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Hörsturz

Ein Hörsturz tritt ganz plötzlich ohne Voranzeichen auf. Sie hören plötzlich auf einem Ohr nichts mehr oder fast nichts mehr? Es fühlt sich an, als stecke Watte oder ein Ohrstöpsel im Ohr? Sie haben einen Druck oder anhaltende Geräusche im Ohr? Dann könnte es sich um einen Hörsturz handeln. Auch wenn das aus medizinischer Sicht kein Notfall ist, sollten Sie sich innerhalb von 48 Stunden an einen Arzt oder an eine Ärztin wenden, denn Zeit spielt eine wichtige Rolle. Je früher bei einem Hörsturz therapeutisch interveniert wird, desto besser. In der Schweiz bekommen jährlich 20 von 100‘000 Menschen einen Hörsturz, betroffen ist immer nur ein Ohr. Die Ursachen für einen Hörsturz sind nicht eindeutig geklärt, in der Wissenschaft werden verschiedene Auslöser diskutiert.

Überblick: Was ist ein Hörsturz

Die Forschung geht heute davon aus, dass bei einem Hörsturz die Sinneszellen im Innenohr vorübergehend oder dauerhaft in ihrer Funktion beeinträchtigt sind. Diese auch Haarzellen oder Haarsinneszellen genannten Rezeptoren nehmen die Schallwellen auf, wandeln sie in elektrische Signale um und leiten sie über die Hörschnecke an den Hörnerv im Gehirn. Über feinste Gefässe werden die Haarzellen mit Nährstoffen versorgt. Wenn hier die Durchblutung gestört ist, kann es zu einem Hörsturz kommen. Es werden aber auch noch eine Reihe von anderen Ursachen für einen Hörsturz diskutiert, so vermuten Forschende einen Zusammenhang mit Herz-Kreislaufkrankheiten oder Stress, Entzündungen oder Infektionen. Meist tritt der Hörsturz in späteren Lebensjahren, jenseits der 50, auf. Bei Kindern ist ein Hörsturz sehr selten.

Hörsturz: Ursachen und Risikofaktoren

Eine eindeutige Erklärung für den Hörsturz hat die Wissenschaft bis heute nicht. Man vermutet eine Summe von Faktoren, die dafür sorgen, dass man auf einem Ohr plötzlich nichts oder nur wenig hört. Zum einen kann es die Blut-und Energieversorgung sein, das Innenohr erhält nicht mehr genug Nährstoffe, die beschriebenen Symptome entstehen. Die Durchblutungsstörungen können hervorgerufen werden durch

  • kleine Blutgerinnsel oder verklumpende Blutplättchen, welche die Gefässe verstopfen,
  • Bluthochdruck, hohen Cholesterinspiegel,
  • Arteriosklerose und Durchblutungsstörungen und
  • zu viel Nikotin.

Daneben wird noch eine ganze Reihe von anderen Ursachen für einen Hörsturz vermutet:

  • Virusinfektionen (Herpes, Windpocken)
  • vorangegangene Mittelohrentzündung, Meningitis
  • Autoimmunerkrankungen
  • Erkrankungen der Halswirbelsäule
  • Lärm und Stress
  • Nervenschädigungen
  • Diabetes
  • Tumorerkrankungen

Gerade Stress wird als Auslöser für einen Hörsturz diskutiert, weil man annimmt, dass Adrenalin die Blutgefässe zusammenzieht, was eine schlechte Versorgung der Haarzellen zur Folge haben kann. Genauso können auch geschädigte Haarzellen verhindern, dass der Schall weitergeleitet wird. Als Folge von Virusinfektionen kann das Innenohr beeinträchtigt sein, auch ein Riss der Rundfenstermembran, die Innenohr und Mittelohr verbindet, kommt als Ursache in Betracht. Zum Thema Hörsturz gibt es zahlreiche Studien, allerdings bleiben für die Wissenschaft immer noch Fragen offen und Zusammenhänge nicht eindeutig geklärt. Als Risikofaktoren gelten jedoch ein erhöhter Cholesterinspiegel, zu hoher Blutdruck, das Rauchen sowie chronischer und akuter Stress.

Symptome: Hörsturz

Ein Hörsturz ist ein Ereignis, das in seiner Plötzlichkeit sehr verunsichern kann. Die Betroffenen hören auf einem Ohr abrupt weniger oder nichts mehr. Es kann auch sein, dass sie doppelte Töne wahrnehmen, auf dem einen Ohr in normaler Tonlage, auf dem anderen sehr viel höher oder tiefer. Auch das zu merken, kann Ängste verursachen. Daneben kann ein dumpfes Druckgefühl im Ohr vorkommen, Tinnitus-Geräusche können damit einhergehen, in einigen Fällen klagen die Betroffenen über Schwindel. Über Schmerzen sprechen die Betroffenen nicht, wohl aber wird in einigen Fällen ein taubes Gefühl an der Ohrmuschel beschrieben. Tinnitus-ähnliche Geräusche wie Pfeifen oder Klingeln werden manchmal auch wahrgenommen.

Hörsturz – Was Sie tun sollten

Wenn Sie eines der beschriebenen Symptome bemerken, dann bewahren Sie zunächst einmal Ruhe. Ein Hörsturz kann auch innerhalb einiger Zeit von selbst wieder vergehen. Fachleute sprechen dann von einer Spontanremission (unerwartete Besserung oder Heilung). Medizinisch wird ein Hörsturz heute nicht mehr als akuter Notfall eingestuft, wohl aber sollten Sie innerhalb der nächsten 48 Stunden zu uns kommen. Wir werden das Ohr genau untersuchen, um als mögliche andere Ursache Ihres plötzlichen Hörverlustes auszuschliessen. Wenn die Diagnose Hörsturz feststeht, werden wir eine Therapie mit Ihnen besprechen, die den Heilungsprozess des Ohres unterstützt.

Vorsichtig sollten Sie allerdings sein, wenn zu dem Hörsturz weitere Symptome wie Schwindel, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Sprachprobleme kommen, denn dann könnte es sich um einen Schlaganfall handeln und das bedeutet, unverzügliches Handeln und sofort in die nächste Ambulanz.

Hörsturz – Diagnose bei uns

Wir werden bei einem Hörsturz feststellen, wo genau die Ursache für die Hörstörung liegt. Wir werden die Funktionsfähigkeit des Ohres testen und mit einer Ohrmikroskopie (Ohrspiegelung) schauen, wie der Gehörgang aussieht oder ob das Trommelfell geschädigt ist. Wir werden den Blutdruck messen, um daraus Rückschlüsse ziehen zu können. Zur Diagnostik gehören ausserdem umfangreiche Hörtests mit Stimmgabel oder Tonaudiogramm. Ein Hörsturz kann in unterschiedlichen Frequenzbereichen auftreten und verschiedene Schweregrade haben:

Mit einer Tympanometrie kann die Schwingungsfähigkeit des Trommelfells getestet werden, was eine Aussage über Störungen im Mittelohr geben kann. Eine Prüfung des Gleichgewichtssystems, das seinen Sitz wie die Hörschnecke im Innenohr hat, kann ebenfalls zum Untersuchungsprogramm gehören. Sollte sich der Hörverlust trotz adäquater Therapie nicht erholen, kann auch eine Kernspintomographie des Schädels indiziert sein.

Hörsturz: Vorbeugen, Verlauf, Prognose

Einem Hörsturz können Sie in gewissem Rahmen mit einer bewussten Lebensführung vorbeugen, denn oft tritt ein Hörsturz in Verbindung mit grossem Stress auf. Daher können Strategien, um mit Konflikten besser umzugehen, und Entspannungstechniken, um das Vegetative Nervensystem herunterzufahren, bei der Vorbeugung helfen. Und sie sollten erst recht eingesetzt werden, wenn Sie bereits einmal einen Hörsturz hatten. Daneben sollten Sie erhöhte Lärmbelastungen meiden, die feinen Haarzellen nehmen Schaden bei Lärm und das kann wiederum einen Hörsturz zur Folge haben. Wenn Sie auf eine ausgewogene, fettarme Ernährung achten, halten Sie Ihre Blutfettwerte unter Kontrolle und beugen nicht nur einem Hörsturz vor. Rauchen und Nikotin schädigt die Gefässe, Sie sollten deshalb darauf verzichten. Mit regelmässiger Bewegung tun Sie etwas für Ihre Entspannung, unterstützen Ihren Kreislauf und beugen gleichzeitig Bluthochdruck vor.

In vielen Fällen heilt ein Hörsturz von selbst wieder aus. Medizinisch wird er heute nicht mehr als Notfall gesehen, der sofort therapiert werden muss. Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmass der Hörbeeinträchtigung, den Begleitsymptomen, der Vorgeschichte der betroffenen Person und ihrem subjektiven Leidensdruck. Bei nur geringen Hörverlusten werden wir in Absprache mit Ihnen eine gewisse Zeit abwarten, ob sich die Störung von allein gibt. Bei stärkerem Hörverlust wird immer eine Behandlung empfohlen.

Im Einzelfall kann eine dauerhafte Hörbeeinträchtigung bleiben, ein Tinnitus kann entstehen oder das betroffene Ohr kann taub werden.

Details zu den Behandlungen

Behandelnde Fachbereiche

Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie