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Gonorrhö

Tripper

Tripper, auch Gonorrhö genannt, ist eine häufige Geschlechtskrankheit. Die wenigsten sprechen darüber, dennoch ist Tripper weltweit verbreitet. Pro Jahr erkranken schätzungsweise 100 Millionen Menschen daran. Die Therapie ist meist einfach, wird aber aufgrund fehlender Symptome häufig gar nicht oder spät eingeleitet.

Überblick: Was ist Gonorrhö?

Der Begriff „Tripper“ kommt vom niederdeutschen „drippen“, was „tropfen“ bedeutet. Die Herkunft des Wortes zeigt bereits, wie sich die Geschlechtskrankheit häufig äussert: Tripper macht sich unter anderem durch Ausfluss bemerkbar, der allerdings auch recht unscheinbar sein oder auch ausbleiben kann.

Die Geschlechtskrankheit ist zunächst harmlos, kann aber weitreichende Konsequenzen haben, wenn sie unbehandelt bleibt. Im schlimmsten Fall führt sie zu Unfruchtbarkeit. Das ist vor allem bedenkenswert, weil die meisten Betroffenen zwischen 15 und 25 Jahre alt sind und die Familienplanung häufig noch nicht abgeschlossen ist.

Gonorrhö lässt sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln. Holen Sie also ärztlichen Rat ein, wenn Sie den Verdacht haben, mit der Geschlechtskrankheit infiziert zu sein.

Gonorrhö: Ursachen und Risikofaktoren

Die sogenannten Gonokokken, auch Neisseria gonorrhoeae genannt, sind Auslöser der Erkrankung. Sie kommen nur beim Menschen vor. Ausserhalb des Körpers sind sie Kälte und Sauerstoff ausgesetzt und damit einem Milieu, in dem sie nicht überlebensfähig sind.

Die Keime setzen sich auf den Schleimhäuten fest, besonders in den Harn- und Geschlechtsorganen. Bei ungeschütztem Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr können sich die Erreger ausbreiten und die Partnerin oder den Partner infizieren. Besonders Menschen, die häufig ihre Partnerin oder ihren Partner wechseln, haben ein erhöhtes Tripper-Risiko. Auf der Toilette oder auf anderen Infektionswegen ist eine Ansteckung nicht möglich.

Erkrankt eine schwangere Frau an Tripper, übertragen sich die Bakterien während der Geburt auf das Baby. Das Kind entwickelt dann allerdings keine Geschlechtskrankheit, sondern die Gonokokken siedeln sich in der Bindehaut der Augen an, was zu einer eitrigen Entzündung führen kann. Tripper ist bei Schwangeren jedoch selten und wird bei der vorgeburtlichen Untersuchung häufig erkannt.

Symptome: Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen

Da sich die Bakterien in den Geschlechtsorganen ansiedeln, treten dort die typischen Symptome auf. Die Ausprägung der Beschwerden unterscheidet sich allerdings bei Männern und Frauen. Meist treten die Symptome zwei bis fünf Tage nach der Infektion auf. In seltenen Fällen kann es auch nur einen Tag oder bis zu zwei Wochen dauern, bis sich Tripper bemerkbar macht.

Diagnose Gonorrhö

Sollten Sie den Verdacht haben, an Tripper erkrankt zu sein, lassen Sie sich ärztlich untersuchen. Die Diagnostik ist einfach: Wir nehmen Abstriche der betroffenen Regionen, zum Beispiel des Gebärmutterhalses oder der Harnröhre, und analysieren sie. In manchen Fällen betrachten wir das Ausstrichpräparat auch unter dem Mikroskop, zum Beispiel bei Männern mit typischen Tripper-Symptomen.

Um sicher zu gehen, dass wirklich eine Gonorrhö vorliegt, ist es häufig notwendig, die Bakterien zum Wachstum anzuregen und eine Kultur anzuzüchten. Bakterien-Kulturen sind ausserdem nützlich, um die Keime auf eine mögliche Antibiotikaresistenz zu testen. Männer können auch eine Urinprobe abgeben, um Tripper nachzuweisen. Welches Diagnoseverfahren in Ihrem Fall angewendet wird, erklären wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch.

Gonorrhö: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Da Tripper vor allem bei Geschlechtsverkehr übertragen wird, ist die Verwendung von Kondomen ratsam. Das gilt besonders für Menschen mit oft wechselnden Partnern, da bei ihnen die Ansteckungsgefahr besonders hoch ist. Menschen in lang andauernden Partnerschaften erkranken seltener an Gonorrhö.

Das Kondom schützt nicht nur vor Tripper, sondern auch vor ungewollten Schwangerschaften, HIV, Hepatitis B, Syphilis und einer HPV-Infektion. HPV ist ein Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs. Aufgrund all dieser Vorteile ist das Kondom das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel.

Kondome bieten aber nur ausreichend Schutz, wenn sie korrekt angewandt werden. Beim Öffnen der Verpackung sollten sie nicht mit einer Schere oder spitzen Fingernägeln in Berührung kommen. Ausserdem sollten sie nicht mehrfach verwendet werden. Achten Sie auch auf das Haltbarkeitsdatum.

Es gibt momentan keinen Impfstoff gegen Tripper. Kondome sind die einzige Präventivmassnahme. Zu erwähnen ist allerdings, dass Gonokokken auch beim Oralverkehr übertragen werden können.

Verlauf und Prognose (Gonorrhö)

Wer frühzeitig Symptome erkennt und Tripper fachgerecht behandeln lässt, hat in der Regel eine gute Prognose. Meist heilt Gonorrhö folgenlos aus. Allerdings kann es sein, dass sich Betroffene zu einem späteren Zeitpunkt erneut anstecken. Eine einmalige Infektion gewährleistet keine lebenslange Immunität wie bei anderen Infektionskrankheiten. Präventionsmassnahmen sind also auch bei früheren Infektionen wichtig.

Bleibt die Behandlung aus, können schwerwiegende Komplikationen wie Unfruchtbarkeit auftreten. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen kann es sein, dass sie später keine Kinder mehr zeugen können.

Wenn sich Tripper im Körper ausbreitet, treten möglicherweise weitere Komplikationen auf. Das ist jedoch selten der Fall.

Möglich sind:

  • Hautentzündungen mit Pusteln
  • Bindehautentzündung: Typische Symptome sind rote, brennende Augen, Juckreiz, Lichtscheu, verstärkter Tränenfluss, Schwellungen, Verklebungen und Druckgefühle am Auge.
  • Herzinnenhautentzündung: Mögliche Beschwerden sind Fieber, Schüttelfrost, Appetitlosigkeit und Schwitzen.
  • Gelenkentzündung

Bindehautentzündungen können auch bei Babys entstehen, deren Mutter an Gonorrhö erkrankt ist. Sie kann zu Hornhautgeschwüren führen, die das Kind im schlimmsten Fall erblinden lassen. Verhindern lässt sich die Infektion des Kindes durch die Credé-Prophylaxe. Das Baby erhält bei Bedarf Augentropfen mit Antibiotika, die die Erreger abtöten.

Gonorrhö: Behandlung mit Antibiotika

Die einzige Behandlungsmöglichkeit ist die Gabe von Antibiotika. Die Standardtherapie ist eine Spritze mit Ceftriaxon und zusätzlich Azithromycin, welches die Erkrankten schlucken müssen. In der Regel reicht eine einmalige Behandlung aus, um die Bakterien zu beseitigen. Während der Therapie sollten Betroffene auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Manche leiden gleichzeitig an einer Chlamydien-Infektion, einer ebenfalls häufigen Geschlechtskrankheit. In diesem Fall haben sich weitere Bakterien in den Harnwegen oder den Geschlechtsorganen eingenistet, wo sie ähnliche Symptome auslösen wie Tripper-Erreger. Behandelt werden sie ebenfalls mit Antibiotika.

Wurde bei Ihnen Tripper festgestellt, sollte sich Ihre Partnerin oder Ihr Partner ebenfalls untersuchen lassen. Einerseits ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie oder er ebenfalls infiziert ist. Andererseits sorgt eine Behandlung dafür, dass Sie sich nicht erneut anstecken.

Tripper-Behandlung in der Zukunft

Es gibt mittlerweile Gonokokken, die antibiotikaresistent sind. Das stellt die Fachleute vor eine Herausforderung. Die Bakterien geben einmal entwickelte Resistenzen weiter, so dass damit zu rechnen ist, dass in Zukunft mehr schwer zu behandelnde Fälle auftreten werden. Es gibt bereits Wirkstoffe, die früher gegen Gonorrhö geholfen haben, mittlerweile aber ihre Wirkkraft eingebüsst haben. Vereinzelt traten sogar Fälle auf, bei denen kein einziges zur Verfügung stehendes Antibiotikum half. Mit weiter fortschreitender Antibiotikaresistenz wird der Bedarf nach neuen Medikamenten vermutlich steigen.

Momentan lassen sich jedoch viele Erkrankte gut mit den zur Verfügung stehenden Antibiotika behandeln. Wir können vor der Therapie testen, ob eine Resistenz auf einen bestimmten Wirkstoff vorliegt und bei Bedarf entsprechend reagieren. Lassen Sie sich zu diesem Thema am besten bei uns beraten.

Behandelnde Kliniken

Dermatologische Klinik

Klinik für Gynäkologie