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Narben

Eine Verletzung, eine Operation oder einfach Akne – und anschliessend bleiben Narben zurück. In vielen Fällen werden diese nach einigen Wochen immer unauffälliger und sind irgendwann kaum mehr von der umliegenden Haut zu unterscheiden. Doch manchmal zieht sich die Narbe auch zusammen und sinkt im Gewebe ein (atrophe Narbe). Oder sie wuchert (Keloid) oder bildet eine deutlich sichtbare Verdickung (hypertrophe Narbe). Viele Betroffene stört so eine auffällige Narbe. Manchmal juckt oder schmerzt sie auch. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, solche wuchernden Narben zu behandeln.

Überblick: Was für Arten von Narben gibt es?

Narben entstehen nach einer Verletzung des Hautgewebes. Der Körper bildet Narbengewebe, um ein Eindringen von Fremdkörpern und Krankheitserregern zu verhindern. Oft ist das Narbengewebe jedoch weniger elastisch als die normale Lederhaut. Narben enthalten keine Talgdrüsen oder Schweissdrüsen und es wachsen auf ihnen keine Haare. Viele Menschen betrachten Narben als kosmetisches Problem, das sie in ihrem Selbstbewusstsein einschränkt. Insbesondere im Gesicht, am Hals oder an den Armen werden auffällige Narben als störend empfunden. Es gibt drei Typen von Narben:

  • Atrophe Narben: Wenn der Körper zu wenig neues Narbengewebe bildet, sinkt die Narbe im Vergleich zum umgebenden Gewebe ein. Dadurch entstehen Grübchen, etwa bei Akne oder Windpocken.
  • Hypertrophe Narben: Das Gewebe auf einer verheilten Wunde wölbt sich durch überschiessende Narbenbildung nach oben. Insbesondere, wenn die Wunde starken Zugkräften ausgesetzt ist, baut der Körper vermehrt Bindegewebe auf. Meist treten hypertrophe Narben innerhalb von sechs Monaten nach der Verletzung auf. Die Fasern dieser Wucherung sind parallel angeordnet. Manchmal bilden sich hypertrophe Narben auch von allein zurück.
  • Keloide: Sie treten häufig am Oberkörper oder Nacken sowie an den Ohrläppchen auf. Oft ist keine direkte Verbindung mit einer Verletzung offensichtlich – ein Mückenstich oder winziger Kratzer reicht aus, um diese Hautwucherung auszulösen. Sie wächst oft erst viele Monate nach der Verletzung. Keloide verursachen häufig einen unangenehmen Juckreiz oder Druckschmerzen. Sie können auch zu dicken Geschwulsten anschwellen. Keloide kommen in manchen Familien besonders häufig vor und kehren manchmal auch immer wieder, selbst wenn sie operiert werden (Rezidiv).

Meist ist für die Behandlung unschöner und störender Narben eine Kombination verschiedener Methoden nötig. Sie wird individuell auf den jeweiligen Fall abgestimmt. Nicht immer ist es möglich, eine Narbe komplett unsichtbar zu machen. All diese Narbenarten sind gutartig.

 

Narben: Ursachen und Risikofaktoren

Narben brauchen ihre Zeit, bis sie vollkommen verheilt sind. Fachleute rechnen mit sechs bis zwölf Monaten, manchmal bis zu zwei Jahren, bis die Rötung und Empfindlichkeit der Narbe verschwinden. Nach dieser Zeit verliert sich in vielen Fällen auch der anfängliche Juckreiz. Menschen mit einer Wundheilungsstörung oder mit Verbrennungen sind von wuchernden Narben besonders gefährdet, ebenso Allergiker und Allergikerinnen. Je älter ein Mensch wird, desto schlechter heilen seine Wunden. Denn die Elastizität und Blutversorgung der Haut nimmt ab und die Fettschichten werden dünner. Auf der anderen Seite sind Kinder und Jugendliche besonders gefährdet, wulstige Narben zu bekommen, weil ihr Körper auf Wachstum eingestellt ist und dadurch oft auch zu viel neues Bindegewebe produziert. Hormone scheinen ebenfalls eine Rolle zu spielen.

Keloide sind sehr selten. Je dunkler die Hautfarbe, desto häufiger treten Keloide auf. Auch Menschen mit langjähriger Akne haben ein erhöhtes Risiko für Keloide.

Symptome: Narbe wird dick und rot

Bei atrophen Narben zieht sich das Gewebe der Narbe zusammen. Gerade bei längeren Wunden fällt es auf, dass der gesamte Bereich wie eingesunken aussieht.

Deutlich störender finden Betroffene jedoch die überschiessenden Narben (hypertrophe Narben und Keloide). Manchmal ist nur eine leichte, gerötete Erhebung auf der Haut zu sehen. Statt dünn und unauffällig wölbt sich die Narbe breit über den Körper. Oder es bilden sich – gerade bei Keloiden – dicke und unschöne Geschwulste. Bei hypertrophen Narben ist nur die Narbe an sich betroffen. Keloide können sowohl einzeln auftreten als auch über eine grosse Fläche verteilt sein. Sie sind besonders häufig am Ohrläppchen, an der Brust und am oberen Rücken zu finden.

Narben: Diagnose bei uns

Wenn Sie einige Wochen nach einer Verletzung oder Operation immer noch Schmerzen oder ein juckendes Gefühl in der Narbe haben oder diese auffällig grösser wird, sollten Sie uns aufsuchen. Wir können abschätzen, ob es sich dabei um einen normalen Wundheilungsprozess handelt oder um eine gutartige Hautveränderung. Grundsätzlich gilt: Je früher eine wuchernde Wunde behandelt wird, desto besser ist der Behandlungserfolg. Auch bei funktionellen Einschränkungen – etwa, wenn das Narbengewebe auf ein Gelenk drückt – ist ein Eingreifen erforderlich. Wir können mit einem Blick durch die Lupe auf das Narbengewebe erkennen, welche Behandlung den besten Erfolg verspricht. Schlägt eine Behandlung nicht innerhalb von drei bis sechs Monaten an, wechseln wir zu einer anderen Alternative. Welche wir wählen, hängt stark von der Art und Lage der Narbe ab. Fortschritte sollten regelmässig mit Fotos dokumentiert werden.

Narben: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Wer eine grössere Wunde hat, sollte sich während der Heilungsphase wirklich schonen. Wenn ein Operationsschnitt ohne Zugkräfte heilen kann, sinkt die Gefahr von Wucherungen. Dabei spielt auch eine Operationstechnik eine Rolle, die sich an den Hautspannungslinien orientiert. Gleichzeitig kann eine gezielte, sanfte Bewegung jedoch die Durchblutung des Narbengewebes fördern, wodurch dieses geschmeidiger und lockerer wird. Ausserdem hilft es, wenn Sie eine Narbe regelmässig ab zwei Wochen nach der Operation mit Silikoncremes oder Silikongels eincremen. Massieren Sie dazu Creme oder Gel mindestens zweimal am Tag sanft in das Narbengewebe ein. Bei Narben, die verhärtet sind, kann auch ein Salbenverband über Nacht sinnvoll sein. Präparate mit Zwiebelextrakt können ebenfalls vorbeugend helfen. Kompression von aussen auf eine Wunde, etwa durch Kompressionsstrümpfe oder einen Druckverband, unterstützt die Heilung.

Bei Verletzungen sollten Sie darauf achten, dass kein Schmutz in die Wunde kommt. Grundsätzlich sollten Sie Narben gut vor Sonneneinstrahlung schützen, damit sich diese nicht dunkel färben.

Ganz unsichtbar wird eine wuchernde Narbe trotz Behandlung vermutlich nie. Aber mit vielfältigen Behandlungsmethoden können wir die störenden Begleiterscheinungen wie Jucken und Schmerzen verhindern und die Optik erträglicher gestalten.

Narben: Behandlung mit Laser, Kortison oder OP

In vielen Fällen ist die erste Wahl bei einer überschiessenden Wunde die Injektion von Glukokortikoiden (Kortison) direkt in die Narbe.

Details zu den Behandlungen

Behandelnde Fachbereiche

Dermatologische Klinik

Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie