor gefeit – im Gegenteil. Wie in vielen anderen Ländern gab es auch in der Schweiz einige Fälle, bei denen vermeintlich gesunde Sportlerinnen und Sportler offenbar aus dem Nichts auf dem Spielfeld oder bei einem Laufwettbewerb zusammenbrachen und starben. Die Schweiz erfasst diese Fälle seither grossflächig in einem Register («Swiss REGistry of Athletic Related Death» (swissregard.ch). Die Informationen sollen helfen, die Wiederbelebungsmassnahmen zu verbessern.

Plötzlicher Herztod: Ursachen und Risikofaktoren

Die wichtigste Ursache für den plötzlichen Herztod ist die koronare Herzkrankheit (KHK), die im Zusammenhang mit Herzrhythmusstörungen steht. Bei einer KHK verengen sich die Herzkranzgefässe zunehmend oder verschliessen sich ganz aufgrund der Gefässverkalkung (Arteriosklerose). Dies kann zu einem Herzinfarkt führen. In der Mehrzahl der Fälle löst ein plötzlicher Herzinfarkt die Herzrhythmusstörungen aus. Aber auch andere Herzerkrankungen wie Herzmuskelerkrankungen, eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis), ein angeborener Herzfehler oder angeborene Ionenkanalerkrankungen, die das elektrische System des Herzens stören, kommen als Ursachen von Herzrhythmusstörungen – und damit des plötzlichen Herztodes – in Frage.

Das Alter spielt jedoch dabei mit, welche Faktoren beim Sekundentod ursächlich sind. So ist bei Erwachsenen die koronare Herzerkrankung meist für den plötzlichen Herztod verantwortlich. Das Risiko ist dann besonders hoch, wenn Sie schon einen Herzinfarkt aufgrund der KHK durchlebt haben. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegt der Grund oft in angeborenen Herzerkrankungen. Aber auch Herzmuskelentzündungen oder veränderte Herzkranzgefässe spielen in diesem Alter eine grosse Rolle.

Plötzlicher Herztod bei Sportlern und Sportlerinnen

Schon oft hat der plötzliche Herztod bei Amateur- und Profi- Sportlerinnen und -Sportlern Schlagzeilen in den Medien gemacht. Scheinbar gesunde Fusballerinnen und Fusballer, Läuferinnen und Läufer oder Boxerinnen und Boxer brechen unvermittelt im Training, Ring oder auf dem Spielfeld zusammen und sterben. Tatsächlich steht der Herz-Kreislauf-Stillstand gehäuft im Zusammenhang mit körperlicher Belastung, intensivem Sport oder Training.

Plötzlicher Herztod: Risikofaktoren

Fachleute kennen einige Risikofaktoren, die einen plötzlichen Herztod begünstigen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Alter
  • bestehende Herzrhythmusstörungen
  • früherer Herzinfarkt – das Herz ist bereits „angeschlagen“
  • überlebter Herz-Kreislauf-Stillstand
  • Herzschwäche, wenn die Herzleistung eingeschränkt ist und Symptome wie Atemnot auftreten
  • Erblich bedingte Herzerkrankungen, die mit Herzrhythmusstörungen verbunden sind. Beispiele sind das Brugada-Syndrom oder das Long-QT-Syndrom.

Daneben gibt es noch einige Faktoren und Krankheiten, welche auch das Herz in Mitleidenschaft ziehen, zum Beispiel:

  • Bluthochdruck – schlecht eingestellte Blutdruckwerte schädigen die Gefässe am Herzen
  • Diabetes mellitus – die Zuckerkrankheit greift langfristig auch die Herzkranzgefässe an
  • erhöhte Blutfette (Cholesterin) – sie lagern sich in den Gefässen ab und verengen sie zunehmend
  • Rauchen schädigt Herz und Gefässe
  • hoher Alkoholkonsum – schädigt den Herzmuskel
  • Bewegungsmangel

Herzrhythmusstörungen und plötzlicher Herztod – der Zusammenhang

Herzrhythmusstörungen bringen das Herz ausser Takt. Die Erregungsausbreitung im Herzen ist dabei gestört und der Herzmuskel erhält keine regelmässigen und geordneten elektrischen Impulse mehr. Er kann sich nicht mehr wie sonst zusammenziehen (kontrahieren) und das Herz gerät aus dem normalen Rhythmus (dem sogenannten Sinusrhythmus).

Ein gesundes Herz schlägt ungefähr 60 bis 100 Mal pro Minute im Ruhezustand. Bei einer Herzrhythmusstörung kann der Herzschlag zu schnell sein und auf mehr als 500 Mal pro Minute ansteigen (Tachykardie). Dies ist in den meisten Fällen bei einem plötzlichen Herztod der Fall. Die Mehrzahl der Betroffenen erlebt Herzrhythmusstörungen wie Kammertachykardien, Kammerflimmern oder Kammerflattern. Bei vier von fünf Menschen wird der Herz-Kreislauf-Stillstand durch Kammerflimmern ausgelöst.

Viel seltener ist der Herzrhythmus zu langsam (Bradykardie) und es kommt zum Herz-Kreislauf-Stillstand. Der Grund kann ein Funktionsausfall des Sinusknotens sein, der als natürlicher Schrittmacher des Herzens gilt. Auch die Überleitung der elektrischen Impulse von den Vorhöfen auf die Herzkammern kann beeinträchtigt sein.

Allen Herzrhythmusstörungen gemeinsam ist, dass das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpt und damit auch keinen Sauerstoff und keine Nährstoffe mehr. Der Kreislauf bricht zusammen und die Organe und Gewebe werden nicht mehr versorgt. Fällt der Herzschlag komplett aus, sprechen Fachleute von Asystolie. Innerhalb weniger Minuten führt dies zum Tod.

Symptome: Plötzlicher Herztod geschieht schnell

Ein plötzlicher Herztod kommt meist schnell und manchmal ohne vorherige Warnzeichen. So fallen scheinbar gesunde Menschen plötzlich ohne ersichtlichen Grund einfach um. Anhand folgender Symptome können andere Menschen einen plötzlichen Herztod erkennen:

  • Die betroffene Person fällt plötzlich mitten im Gehen, Stehen oder beim Sport um oder sie sinkt im Stuhl zusammen.
  • Sie reagiert nicht auf Schmerzreize oder wenn Sie sie ansprechen, berühren oder schütteln.
  • Sie atmet nicht mehr und Sie können keinen Puls tasten.

Wenn der Kreislauf ausfällt, tritt bereits nach fünf bis zehn Sekunden eine Bewusstlosigkeit auf, der Atemstillstand setzt ebenfalls unmittelbar ein, nach vier bis fünf Minuten ist die betroffene Person tot. Sie müssen sofort handeln und den Rettungsdienst verständigen (unter 144). Ausserdem beginnen Sie sofort mit den Wiederbelebungsmassnahmen (Reanimation) und – falls möglich – mit einer Defibrillation. Dabei geben Sie über einen Defibrillator elektrische Stromimpulse ab, um die Herzaktivität wieder zu normalisieren.

Plötzlicher Herztod: Symptome bei einem Herzinfarkt

Oft geht einem plötzlichen Herztod ein Herzinfarkt voraus, und dieser macht sich anhand folgender Symptome bemerkbar:

  • Heftige Schmerzen in der Brust – Vernichtungsschmerz (Brustkorb oder hinter dem Brustbein). Sie halten mindestens fünf Minuten an, bessern sich nicht in Ruhe und strahlen oft in andere Körperregionen aus: in die Arme, den Oberbauch, Rücken (zwischen die Schulterblätter), Halsbereich und Kiefer.
  • Heftiges Brennen: Die Schmerzen in der Brustgegend erleben manche auch als stark brennendes Gefühl.
  • Massive Brustenge: Viele verspüren ein heftiges Druck-, Enge- oder Einschnürungsgefühl im Herzbereich.
  • Atemnot
  • kalter Angstschweiss, Todesangst
  • kalte, blasse und fahle Haut
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel
  • Schwächegefühl
  • Bewusstlosigkeit

Bei Frauen stehen im Gegensatz zu Männern bei einem Herzinfarkt oft andere Symptome im Vordergrund:

  • Atemnot, starke Kurzatmigkeit – selbst bei geringer körperlicher Anstrengung
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Druck- oder Engegefühl im Brustbereich statt starker Schmerzen

Handeln Sie bei solchen Symptomen sofort und lassen Sie keine Zeit verstreichen. Verständigen Sie umgehend den Rettungsdienst unter der Telefonnummer 144. Rufen Sie den Rettungsdienst lieber einmal mehr als zu wenig. Je früher die betroffene Person das Spital erreicht und Ärztinnen und Ärzte eine Behandlung beginnen, desto höher stehen die Überlebenschancen. So können Sie Leben retten und eventuell einen plötzlichen Herztod verhindern.

Diagnose Plötzlicher Herztod

Die Diagnose plötzlicher Herztod lässt sich meist schnell stellen, und zwar anhand der Symptome:

  • Die betroffene Person fällt oder sinkt plötzlich um.
  • Sie reagiert nicht auf Ansprechen, Berührung, Schütteln oder Schmerzreize.
  • Die Atmung hat ausgesetzt.
  • Es ist kein Puls mehr tastbar.

Sie müssen sofort mit der Wiederbelebung beziehungsweise Defibrillation beginnen, um das Leben der betroffenen Person vielleicht doch noch zu retten.

Plötzlicher Herztod: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Für den plötzlichen Herztod sind in der Regel Herzkrankheiten verantwortlich, die Herzrhythmusstörungen auslösen. Allen voran ist dies die koronare Herzerkrankung (KHK), welche die Herzkranzgefässe betrifft. Und dieser können Sie bis zu einem gewissen Mass vorbeugen, wenn Sie die Risikofaktoren vermindern oder ausschalten. Einige davon haben sie auch selbst in der Hand, weil sie im Lebensstil liegen.

Wichtige Massnahmen zur Vorbeugung der KHK sind:

  • Rauchen Sie nicht – und wenn Sie Raucherin oder Raucher sind, versuchen Sie den Rauchstopp.
  • Bewegen Sie sich viel im Alltag und treiben Sie Sport.
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung (z.B. viel Obst, Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchte).
  • Seien Sie massvoll mit dem Alkoholkonsum.
  • Achten Sie auf ein gesundes Gewicht – bei Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) versuchen Sie einige Kilos abzunehmen. Suchen Sie sich im Zweifelsfall professionelle Hilfe, etwa bei einer Ernährungsberatung.

Sport ist zwar gut fürs Herz, aber nicht zu allen Zeiten. Schonen Sie sich zum Beispiel nach einer Infektion (z.B. Erkältung, Grippe, Magen-Darm-Infekt) ausreichend lange. Kurieren Sie die Krankheit erst vollständig aus, bevor Sie wieder mit dem Sport beginnen. Denn sonst kann eine Herzmuskelentzündung die Folge sein, die Herzrhythmusstörungen auslöst – besonders bei körperlicher Belastung. Es kann zum plötzlichen Herztod kommen.

Plötzlichem Herztod vorbeugen – Krankheiten behandeln lassen

Lassen Sie ausserdem bestehende Grunderkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder erhöhte Cholesterinwerte ausreichend behandeln. Auch hier hilft neben Medikamenten ein gesunder Lebensstil.

Wenn Sie unter einer Herzerkrankung wie einem angeborenen Herzfehler, einer Herzschwäche, der koronaren Herzkrankheit oder Herzrhythmusstörungen leiden, gilt:

  • Lassen Sie Ihre Erkrankung ausreichend behandeln (z.B. Medikamente, Aufdehnung verengter Gefässe, Stents, Bypass).
  • Kommen Sie auch zu regelmässigen Kontrolluntersuchungen zu uns. Wir können ein mögliches Risiko auch dann erkennen, wenn Sie noch keine Beschwerden haben.
  • Wenn in ihrer Familie vererbliche Herzerkrankungen bekannt sind, ist es empfehlenswert, dass sich Familienmitglieder kardiologisch abklären lassen. Bereits ein EKG oder ein Ultraschall kann wertvolle Hinweise liefern.
  • Regelmässige Arztbesuche sind auch wichtig, wenn Sie schon einen Herzinfarkt oder Herz-Kreislauf-Stillstand überstanden haben. Nach einem erlebten Kreislaufstillstand kann ein implantierbarer Kardioverter/Defibrillator (ICD) helfen und Schutz vor einem erneuten Ereignis bieten. Das sind kleine Elektroimpulsgeräte, die eingepflanzt werden. Bei Problemen helfen sie dem Herz auf die Sprünge.

Zu 100 Prozent können Sie einem plötzlichen Herztod auch durch diese Massnahmen nicht vorbeugen. Aber Sie können das Risiko senken, dass Ihr Herz streikt.

Verlauf und Prognose beim plötzlichen Herztod

Ein plötzlicher Herztod ist eine sehr ernste Angelegenheit, bei der sofortiges und beherztes Eingreifen und Handeln nötig sind. Sonst sind die Überlebenschancen der Betroffenen minimal, wie folgende Zahlen für die Schweiz zeigen:

  • Weniger als fünf Prozent überleben in der Schweiz einen Herzstillstand und erleiden einen plötzlichen Herztod.
  • Nur fünf bis 13 Prozent der Menschen, die ausserhalb des Spitals einen Herzstillstand erleiden und im Spital behandelt werden, überleben bis zum möglichen Spitalaustritt.
  • Der Rettungsdienst erreicht die wenigsten Patientinnen und Patienten rechtzeitig, also innerhalb der kritischen Zeitspanne von drei bis fünf Minuten nach dem Eintritt des plötzlichen Herztodes.

Die einzige Überlebenschance, die eine Patientin oder ein Patient hat, sind sofortige Wiederbelebungsmassnahmen und der Einsatz eines Defibrillators. Inzwischen gibt es diese lebensrettenden Geräte an vielen öffentlichen Plätzen wie Flughäfen, Bahnhöfen, Sportstadien, Kinos, Museen oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch Laien können Defibrillatoren einfach bedienen und damit eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung (meist Kammerflimmern) unterbrechen. Die Geräte geben nach dem Einschalten die entsprechenden Anweisungen, die extrem leicht umzusetzen sind. Die Defibrillation kann das Herz wieder normal zum Schlagen bringen und somit das Leben der betroffenen Person retten. Der einzige Fehler, den man in dieser Situation machen kann, ist nichts zu tun und auf den Einsatzdienst zu warten.

Plötzlicher Herztod: Behandlung muss sofort einsetzen!

Ein plötzlicher Herztod ist ein Notfall, bei dem Sie sofort den Rettungsdienst rufen müssen (Telefonnummer 144). Zudem müssen Sie selbst schnell Erste Hilfe leisten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Die Wiederbelebung (Reanimation) gelingt am besten nach dem Schema der Schweizerischen Herzstiftung – versuchen Sie, diese bildlich zu verinnerlichen:

Bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung ist der richtige Druckpunkt bei der Herzdruckmassage wichtig:

  • Brustkorbmitte
  • untere Brustbeinhälfte
  • 5 bis 6 Zentimeter tief eindrücken

Für geübte Ersthelferinnen und Ersthelfer ist es empfohlen, sowohl eine Herzdruckmassage als auch die Mund-zu-Mund-Beatmung (Atemspende) durchzuführen (Verhältnis 30:2). Ansonsten ist auch die alleinige Herzdruckmassage ebenfalls wirksam. Um den richtigen Rhythmus zu finden, ist der Song „Staying alive“ von den Bee Gees hilfreich.

Führen Sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung solange durch, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Gehen Sie mit dem Defibrillator so vor:

  • Schalten Sie den Defibrillator ein und befolgen Sie die Anweisungen.
  • Halten Sie der bewusstlosen Patientin oder dem Patienten Elektroden auf die Brustwand und lösen Sie einen dosierten Stromstoss aus.
  • Dieser Stromstoss soll die elektrische Herzaktivität wieder ins Gleichgewicht bringen, so dass das Herz wieder normal zu schlagen beginnt.

Die Defibrillation stoppt das Kammerflimmern. Aber auch danach müssen Sie das Herz durch die Kompression des Brustkorbs und Beatmung weiter unterstützen und stärken.

Erste Hilfe Ausbildung oder Notfall-App

Die Schweizerische Herzstiftung bietet die sogenannte HELP-Ausbildung an.

 

Zudem gibt es die App HELP Notfall für iOS und Android mit einem Leitfaden fürs richtige Handeln.

 

Helfen und Leben retten ist immer besser als tatenlos zuzusehen oder wegzugehen.

Plötzlicher Herztod – weitere Behandlungen

Die anschliessende Behandlung im Notarztwagen und Spital hängt davon ab, welche Grunderkrankung für den plötzlichen Herztod verantwortlich ist. Diese müssen Ärztinnen und Ärzte ausreichend therapieren, um das Risiko für einen erneuten Herzstillstand zu senken. Bei einer koronaren Herzkrankheit gibt es zum Beispiel folgende Möglichkeiten:

  • Herzkatheter: Aufdehnung der verschlossenen Herzkranzgefässe mit Hilfe eines kleinen Ballons im Rahmen eines Herzkatheters. Anschliessend implantieren wir oft eine kleine Gefässstütze (Stent), um das Gefäss zu stabilisieren und den Wiederverschluss zu verhindern.
  • Bypassoperation: Wir legen eine „Umgehungstrasse“ um das blockierte Gefäss.
  • Medikamente, welche die Blutgerinnung hemmen.
  • Ein implantierbarer Kardioverter/Defibrillator (ICD) hilft, zukünftigen Herzrhythmusstörungen und damit einem plötzlichen Herztod vorzubeugen. Dieses kleine Elektroschockgerät pflanzen wir unter die Haut ein. Es erkennt Herzrhythmusstörungen und gibt bei Bedarf automatisch kleine Stromstösse ab.

Details zu den Behandlungen

Behandelnde Fachbereiche

Klinik für Herzchirurgie

Klinik für Kardiologie

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie