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Glioblastom

Das Glioblastom zählt zur Gruppe der Gliome (Hirntumore) und ist die bösartigste Form einer Gewebeentartung im Gehirn. Es tritt meist im Grosshirn auf. Das Glioblastom entsteht aus bestimmten Zellen des Stützgewebes (Glia) im Gehirn und hat eine ungünstige Prognose.

Eine Studie des Universitätsspitals Zürich zeigt aber, dass sich die Überlebensraten für Glioblastom-Patientinnen und -Patienten im Kanton Zürich in den letzten Jahren verbessert haben.

Gründe hierfür sind die Fortschritte in der Mikroneurochirurgie, die noch präzisere und weniger belastende Strahlentherapie, die verbesserte Behandlung mit Chemotherapeutika und neuen Medikamenten sowie die Behandlung durch multidisziplinäre Teams. Bei der Behandlung von Hirntumoren wirken viele medizinische Fachdisziplinen zusammen: Neuropathologie, Neuroradiologie, Nuklearmedizin, Neurochirurgie, Radio-Onkologie, Neurologie und Internistische Onkologie.

Überblick: Was ist ein Glioblastom

Das Gehirn besteht aus verschiedenen Zellarten und Tumore werden medizinisch unterteilt nach dem Zelltyp, aus dem sie sich entwickeln. Gliome entstehen aus den Stützzellen. Sie werden in verschiedene Gruppen gegliedert und je nach ihrer Bösartigkeit von der Weltgesundheitsorganisation WHO mit einem Grad versehen:

  • WHO-Grad I: Es ist ein gutartiger Tumor, der langsam wächst und eine günstige Prognose besitzt.
  • WHO-Grad II: Der Tumor ist nicht mehr gutartig und hat die Tendenz, nach einer Behandlung wiederzukehren.
  • WHO-Grad III: Der Tumor ist bösartig
  • WHO-Grad IV: Der Tumor ist sehr bösartig, wächst schnell und besitzt eine ungünstige Prognose.

Weitere Begriffe:

  • Astrozytome: Sie entstehen aus Gliazellen und treten in allen vier WHO-Graden auf.
  • Glioblastom: Ein bösartiges Astrozytom, WHO-Grad IV
  • Oligodendrogliom: Es entsteht aus bestimmten Gliazellen, den Oligodendrozyten und kommt in unterschiedlichen WHO-Graden vor.
  • Ependymome: Sie entwickeln sich aus der Wand der Gehirnkammern.

Zu den wenigen bekannten Risikofaktoren für die Entstehung eines Glioblastoms gehören eine Strahlentherapie des Gehirns in der Kindheit und sehr seltene genetische Syndrome. Bei den meisten Patienten liegen diese Risikofaktoren allerdings nicht vor.

Häufigkeit und Alter

In der Schweiz erkranken jährlich drei von 100‘000 Menschen an einem Glioblastom. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Das Erkrankungsalter bei einem Glioblastom liegt am häufigsten zwischen dem sechsten und siebten Lebensjahrzehnt.

Bei psychischer Belastung

Jede körperliche Erkrankung kann auch mit psychischen Belastungen verbunden sein. Diese kann sich unter anderem in Sorgen, Anspannung, Gedankenkreisen oder Schlafstörungen zeigen und den Behandlungsverlauf erschweren. Falls Sie oder Ihre Angehörigen den Wunsch nach psychiatrisch-psychologischer Beratung und Unterstützung haben, stehen Ihnen unsere Fachleute im USZ gerne zur Verfügung.

Symptome: Glioblastom

Glioblastome und viele andere gut- und bösartige Hirntumoren können viele verschiedene Symptome verursachen. Teilweise rufen sie Kopfschmerzen hervor, die jedoch auch ganz andere (harmlose) Gründe haben können. Dazu können viele weitere Beschwerden kommen, die aber ebenfalls nicht spezifisch für Glioblastome sind. Sie können auch bei vielen anderen neurologischen Erkrankungen vorkommen. Insbesondere hängen die Symptome davon ab, an welcher Stelle im Gehirn sich der Tumor befindet und welche Zentren beeinträchtigt sind. Beispiele sind:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindelgefühle
  • Krampfanfälle (Epilepsie): Dabei „feuern“ und entladen sich Nervenzellen unkontrolliert. Vor allem bei Erwachsenen ist ein erstmals auftretender Anfall ein Alarmzeichen.
  • Bewusstseinsstörungen – von Benommenheit bis hin zum Koma
  • kognitive Störungen, zum Beispiel Vergesslichkeit, Störungen des Denkens, der Konzentration und Aufmerksamkeit
  • neurologische Störungen, zum Beispiel Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Empfindungsstörungen (zum Beispiel Hitze, Kälte, Berührung, Druck), Sprach-, Seh-, Schluck-, Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Gangunsicherheit, Schwerhörigkeit
  • Veränderungen des Wesens und der Persönlichkeit, zum Beispiel Reizbarkeit, Aggressivität, Antriebslosigkeit, Teilnahmslosigkeit, Desorientierung, Ängste, Depressionen

Wenn der Tumor schnell wächst und sich ausbreitet, spüren Betroffene schon früh die ersten Symptome. Holen Sie auf ärztlichen Rat ein, wenn Sie solche Symptome bei sich feststellen.

Glioblastom – Diagnose durch uns

Bei der Anamnese ist es wichtig, dass Sie uns alle Medikamente nennen, die Sie zur Zeit einnehmen. Wir werden Sie nach Ihrer Krankengeschichte fragen und sich von Ihnen die Symptome, deren Dauer und Häufigkeit beschreiben lassen. Zur Diagnostik des Glioblastoms gehört folgendes Vorgehen:

Eine neurologische Untersuchung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt steht am Anfang jeder Abklärung. Daran schliesst sich in der Regel ein bildgebendes Verfahren an, das weitere Klarheit gibt. Liegt wirklich ein Gehirntumor vor, dann geht es mit der weiteren Diagnostik darum, ihn genau zu lokalisieren sowie seine Grösse und Ausdehnung festzustellen. Mithilfe einer Magnetresonanztomografie (MRI) ist das umfassend möglich. Eine weitere bildgebende Untersuchungsmethode ist die Positronenemissionstomographie (PET). Diese Untersuchungen sind etwas zeitaufwendig, aber nicht schmerzhaft und werden ambulant durchgeführt.

Um eine definitive Diagnose zu ermöglichen ist in der Regel eine Gewebeentnahme notwendig. Das Tumorgewebe wird im Rahmen einer Operation gewonnen. Der chirurgische Eingriff hat zudem zum Ziel, möglichst viel des Tumors zu entfernen. Manchmal befindet sich der Tumor jedoch an einer ungünstigen Stelle und eine Operation ist nicht möglich, weil das Risiko, das es zu neurologischen Störungen kommt, gross ist. In diesem Fall wird im Rahmen eines kleineren Eingriffs eine Biopsie durchgeführt, die Klarheit über die Diagnose schafft.

Glioblastom: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Möglichkeiten, einem Glioblastom vorzubeugen oder es im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung zu entdecken, gibt es nicht. Die Prognose für diesen bösartigsten Hirntumor ist leider nicht günstig, aber Forschung und Medizin haben in den letzten Jahren einige Fortschritte erzielt und es kommt regelmässig zu neuen Erkenntnissen und Therapieansätzen.

Am Hirntumorzentrum werden wir Sie ausserdem beraten, ob eine Behandlung im Rahmen einer klinischen Studie möglich ist, um Ihnen Zugang zu neuen und vielversprechenden Therapiemöglichkeiten zu geben. Wir stehen auch sehr gerne für eine Zweitmeinung zur Verfügung.

Fortschrittlichste Behandlung am USZ

Sie erhalten bei uns eine umfassende Beratung bei Verdacht auf ein Glioblastom oder bei einer bereits gesicherten Diagnose. Es stehen Ihnen Expertinnen und Experten aus allen Fachrichtungen zur Verfügung, die für die Diagnostik und Therapie Ihrer Erkrankung hilfreich sein können. Im Rahmen unseres Hirntumorzentrums bieten wir eine Behandlung aus einer Hand, die zum Ziel hat, auf Ihre persönlichen Bedürfnisse einzugehen und Ihnen die beste und fortschrittlichste Behandlung zukommen zu lassen. Am USZ halten wir die modernsten Geräte und Therapiefahren zur Verfügung, die ein individuelles Behandlungsschema für Sie ermöglichen. Gerne können Sie sich auch für eine Zweitmeinung an uns wenden.

Glioblastom: Behandlungen und Therapie

Die Therapie eines Glioblastoms umfasst die Operation, Bestrahlung und die Systemische Therapie (Behandlung mit verschiedenen Medikamenten).

Manchmal wird vor der Operation eine Embolisation durchgeführt bei der die zum Tumor führenden Blutgefässe verschlossen werden. Dadurch wird die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Tumors eingeschränkt.

Es besteht auch die Möglichkeit einer begleitenden komplementärmedizinischen Behandlung.

Komplementärmedizinische Behandlung

Es besteht auch die Möglichkeit einer begleitenden komplementärmedizinischen Behandlung.

Behandelnde Fachbereiche

Comprehensive Cancer Center Zürich

Klinik für Neurochirurgie

Klinik für Neurologie

Klinik für Neuroradiologie

Klinik für Nuklearmedizin

Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik

Klinik für Radio-Onkologie