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Hepatitis C

Hepatitis C ist eine Entzündung der Leber (altgriechisch bedeutet „hepar“ Leber und die griechische Endung „-itis“ steht für Entzündung). Der Krankheitsverlauf einer Hepatitis C ist meistens chronisch.

Durch den oft schleichenden Verlauf mit wenigen Symptomen kann eine unentdeckte Hepatitis C über viele Jahre hinweg zu gravierenden Folgeschäden führen. Bei einer rechtzeitig diagnostizierten Hepatitis C können aber mittlerweile bis zu 90 Prozent der Erkrankten vollständig genesen. Zudem besteht eine Meldepflicht.

Überblick: Was ist eine Hepatitis C?

Wenn das Hepatitis-C-Virus den Körper befällt, führt dies zu einer Entzündung der Leber. Neuere Studien legen nahe, dass das Hepatitis-C-Virus – ein umhülltes, einsträngiges RNA -Virus –, nicht nur wie früher vermutet den Menschen befällt. Auch Nagetiere oder Fledermäuse können als Wirt dienen. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Krankheitssymptomen, liegt zwischen zwei und 26 Wochen. Bei einer akuten Hepatitis C treten Symptome weniger als sechs Monate nach der Infektion auf. Oft bleiben die Beschwerden relativ unauffällig, eine Einschränkung der Leberfunktion ist selten. Hingegen ist bei einer chronischen Hepatitis-C-Erkrankung das Virus länger als sechs Monate im Körper. Ungefähr 75 Prozent aller Hepatitis-C-Fälle nehmen diesen Verlauf. Hier fehlen Symptome möglicherweise auch völlig oder fallen sehr gering und diffus aus. Wenn eine Infektion über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren unentdeckt fortschreitet, können erhebliche Schäden an der Leber entstehen bis hin zur Leberzirrhose.

Hepatitis C – Häufigkeit und Verbreitung

Die Verbreitung von Hepatitis C ist weltweit. Die häufigsten Infektionen findet man in Afrika, in der Region des Westpazifiks und im östlichen Mittelmeerraum. In Europa und Nordamerika sind Hepatitis-C-Fälle seltener. Das Hepatitis-C-Virus wurde im Jahr 1989 entdeckt und kann in sechs verschiedene Genotypen (die Gesamtheit des Erbguts eines Lebewesens) eingeteilt werden. In Afrika ist die häufigste Form der Typ vier, während in den USA und in Europa vor allem die Typen eins, zwei und drei vorkommen. Diese Unterscheidung schlägt sich zwar nicht in Art und Verlauf der Krankheit nieder, ist allerdings für eine Behandlung wichtig.

Hepatitis C: Ursachen und Risikofaktoren

Der Hauptinfektionsweg mit dem Hepatitis-C-Virus ist ein direkter oder indirekter Blutkontakt. Das Virus lässt sich zum Teil auch in weiteren Körperflüssigkeiten wie Sperma und Muttermilch nachweisen. Eine Infektion auf diesem Weg ist aber nicht wahrscheinlich. Ebenso ist ein Übertragungsrisiko durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, Speichelaustausch oder gemeinsame Benutzung von Zahnbürsten oder Rasierern sowie Kontakt zu offenen Wunden sehr gering. Vor Entdeckung des Virus im Jahr 1989 wurde Hepatitis C meistens durch Blut oder Blutprodukte (z.B. Blutkonserven) verbreitet. Seit dies bekannt ist, werden Blutprodukte routinemässig überprüft, um diesen Übertragungsweg auszuschliessen. Demzufolge infizieren sich heute die meisten Betroffenen durch eine gemeinsame Nutzung von Nadeln und Spritzen, beispielsweise im Drogenmilieu, beim Tätowieren oder Piercen mit ungenügenden Hygienestandards. Zusätzliche Risikogruppen sind:

  • Menschen, die eine Dialyse in Anspruch nehmen,
  • Menschen, die Bluttransfusionen erhalten,
  • Menschen, bei denen eine Transplantation durchgeführt wurde und
  • medizinisches Personal.

Viele Infizierte sind sich ihrer Erkrankung nicht bewusst. Häufiger betroffen sind Männer und die Altersgruppe zwischen 25 bis 39 Jahren. Nach einer Infektion setzt sich das Virus nach Vermehrung in den Leberzellen ins Blut frei. Ausserdem nistet sich das Hepatitis-C-Virus in Lymphknoten ein. Da aus den Lymphknoten eine erneute Ansteckung der Leber geschieht, bleibt eine Infektion auch nach einer erfolgreichen Lebertransplantation bestehen. Während einer Schwangerschaft und Entbindung liegt das Übertragungsrisiko von Mutter auf Kind bei unter fünf Prozent. Eine Behandlung der Mutter während der Schwangerschaft ist wegen der Nebenwirkungen nicht möglich. Das Stillen des Säuglings nach der Geburt birgt kein Risiko, solange weder am Mund des Säuglings noch an den Brustwarzen der Mutter offene Stellen eine Blut-zu-Blut-Übertragung möglich machen würden.

Symptome: Hepatitis C

Nach einer Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus kann die Krankheit schon nach zwei Wochen, aber möglicherweise auch erst nach mehreren Monaten, ausbrechen. Der Krankheitsverlauf ist akut oder chronisch und zieht im schlechtesten Fall erhebliche Folgeerkrankungen nach sich. Da die Symptome bei manchen Erkrankten gar nicht oder nur sehr mild auftreten, ist eine gute Selbstbeobachtung für Betroffene die beste Möglichkeit, um eine Hepatitis-C-Infektion zu entdecken. Achten Sie besonders auf folgende Krankheitszeichen:

  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Druckgefühl im rechten Oberbauch
  • Erhöhte Temperatur bis Fieber

Auch eine eingeschränkte Leberfunktion ist eine mögliche Begleiterscheinung einer akuten Hepatitis C. Eine daraus resultierende Gelbsucht (Ikterus) tritt aber selten auf. Diese würde sich in einer Verfärbung von Urin und Stuhl, Gelbfärbung von Haut und Augenweiss und Schwellung der Leber zeigen. Ein akuter Verlauf einer Hepatitis-C-Infektion dauert meistens vier bis acht Wochen. Verläuft die Hepatitis-C-Erkrankung chronisch, dauert also länger als sechs Monate an, macht sich die Entzündung der Leber nur leicht bemerkbar oder bleibt durch den schleichenden Fortschritt sogar unentdeckt. Symptome hierbei können sein:

  • Müdigkeit
  • Einschränkung der Leistungsfähigkeit
  • Unspezifische Schmerzen im Oberbauch
  • Juckreiz
  • Trockene Haut
  • Gelenkschmerzen
  • Vaskulitis (Entzündung der Blutgefässe)

Die an der Leber entstehenden Schäden durch die anhaltenden entzündlichen Prozesse in den Zellen führen zu verschieden starken Schädigungen des Organs. Etwa 30 Prozent der Erkrankten erleiden eine Leberzirrhose. Bis diese vollständig ausgeprägt ist und eine erhebliche Funktionseinschränkung mit sich bringt, können bis zu 30 Jahre vergehen. Unter Umständen machen sich erst dann gravierende Symptome bemerkbar.

Hepatitis C: Diagnose bei uns

Eine Diagnose von Hepatitis C ist durch den schleichenden Verlauf oft schwierig. Die fehlenden oder nur leichten Symptome erschweren eine zielgerichtete Suche durch uns. Daher stellen wir die Infektion häufig zufällig bei einer Blutuntersuchung aus anderen Gründen fest. Sind bestimmte Leberwerte (auch Transaminasen genannt) erhöht, lassen sich durch einen weiteren einfachen Bluttest entweder die Antikörper gegen das Virus oder dessen Bestandteile finden. Wenn Teile des Erbguts des Hepatitis-C-Virus messbar sind, deutet das auf eine andauernde Erkrankung hin. Sind allerdings nur Antikörper vorhanden, liegt der akute Krankheitsverlauf bereits in der Vergangenheit und der Körper ist selbstständig genesen. Bei einer chronischen Infektion werden wir auf weitere Erkrankungen der Leber untersuchen, um andere Infektionen (Hepatitis B, HIV) auszuschliessen. Ultraschall-Verfahren und Gewebeentnahmen bieten zusätzliche diagnostische Möglichkeiten, um weitere Erkenntnisse über den Krankheitsverlauf zu gewinnen.

Hepatitis C: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Gegen das Hepatitis-C-Virus gibt es bisher keine Impfung. Betroffene sind nach einer überstandenen Hepatitis C-Infektion auch nicht immun dagegen. Deshalb ist ein bewusster Umgang mit dem Ansteckungsrisiko wichtig. Das Gesundheitssystem sorgt heutzutage durch höchste hygienische Standards, Tests bei Blutkonserven und allgemein geltende Regeln zur Risikominimierung für einen sehr hohen Schutz. Ergänzend können Sie durch verschiedene Massnahmen eine Infektion verhindern:

  • Medizinisches und pflegendes Personal: Verwenden von Schutzmaterialien, Sterilisieren oder Entsorgung von Gegenständen, die möglicherweise kontaminiert sein könnten, Vermeidung von Nadelstichverletzungen
  • Drogenkonsumenten: Keine gemeinsame Nutzung von Nadeln und Spritzen
  • Betreiber von Tätowier- oder Piercingstudios: Sicherstellung von höchsten hygienischen Standards
  • Schwangere: Verzicht auf unnötige Eingriffe
  • Bei wechselnden Sexualpartnern grundsätzlich Benutzung von Kondomen

Eine Früherkennung ist möglich, wenn Sie sich über eine eventuelle Ansteckung bewusst sind und zeitnah eine Überprüfung Ihrer Blutwerte bei der Ärztin oder dem Arzt veranlassen. Durch die oftmals milde Symptomatik kann eine regelmässige Untersuchung der Leberwerte Aufschluss bieten.

Verlauf und Prognose der Hepatitis C

Die akute Hepatitis C verläuft oft unauffällig und ist häufig schon acht Wochen nach Krankheitsausbruch überstanden. Manchmal kann aber auch eine akute Leberentzündung eintreten; nur in absoluten Einzelfällen kommt es zu lebensbedrohlichen Folgen: Akutem Leberversagen, Entzündung von Bauchspeicheldrüse, Herzmuskulatur oder Lunge. In 75 Prozent der Fälle verläuft eine Hepatitis-C-Erkrankung chronisch. Der Verlauf hängt sehr von der Diagnose und der daraus folgenden Behandlung ab. Schreitet die Leberentzündung über viele Jahre unbemerkt voran, bilden sich möglicherweise Folgeerkrankungen aus:

  • Leberzirrhose: Schrumpfung und Verhärtung des Lebergewebes und Verlust der Funktion der Leberläppchen
  • Leberkrebs
  • Entzündung der Schilddrüse, Niere, Gefässe oder Speichel- und Tränendrüsen

Bei frühzeitiger Intervention ist eine akute Hepatitis C in den allermeisten Fällen heilbar. Bei chronischen Verläufen hängt die Heilungschance vom Genotyp des Hepatitis-C-Virus ab. Hier reichen die Erfolgsquoten von gering bei Typ 1 bis zu 80 % bei Typ 2 oder Typ 3. Sie als betroffene Person können die Heilung durch eine gesunde Lebensweise zur Stärkung von Leber und Immunsystem unterstützen.

Hepatitis C: Behandlung

Eine akute Hepatitis C wird in der Regel vom Körper eigenständig bewältigt. Sie können Ihre Selbstheilungskräfte allerdings durch eine bewusste Lebensgestaltung und verschiedene Medikamente unterstützen. Die Heilungschancen sind extrem hoch. Auch bei einem chronischen Verlauf einer Hepatitis-C-Erkrankung erzielt eine Kombination von Medikamenten und heilungsbegünstigendem Verhalten gute Ergebnisse. Entscheidend ist der Zeitpunkt des Therapiebeginns, um möglicherweise auftretende Folgeschäden zu verhindern.

Behandelnde Kliniken

Klinik für Immunologie

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie