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Gutartige Pankreastumoren

Gutartige Pankreastumoren lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen. Zwar wuchern die Zellen, aber sie dringen nicht in benachbartes Gewebe oder andere Organe ein – jedenfalls zunächst nicht. Einige gutartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse bergen jedoch ein Risiko, zu entarten und bösartig zu werden. Die meisten Betroffenen verspüren zunächst keine Symptome und die Tumoren bleiben unbemerkt. Ärztinnen und Ärzte diagnostizieren sie oft zufällig. Manche gutartigen Tumoren lassen sich erst einmal überwachen, während bei anderen eine Operation ratsam ist.

Überblick: Was sind gutartige Pankreastumoren?

Gutartige Pankreastumoren sind dadurch charakterisiert, dass die Zellen zwar wuchern, aber nicht in umliegendes Gewebe eindringen und auch keine „Ableger“ (Krebsabsiedlungen oder Metastasen) in andere Organe schicken. Bei einer Krebserkrankung, etwa Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom), passiert genau das. Diese Krebsart gilt als besonders aggressiv, gefährlich und schwer behandelbar. Bösartige Tumoren in der Bauchspeicheldrüse sind weitaus häufiger als die gutartigen „Varianten“.

Gutartige Pankreastumoren lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen:

  • Hormonproduzierende (endokrine) Pankreastumoren: Am Wichtigsten ist das Insulinom. Dessen Ursprung liegt in den Langerhans-Zellen der Bauchspeicheldrüse, die das blutzuckersenkende Hormon Insulin herstellen.
  • Zystische Pankreastumoren: Die Zysten beinhalten entweder Flüssigkeit (seröse Zystadenome) oder Schleim (muzinöse Zystadenome). Schleimhaltige Zysten bergen ein erhöhtes Risiko, bösartig zu werden. In die Gruppe der zystischen Pankreastumoren gehört auch die Intraduktale Papilläre Muzinöse Neoplasie (IPMN) – diese Neubildungen ähneln den Polypen im Dickdarm. Es entwickeln sich schleimbildende Strukturen im Hauptgang oder den Nebengängen der Bauchspeicheldrüse.

Die Ursachen für gutartige Pankreastumoren sind oft unklar. Warum die Zellen sich verändern und zu wachsen beginnen, bleibt oft im Dunkeln. Manche gutartigen Tumoren stehen im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen.

Gutartige Tumoren in der Bauchspeicheldrüse bleiben oft lange unentdeckt, weil sie zunächst keine oder kaum Symptome hervorrufen. Oft finden wir sie im Rahmen einer Routineuntersuchung, etwa einer Ultraschalluntersuchung. Einige gutartige Pankreastumoren bedeuten ein erhöhtes Risiko, später bösartig zu entarten. Daher entfernen wir diese Tumoren meist im Rahmen einer Operation. So lässt sich eine Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse oftmals verhindern.

Gutartige Pankreastumoren – Häufigkeit und Alter

Gutartige Pankreastumoren sind vergleichsweise seltene Erkrankungen. Es gibt keine genauen Zahlen darüber, wie viele Menschen an den verschiedenen Arten der gutartigen Tumoren in der Bauchspeicheldrüse erkranken. Deutlich häufiger finden wir bösartige Tumoren der Pankreas, also Bauchspeicheldrüsenkrebs. Auch zum Erkrankungsalter lassen sich keine allgemeinen Aussagen treffen.

Die Intraduktale Papilläre Muzinöse Neoplasie (IPMN) tritt zum Beispiel vorwiegend bei Frauen und Männern im Alter zwischen 60 und 70 Jahren auf. Am muzinösen Zystadenom erkranken Frauen häufiger als Männer, oft schon in jüngeren Jahren. Das seröse Zystadenom kommt bei Frauen ebenfalls häufiger vor.

Dkg Pankreaskarzinom Zentrum Zertifikat

Breites Behandlungsspektrum am USZ

Die Bauchspeicheldrüse ist ein sehr komplexes Organ und gutartige Neubildungen werden mit der stets besser werdenden Bildgebung häufiger als Zufallsbefund diagnostiziert. Unter gutartige bzw. semi-maligne Pankreastumore fallen eine Vielzahl von Läsionen wie Hamartome, lipomatöse Pseudohypertrophien, hormonproduzierende Pankreastumore und Pankreaszysten. Aber auch eine autoimmune Pankreatitis bzw. paraduodenale (“Furchen-“) Pankreatitis können zur Pseudotumorbildung führen. Die genaue Kenntnis dieser verschiedenen Entitäten ist essentiell bei der Erstellung einer genauen Diagnose und der Abgrenzung von bösartigen Tumoren. Zudem haben nicht alle gutartigen Pankreastumore auch einen gutartigen Verlauf und können mit der Zeit entarten. Im Universitätsspital Zürich erfolgt darum bei unklaren Befunden eine interdisziplinäre Vorstellung aus der Gastroenterologie und Chirurgie. Alle Betroffenen werden gemeinsam gesehen und besprochen und die individuelle Therapie für die Patientin oder den Patienten wird interdisziplinär festgelegt. Das Universitätsspital bietet das gesamte Behandlungsspektrum von der konservativen, der endoskopischen wie auch chirurgischen Therapie von gutartigen Pankreastumoren an. Dabei sind die Behandlungen der Betroffenen in die Struktur des Schweizer Zentrums für Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Gallenwegserkrankungen (Swiss HPB Center) eingebettet.

Gutartige Pankreastumoren: Ursachen oft unbekannt

Es gibt verschiedene Arten von gutartigen Pankreastumoren, deren Ursachen noch weitgehend im Dunkeln liegen. Jedenfalls verändern sich bestimmte Zellen in der Bauspeicheldrüse – je nach Art des Tumors betrifft die Veränderung unterschiedliche Zellen. Warum sie stattfindet, ist noch unklar. Anschliessend teilen und vermehren sich die Zellen jedoch übermässig. Allerdings dringen sie nicht in umliegendes Gewebe und andere Organe ein – dies ist ein Charakteristikum von Krebszellen.

Manchmal treten gutartige Pankreastumoren im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auf. So kommt zum Beispiel das Insulinom vermehrt bei den sogenannten multiplen endokrinen Neoplasien (MEN) vor. Hinter dem Sammelbegriff verbergen sich Krebserkrankungen von hormonproduzierenden Drüsen (z.B. Bauchspeicheldrüse, Nebenschilddrüse), deren Ursache ein Gendefekt ist.

Endokrine Pankreastumoren

Zu den häufigsten gutartigen Tumoren in der Bauchspeicheldrüse gehört das Insulinom. Es entsteht aus den Langerhans-Zellen der Pankreas, die das blutzuckersenkende Hormon Insulin herstellen. Das Insulinom ist hormonell aktiv und produziert Insulin. Der Blutzucker sinkt bei Betroffenen daher stark ab. Das Insulinom zählt zu den endokrinen Tumoren. Insulinome heissen auch Inselzelltumore. Meist bilden sie kleine, einzelne Tumoren. Sind mehrere vorhanden, ist dies ein Hinweis auf eine Multiple Endokrine Neoplasie (MEN).

Zystische Pankreastumoren

Zystische Pankreastumoren sind meist mit Flüssigkeit oder Schleim gefüllt. Sie können mehrere Zentimeter gross werden.

  • Seröses Zystadenom: Flüssigkeitsgefüllte (seröse) Tumoren wachsen meist über längere Zeit, bleiben aber fast immer gutartig und gelten als harmlos. Sie kommen häufiger bei Frauen vor. Eine Operation ist nur ratsam, wenn der Tumor Beschwerden verursacht.
  • Muzinöses Zystadenom: Bei schleimhaltigen (muzinösen) Tumoren besteht ein gewisses Risiko, dass sie entarten und Bauchspeicheldrüsenkrebs daraus entsteht, das muzinöse Zystadenokarzinom. Daher entfernen wir diese Vorstufen in der Regel. Auch hier sind Frauen häufiger betroffen.
  • Intraduktale Papilläre Muzinöse Neoplasie (IPMN): Daneben sind polypenähnliche Neubildungen der Bauchspeicheldrüse bekannt – sie ähneln den Polypen im Dickdarm, die entarten und Darmkrebs hervorrufen können. Die Tumoren können die Gänge (den Haupt- und die Nebengänge) der Bauchspeicheldrüse erweitern und Aussackungen entstehen lassen. Wenn sie wachsen, ist dies eventuell ein Hinweis darauf, dass sich Krebs bildet. Auch hier entfernen wir vorsichtshalber die polypenartigen Tumoren im Rahmen einer Operation.

Symptome: Gutartige Pankreastumoren zeigen sich oft erst spät

Gutartige Pankreastumoren verursachen häufig zunächst keine oder kaum Symptome und Betroffene bemerken sie nicht. Oft finden wir die Tumoren in der Bauchspeicheldrüse per Zufall im Rahmen einer Routineuntersuchung. Das gilt zum Beispiel für zystische Pankreastumoren. Manchmal kann die lange Beschwerdefreiheit weitreichende Folgen haben, weil einige gutartige Tumoren sich zu Bauchspeicheldrüsenkrebs weiterentwickeln können. Das gilt zum Beispiel für muzinöse Pankreastumoren, die mit Schleim gefüllt sind. Aber auch die Intraduktale Papilläre Muzinöse Neoplasie (IPMN) kann in einer Krebserkrankung münden.

Die Symptome hängen zudem von der Art des gutartigen Tumors ab, aber auch von seiner Lage und der Ausbreitung. So sind manche Tumoren über die gesamte Bauchspeicheldrüse verstreut, während sie sich manchmal nur in einem bestimmten Teil ansiedeln, zum Beispiel im Schwanzbereich der Drüse.

Zystadenome verursachen beispielsweise oft unspezifische Beschwerden, die auch bei vielen anderen Erkrankungen vorkommen können. Dazu gehören:

  • Bauchschmerzen,
  • Druck- und Völlegefühl im Bauchraum
  • Übelkeit und Erbrechen

Allgemein gilt: Suchen Sie immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf, wenn Sie bislang unbekannte Symptome verspüren, die nicht wieder vergehen. Und nehmen Sie empfohlene Routineuntersuchungen wahr. Auch wenn Sie schon unter bestimmten Krankheiten leiden, sind regelmässige Kontrolluntersuchungen ratsam.

Gutartige Pankreastumoren: Diagnose bei uns

Gutartige Pankreastumoren sind oft Zufallsbefunde. Wir spüren sie meist im Rahmen einer Routineuntersuchung auf. Die Diagnostik beginnt immer mit dem Gespräch zu Ihrer Krankengeschichte, der Anamnese. Wir stellen Ihnen zum Beispiel folgende Fragen:

  • Welche Symptome haben Sie genau?
  • Seit wann bestehen die Beschwerden und wie intensiv sind sie ausgeprägt?
  • Haben Sie sich in der Vergangenheit zwischendurch gebessert oder sind sie kontinuierlich schlimmer geworden?
  • Sind Krankheiten bei Ihnen bekannt? Wenn ja: Welche und wann wurden sie diagnostiziert?
  • Nehmen Sie Medikamente ein? Wenn ja: Welche und seit wann?

Dann folgt in der Regel eine körperliche Untersuchung, bei der wir unter anderem den Bauch abtasten. Folgende Untersuchungen kommen zusätzlich zum Einsatz:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauchraums
  • Computertomografie (CT) – eine Röntgenuntersuchung, bei der Radiologinnen und Radiologen detaillierte Schnittbilder aus dem Körperinneren erstellen. Die Bauchorgane wie Leber oder Bauchspeicheldrüse lassen sich so gut darstellen und Veränderungen werden sichtbar.
  • Magnetresonanztomografie (MRT = Kernspintomografie): Sie funktioniert mit starken Magnetfeldern und erzeugt hochaufgelöste Schnittbilder.
  • Endosonografie: Eine Kombination aus Endoskopie und Ultraschall (Sonografie). Dabei verwenden wir ein spezielles Instrument, das mit einer kleinen Kamera ausgerüstet ist (Endoskop) und fertigen gleichzeitig Ultraschallbilder während der Untersuchung an. Nicht nur das Organ selbst, sondern auch tiefere Wandschichten oder Gänge lassen sich so gut erkennen.
  • Magenspieglung (Gastroskopie): Dabei entnehmen wir Proben – etwa aus den Zysten – um den Inhalt genauer zu analysieren und zwischen gut- und bösartig zu unterscheiden.
  • Blutuntersuchung: Die Blutwerte liefern Hinweise auf den Zustand der Organe.

Gutartige Pankreastumoren: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Die Ursachen von gutartigen Pankreastumoren sind weitgehend unbekannt. Daher gibt es auch keine speziellen Massnahmen zur Vorbeugung oder Früherkennung. Oft diagnostizieren wir gutartige Tumoren in der Bauchspeicheldrüse zufällig im Rahmen einer anderen Untersuchung. Jedenfalls sollten Sie uns immer zeitnah aufsuchen, wenn Sie Beschwerden haben.

Verlauf und Prognose bei gutartigen Pankreastumoren

Der Verlauf und die Prognose bei gutartigen Pankreastumoren lassen sich nicht allgemein vorhersagen. Manche Tumoren in der Bauchspeicheldrüse gelten als harmlos. Wir müssen sie zunächst nicht behandeln, sondern überwachen sie nur. Das lässt sich aber nicht für alle gutartigen Pankreastumore sagen. Denn bei einigen, zum Beispiel muzinösen Pankreastumoren, besteht ein erhöhtes Risiko, dass sie entarten und bösartig werden. Wir müssen sie also möglichst frühzeitig behandeln, damit kein Krebs entsteht.

Gutartige Pankreastumoren: Behandlung hängt von der Tumorart ab

Die Behandlung bei gutartigen Pankreastumoren hängt davon ab, um welche Art von Tumor es sich handelt, wie gross er ist und ob er Beschwerden verursacht.

Details zu den Behandlungen

Behandelnde Kliniken

Comprehensive Cancer Center Zürich

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie

Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie

Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie

Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie