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Peniskrebs

Bösartige Tumore, die meist an der Eichel und Vorhaut auftreten, kennzeichnen den Peniskrebs. Die Tumorerkrankung entsteht vor allem im fortgeschrittenen Lebensalter.

Überblick: Was ist ein Peniskrebs?

Ein Penistumor ist ein äusserst seltenes bösartiges Krebsleiden. In der Schweiz erkranken pro Jahr rund 70 Männer daran. Die Krebsgeschwülste entstehen meist an der Eichel und an der Vorhaut. Sie können auf Ihre Schwellkörper übergreifen und sich bis auf Ihre Bauchdecke ausdehnen. In den meisten Fällen handelt es sich um einen Tumor der Haut, sogenannt Plattenepithelkarzinom. Aber auch andere Hautkrebsarten wie das Basaliom (weisser Hautkrebs) oder das Melanom (schwarzer Hautkrebs) sind möglich. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind 40 Prozent der Patienten bereits 75 Jahre alt oder älter. Peniskrebs entwickelt sich nur langsam und bildet erst im fortgeschrittenen Zustand Metastasen. Allerdings wird er oft auch erst spät erkannt.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Vorhauttalg (Smegma) und Peniskrebs. Unter Angehörigen von Religionen, in denen die Vorhaut von Jungen beschnitten werden, kommt Peniskrebs seltener vor. Im Gegensatz dazu stellt Phimose, die verengte Vorhaut, die die Hygiene erschwert, einen Risikofaktor für Peniskrebs dar. Das gilt auch für eine Infektion mit humanen Papillomaviren und Rauchen.

Peniskrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Als Risikofaktoren gelten:

  • mangelnde Hygiene: Sammelt sich Talg unter Ihrer Vorhaut (sogenanntes Smegma), den Sie nicht regelmässig entfernen, kann eine chronische Entzündung am Penis entstehen, die den Krebs begünstigt.
  • Vorhautverengung (Phimose): Peniskrebs trifft öfter Männer mit von Geburt an verengter Vorhaut. In dem Fall lässt sie sich nicht vollständig zurückschieben. Das erschwert nicht nur den Geschlechtsverkehr, sondern auch die Körperpflege.
  • Alter: Das Risiko für den Peniskrebs steigt mit zunehmenden Lebensjahren. Die meisten Männer erkranken zwischen 60 und 70 Jahren.
  • Rauchen: Nikotingenuss erhöht neben vielen anderen Krebserkrankungen auch das Risiko für das Peniskarzinom.
  • HPV-Infektion: Eine Infektion mit humanen Papillomaviren stellt einen Risikofaktor für den Peniskrebs dar.
  • wiederkehrende Entzündungen von Eichel und Vorhaut, z. B. durch die Krankheit „Lichen sclerosus“.
  • Genitalwarzen: Sie gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen und begünstigen Tumoren am Penis.
  • UV-Strahlung: Etwa im Zuge einer Therapie schwerer Hauterkrankungen
  • BestimmteSchleimhautveränderungen (z. B. Leukoplakie): Sie gelten als Vorstufen, aus denen sich ein Peniskrebs entwickeln kann.

Bei psychischer Belastung

Jede körperliche Erkrankung kann auch mit psychischen Belastungen verbunden sein. Diese kann sich unter anderem in Sorgen, Anspannung, Gedankenkreisen oder Schlafstörungen zeigen und den Behandlungsverlauf erschweren. Falls Sie oder Ihre Angehörigen den Wunsch nach psychiatrisch-psychologischer Beratung und Unterstützung haben, stehen Ihnen unsere Fachleute im USZ gerne zur Verfügung.

Symptome: Anfangs oft unauffällig

Vor allem im Anfangsstadium zeigen sich die Symptome des Peniskrebses nicht charakteristisch. Männer vermuten erst einmal keine schwere Erkrankung dahinter. Folgende Anzeichen können auf einen Tumor am Penis hindeuten:

  • An der Eichel oder Vorhaut zeigen sich Veränderungen, die jucken, nässen, sich entzünden. Später bilden sich Knoten, Verhärtungen oder Geschwüre.
  • Sie spüren Brennen und Stechen unter der Vorhaut.
  • Es kommt zu übelriechendem Ausfluss oder Blutungen aus dem Penis.
  • Die Hautveränderungen weiten sich aus, zeigen eine blumenkohlartige Oberfläche und bluten leicht.
  • Sie fühlen sich müde, abgeschlagen, verlieren an Gewicht.
  • Wenn der Peniskrebs in die Lymphknoten metastasiert, führt das manchmal zu einem Lymphstau in den Beinen, die dadurch anschwellen.

Peniskrebs: Diagnose bei uns

Am Anfang steht das Gespräch mit uns, bei dem wir Sie ausführlich zu Ihren Symptomen befragen (Anamnese). Bei der anschliessenden körperlichen Untersuchung sehen wir nach Veränderungen und Auffälligkeiten an Ihrem Penis. Wir tasten ausserdem Ihre Lymphknoten ab und prüfen, ob sie geschwollen sind. Mittels einer Gewebeprobe klären wir ab, ob Krebszellen vorhanden sind.

Besteht tatsächlich ein Peniskarzinom, folgen weitere Untersuchungen. Sie klären, ob der Tumor in Lymphknoten oder anderen Organen Metastasen gebildet hat. Zum Einsatz kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomographie, Magnetresonanztomografie oder Positronenemissionstomographie (PET/CT oder PET/MR).

Je früher der Tumor entdeckt wird, umso besser sind die Heilungschancen (70 bis 90 Prozent).

Peniskrebs: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Einem Peniskarzinom können Sie durch sorgfältige Hygiene vorbeugen. Waschen Sie Ihren Penis täglich und entfernen Sie gründlich den Vorhauttalg (Smegma). Falls Sie eine zu enge Vorhaut haben, so dass Sie diese nicht weit genug zurückziehen können, kann das die Hygiene erschweren. In dem Fall sollten Sie die Vorhaut in einer kleinen OP, der Beschneidung oder Zirkumzision, von uns entfernen lassen.

Da eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) ein Risikofaktor darstellt, ist eine Impfung schon in der Jugend ratsam.

Früherkennung und Prognose des Peniskarzinoms

Falls Sie Hautveränderungen oder Ausfluss an Ihrem Penis feststellen, suchen Sie uns rechtzeitig auf. Zudem zahlen die Krankenkassen in der Schweiz für Männer ab 45 Jahren eine Krebsvorsorgeuntersuchung der äusseren Geschlechtsorgane und der Prostata. Nehmen Sie diese wahr und lassen Sie sich von uns zeigen, wie Sie den Penis selber auf Auffälligkeiten untersuchen können, um Veränderungen selbst zeitnah feststellen zu können.

Bei Peniskrebs (Peniskarzinom) hängt der Verlauf vom Zeitpunkt der Diagnose ab, denn je früher der Tumor erkannt und entsprechend behandelt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten.

Peniskrebs: OP als Behandlung erster Wahl

Im Fall eines Peniskarzinoms ist eine Operation die wichtigste Behandlungsmethode. Je früher eine Therapie erfolgt, umso besser sind die Heilungschancen. Im fortgeschrittenen Stadium kann Palliative care zur Symptomoptimierung involviert werden.

Details zu den Behandlungen

Behandelnde Fachbereiche

Comprehensive Cancer Center Zürich

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie

Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik

Klinik für Nuklearmedizin

Klinik für Radio-Onkologie

Klinik für Urologie

Kompetenzzentrum Palliative Care