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Menstruationsbeschwerden

Eigentlich sollte die Periode ungefähr alle vier Wochen kommen. Doch bei einer Zyklusstörung oder Blutungsstörung tritt die Menstruation regelmässig früher oder später auf oder Betroffene klagen über Zwischenblutungen. Auch besonders starke oder lang andauernde Monatsblutungen gehören zu den Zyklusstörungen und sollten untersucht werden.

Überblick: Was sind Zyklusstörungen?

Wenn die Menstruation mit sehr heftigen Blutungen oder Schmerzen verbunden ist, bedeutet das eine starke Beeinträchtigung im Alltag. Auch sehr häufige oder extrem lang dauernde Blutungen gehören zu den Zyklusstörungen. Das kann für die Betroffenen sehr störend sein und sogar zu einer Blutarmut führen.

Normalerweise sorgen verschiedene Hormone in perfekt aufeinander abgestimmtem Spiel dafür, dass im Bauch einer Frau jeden Monat ein Ei reift. Daraus kann ein Kind wachsen, wenn das Ei durch Spermien befruchtet wird. Die feine Abstimmung der Hormone gerät jedoch schnell aus dem Gleichgewicht: Stress, Krankheiten, Fehlbildungen oder eine falsche Ernährung können zu Blutungsstörungen führen.

Nur in den seltensten Fällen dauert ein weiblicher Zyklus ohne die Gabe von Hormonen (Pille) exakt 28 Tage. Zwischen 25 und 31 Tagen vom ersten Tag einer Monatsblutung bis zum nächsten sind völlig normal. Typischerweise dauert eine Menstruation rund vier bis fünf Tage. Dabei verliert die Frau in einem Zyklus rund 80 Milliliter Blut. Schwankungen sowohl bei der Länge des Zyklus als auch bei der Stärke der Blutung kommen bei vielen Frauen vor.

Blutungsstörungen: Periode bleibt aus oder kommt zu häufig

Grundsätzlich sollten Sie Zyklusstörungen über einige Monate beobachten.

Zyklusstörungen: Ursachen und Risikofaktoren

Eine Prüfung, Ärger mit den Kollegen oder Kolleginnen, schreiende Kleinkinder – es gibt viele Dinge, die Stress verursachen. Manchmal reagiert der weibliche Körper darauf mit einer Veränderung des Monatszyklus. Auch ein Umzug, Urlaub oder sonstige Änderung der Lebensgewohnheiten können die Monatsblutung verändern. Einen wichtigen Einfluss auf die Menstruation haben Hormone, die mal zu viel, mal zu wenig vorkommen.

Verlängerter Zyklus

Wenn es vom Beginn einer Blutung bis zur nächsten mehr als 31 Tage dauert (Oligomenorrhö), reift der Follikel zu langsam oder nicht ausreichend. Das bedeutet, dass diese Hülle im Eierstock nicht rechtzeitig aufplatzen und damit das weibliche Ei freigeben kann. So verzögert sich die nächste Blutung.

Verkürzter Zyklus (Polymenorrhö)

Kommt die Monatsblutung früher als erwartet, reifen die Follikel schneller. Meist ist das bei jungen Frauen der Fall, die ihre erste Menstruation bekommen – bei ihnen müssen sich die Hormone erst aufeinander einspielen. Auch vor dem Beginn der Wechseljahre kommen solche verkürzten Zyklen vor. Ein verkürzter Zyklus kann auch daraus resultieren, dass der Gelbkörper nicht genügend Progesteron herstellt. Normalerweise entsteht der Gelbkörper nach dem Eisprung. Er produziert das Hormon Progesteron. Dieses sorgt dafür, dass die Gebärmutter ihre Schleimhaut so vorbereitet, dass sich die befruchtete Eizelle dort gut einnisten kann. Wird die Eizelle nicht befruchtet, hört der Gelbkörper nach zwei Wochen mit der Herstellung von Progesteron auf und die Periode setzt ein. Produziert der Gelbkörper nicht genügend Progesteron, fängt die Monatsblutung früher an. Frauen mit einer Gelbkörperschwäche haben oft auch Probleme, schwanger zu werden. Wird das Gelbkörperhormon Progesteron für medizinische Zwecke synthetisch nachgebildet, nennt man es Gestagen.

Übermässig starke Regelblutungen (Hypermenorrhö)

Manchmal ist die Monatsblutung so stark, dass Betroffene sich kaum mehr trauen, das Haus zu verlassen. Ein Grund dafür kann sein, dass die Gebärmutter nicht mehr in der Lage ist, sich richtig zusammenzuziehen. Normalerweise stösst die Gebärmutter durch dieses Zusammenziehen die für das Ei vorbereitete Schleimhaut ab und schliesst durch die Bewegung gleichzeitig die Blutgefässe in der Schleimhaut wieder. Funktioniert diese Kontraktion nicht richtig, wird die Blutung nur schlecht gestoppt. Myome (gutartige Tumoren in der Gebärmutter) oder Polypen in der Schleimhaut können das Zusammenziehen der Gebärmutter ebenfalls behindern. Auch eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) oder Zysten (Endometriose) führt möglicherweise zu übermässigen Blutungen.

Weitere mögliche Ursachen für eine verstärkte Monatsblutung:

  • hormonelle Störungen, etwa eine Gelbkörperschwäche
  • Bluthochdruck
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Herzerkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Fehlbildung der Gebärmutter

Schwache Regelblutung (Hypomenorrhö)

Wenn die Menstruationsblutung so schwach ist, dass Sie weniger als zwei Tampons oder Binden am Tag benötigen, könnte eine Hypomenorrhö vorliegen. Als Ursachen kommen infrage:

  • Östrogenmangel
  • wiederholte Ausschabungen der Gebärmutter
  • Funktionsstörung der Eierstöcke
  • zu hohes oder zu niedriges Körpergewicht
  • Entzündung der Gebärmutter (Endometritis)
  • hormonelle Verhütung mit Gestagenen

Verkürzte oder verlängerte Regelblutungen

Dauert eine Periode nur einige Stunden oder eineinhalb Tage, können hormonelle Veränderungen oder angeborene Anomalien der Gebärmutterschleimhaut der Grund sein. Hält die Monatsblutung länger als sieben Tage an, könnte der Auslöser eine Entzündung von Eierstöcken oder Gebärmutter sein, Stoffwechselkrankheiten, gutartige oder bösartige Tumoren oder Blutgerinnungsstörungen.

Treten vor oder nach der Periode Schmierblutungen auf (leichte Blutungen), ist möglicherweise eine Gelbkörperschwäche oder ein Mangel des Hormons Östrogen die Ursache. In der Mitte eines Zyklus kann der sinkende Östrogenspiegel ebenfalls zu einer Ovulationsblutung führen.

Die Regelblutung bleibt aus (Amenorrhö)

Wann eine Monatsblutung bei jungen Frauen auftritt, ist sehr unterschiedlich. Oft zeigt ein Erfahrungsaustausch mit Müttern und Grossmüttern Parallelen beim Auftreten der ersten Periode. Wenn eine Frau jedoch nach Erreichen des 16. Lebensjahrs keine Monatsblutung hat, sollte sie abklären lassen, ob die Geschlechtsorgane normal ausgebildet sind. Extreme körperliche Anstrengung, etwa im Leistungssport, oder Untergewicht können das typische Einsetzen der Menstruation verhindern.

Hatte eine Frau regelmässig ihre Periode und diese setzt plötzlich oder nach einigen verlängerten Zyklen aus, sprechen Medizinerinnen und Mediziner von einer sekundären Amenorrhö. In den meisten Fällen ist die ausbleibende Periode das Anzeichen einer Schwangerschaft. Allerdings kann selten auch eine Hormonstörung, verursacht durch die Eierstöcke oder das Gehirn, dahinterstecken.

Symptome: Blutungsstörungen begleitet von seelischer Verstimmung

Zusätzlich zu einer verspäteten, zu starken oder zu frühen Periode können bei einer Zyklusstörung auch weitere Symptome auftreten wie:

  • seelische Verstimmung und Gereiztheit bis hin zu Depressionen
  • verstärkte Tendenz zu Akne
  • Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust
  • Wassereinlagerungen
  • Verstärkte Körperbehaarung (Hirsutismus)

Zyklusstörungen: Diagnose durch uns

Günstig ist es, wenn Sie über einen längeren Zeitraum notieren, an welchem Tag Ihre Monatsblutung einsetzt, wie stark sie ist und wie lange diese dauert. Wenn Sie morgens vor dem Aufstehen Ihre Körpertemperatur messen (Basaltemperatur), wissen Sie, wann Ihr Eisprung stattfindet. So können uns genaue Daten für seine Diagnose liefern.

Falls die Regelblutung bei Ihnen ausgesetzt hat, kontrollieren wir erst einmal, ob Sie vielleicht schwanger sind. Fällt der Schwangerschaftstest negativ aus, verabreichen wir Ihnen wahrscheinlich Östrogen oder Gestagen um zu sehen, ob die ausbleibende Blutung hormonelle Ursachen hat.

Ausserdem werden wir Sie nach weiteren körperlichen und psychischen Erkrankungen, Erbkrankheiten und Gewichtsveränderungen befragen. Bei der gynäkologischen Untersuchung tasten wir Scheide, Gebärmutter und Eierstöcke ab, um mögliche Veränderungen zu erkennen. Oft kontrollieren wir durch eine Ultraschalluntersuchung, ob Tumoren vorhanden sind. Seltener setzen wir dabei auch CT, MRT oder eine Gebärmutterspiegelung ein.

Da die weiblichen Hormone ausschlaggebend für den Zyklus sind, lassen wir die Konzentration der Hormone im Blut untersuchen. Dabei geht es um die vorhandene Menge von Östrogen, Gestagen, Androgen und Prolaktin. Wünschen Sie sich ein Kind, kontrollieren wir meist auch das Anti-Müller-Hormon (AMH-Test). Das Anti-Müller-Hormon zeigt, wie viele Eizellen eine Frau produziert.

Blutungsstörungen: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Wenn die Regelblutung einmal zu früh, zu spät oder besonders schwach oder stark auftritt, heisst es erst einmal, Ruhe zu bewahren und Stressfaktoren zu reduzieren. Oft normalisiert sich der Zyklus dann wieder von allein. Überhaupt hilft eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung an der frischen Luft und gesundem Essen, den Körper und damit auch den Zyklus ins Gleichgewicht zu bringen. Insbesondere Unter- und Übergewicht lösen relativ oft Blutungsstörungen aus und sollten vermieden werden. Einen Anhaltspunkt dafür gibt der Body Mass Index (BMI). Auch der Verzicht auf Nikotin, ausreichend Schlaf und Entspannungstechniken unterstützen das körperliche Wohlbefinden.

Bei erblichen Faktoren oder organischen Erkrankungen hilft nur eine medikamentöse oder operative Behandlung. Diese können die Zyklusstörungen in den meisten Fällen gut beheben. Oft müssen die Betroffenen langfristig Hormone nehmen. Einem Kinderwunsch steht dabei meistens nichts entgegen.

Details zu den Behandlungen

Behandelnde Fachbereiche

Klinik für Gynäkologie

Klinik für Reproduktions-Endokrinologie