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Nagelpilz

Onychomykose

Der Finger- oder Zehennagel verfärbt sich gelb bis hellbraun und wird dicker: Nagelpilz (Onychomykose) macht sich breit. Er tut nicht weh und juckt nicht, sieht aber hässlich aus. Prinzipiell lässt sich der Nagelpilz gut behandeln – je früher, desto besser. Aber Erkrankte brauchen dafür Geduld. Insbesondere bei Zehennägeln zieht sich die Behandlung über Monate hin. Von allein heilt ein Nagelpilz hingegen nicht ab.

Überblick: Was ist Nagelpilz?

Ohne Badeschlappen barfuss unterwegs im Schwimmbad, in der Sauna oder im Duschbereich des Fitnessstudios und schon ist es passiert: Eine Pilzinfektion hat einen Nagel befallen. Aber auch aus einem unbehandelten Fusspilz kann sich der Nagelpilz entwickeln. Die Infektion zeigt sich durch eine gelbliche oder braune Verfärbung des Nagels. Im Laufe der Zeit frisst sich der Pilz immer tiefer in den Nagel hinein und zerstört nach und nach die Nagelplatte. Fingernägel sind seltener betroffen, da sie schneller wachsen und sich mehr an der Luft befinden. Pilze hingegen fühlen sich besonders wohl in einem feuchten, warmen Klima. Meist zeigt sich eine Onychomykose an den Zehennägeln. Ohne eine gezielte Behandlung verschwindet die Infektion nicht und sie ist äußerst ansteckend. Deshalb sollten Sie im Krankheitsfall keine Nagelscheren, Feilen oder Handtücher mit anderen Angehörigen Ihres Haushalts teilen.

Nagelpilz – Häufigkeit und Alter

Nagelpilz ist eine recht weit verbreitete Krankheit. Rund vier Prozent der Menschen in Industrienationen leiden Schätzungen zufolge darunter. Mit zunehmendem Alter tritt die Onychomykose immer häufiger auf. Sport treibende Personen und Menschen mit viel Schweiss an den Füssen leiden besonders häufig unter dem unangenehmen Nagelpilz – die Erreger fühlen sich dort besonders wohl, wo es feucht und warm ist. Männer sind häufiger von Nagelpilz betroffen als Frauen. Fingernägel werden nur selten von Pilzen befallen. Meist tritt die Krankheit vor allem am Nagel der grossen Zeh auf. Wird sie nicht behandelt, breitet sie sich jedoch nach und nach auf weitere Zehennägel aus.

Nagelpilz: Ursachen und Risikofaktoren

Verantwortlich für den Nagelpilz sind meistens Sprosspilze der Gruppe Dermatophyten. Das sind die Sporen, die auch für Fusspilz verantwortlich sind. Schimmel- oder Hefepilze hingegen sind selten Auslöser einer Onychomykose. Mit den Sporen der Pilze kommen Sie beim Duschen oder Umkleiden nach dem Sport oder in ähnlicher Umgebung in Kontakt. Schafft das Immunsystem es nicht rechtzeitig, sie zu beseitigen, dringen sie in den Fussnagel oder in die daneben liegende Haut ein. Winzige Verletzungen erleichtern die Infektion.

Besonders gefährdet sind Sie, wenn Sie unter folgenden Problemen leiden:

  • Immunschwäche
  • Diabetes
  • Schuppenflechte
  • Fussschweiss
  • schlechte Durchblutung der Füsse (etwa durch enge Schuhe)
  • Verletzungen der Nägel und der Haut

Symptome: Nagelpilz verursacht gelbe Nägel

Die ersten Zeichen des Nagelpilzes sind meistens am rechten oder linken Rand des grossen Zehnagels zu sehen: Er verfärbt sich zunächst gelb und wird dann immer dicker und rau. Unbehandelt wächst diese gelbe Fläche immer weiter in den Nagel hinein. Dieser beginnt sich zu verändern, wird poröser und verliert seine glatte Oberfläche. Der Pilz durchdringt die Hornschicht des Nagels und löst ihn langsam auf.

Diagnose Nagelpilz

An der veränderten Oberfläche des Nagels erkennen wir sofort den Nagelpilz. Mithilfe einer Lupe wird erkannt wie stark der Befall bereits fortgeschritten ist. Um sicherzugehen, welche Art von Pilz für den Schaden am Nagel verantwortlich ist, schneiden wir ein Stück des Nagels ab, betrachten es unter einem Mikroskop oder schicken es zur Untersuchung ins Labor. Manchmal fügen wir dabei auch ein Stück der umgebenden Haut bei. Die Laboruntersuchung dient der Abgrenzung von anderen Krankheiten mit ähnlichen Symptomen wie Lichen ruber oder sogenannte Ekzemnägeln. Allerdings lässt sich die Pilzart nur bestimmen, wenn in den vier Wochen vor Entnahme der Probe noch keine Anti-Pilzmittel angewendet wurden. Insbesondere bei beginnender Nagelpilzinfektion reicht uns oft jedoch der Augenschein.

Nagelpilz: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Sie können viel dazu beitragen, um sich vor einem Fuss- oder Nagelpilz zu schützen:

  • Wechseln Sie jeden Tag Ihre Strümpfe und lüften Sie Schuhe täglich gründlich aus.
  • Waschen Sie Ihre Handtücher mindestens einmal pro Woche bei 60 Grad.
  • Tragen Sie keine engen Schuhe und achten Sie auf gute Belüftung.
  • Ziehen Sie in Schwimmbad und Sportstudio eigene Badeschlappen an.
  • Desinfizieren Sie Ihre Schuhe – inklusive Badeschlappen – regelmässig.
  • Trocknen Sie Ihre Füsse gründlich ab, auch zwischen den Zehen, und verwenden Sie dafür ein getrenntes Handtuch.
  • Teilen Sie Nagelschere und -feile nicht in der Familie und desinfizieren Sie diese nach Benutzung.
  • Benutzen Sie im Bad waschbare Fussmatten und waschen Sie diese regelmässig.

Verlauf und Prognose bei Nagelpilz

Sollte trotzdem einmal ein Fuss- oder Nagelpilz auftreten, behandeln Sie ihn sofort und gründlich! Je früher Sie die Behandlung beginnen, umso erfolgreicher ist sie. Bei Auftreten von Fuss- oder Nagelpilz sollten Sie Ihre Strümpfe mit einem Hygienespüler waschen und das Handtuch täglich wechseln.

Wer einen Nagelpilz behandelt, braucht viel Geduld. Zehennägel wachsen viel langsamer als Fingernägel und bei Frauen noch langsamer als bei Männern. Durchschnittlich legt der Nagel des grossen Zehs etwa 0.5 Millimeter pro Woche zu. Bei den anderen Zehennägeln ist es oft etwas weniger. Mit dem Alter nimmt die Wachstumsgeschwindigkeit weiter ab. Eine Pilzinfektion ist erst dann besiegt, wenn sie vollkommen aus dem Nagel hinausgewachsen ist. Schon bei einer leichten Infektion dauert es mehrere Monate, bis der Nagel vollkommen geheilt ist. Wer die Behandlung auch nur kurz aussetzt, riskiert den kompletten Behandlungserfolg.

Ist ein grosser Teil des Nagels befallen, dauert es oft über ein Jahr bis der Pilz besiegt ist. Die Gefahr eines Rückfalls selbst nach erfolgreicher Behandlung ist gross: Leicht verstecken sich Pilzsporen in kleinen Hohlräumen unter dem Nagel. Sobald das Antimykotikum wegbleibt und Sie sich in einer feuchtwarmen Umgebung aufhalten, kann sich der Pilz wieder verbreiten. Eine sehr sorgfältige Hygiene ist deshalb angebracht. Auch alle Schuhe und Strümpfe sowie Pediküre-Sets und Handtücher sollten nach erfolgreicher Behandlung sorgfältig desinfiziert werden.

Nagelpilz: Behandlung mit medizinischem Nagellack

Die Behandlung des Pilzbefalls hängt davon ab, um welchen Pilz es sich handelt und auch wie weit er sich bereits ausgebreitet hat. Ist nur ein kleiner Teil des Nagels vom Pilz befallen und nur ein Nagel betroffen, reicht häufig eine Behandlung mit speziellem Nagellack oder (seltener) einer medizinischen Creme. Soweit wie möglich sollten Sie den vom Pilz zerstörten Nagel entfernen und anschließend regelmäßig Creme oder Nagellack beziehungsweise beides aufzutragen. Wichtig ist, dass Sie neben der betroffenen Stelle auch das Umfeld gründlich mitbehandeln. Abgestorbene Nagelteile entfernen Sie am besten regelmässig, vor Beginn der Behandlung können Sie den Nagel erst einmal desinfizieren. Achten Sie darauf, bei der Behandlung keine Zehenhaut zu verletzen.

Details zu den Behandlungen

Behandelnde Klinik

Dermatologische Klinik