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Ganglion

Meist am Handgelenk, manchmal auch am Fuss, am Knie oder Finger bildet sich ein deutlich sichtbarer Knubbel: ein Ganglion. Traditionell wird diese Erkrankung oft als Überbein bezeichnet, was die Sache jedoch eigentlich nicht trifft. Denn es geht dabei nicht um eine Verknöcherung, sondern um eine flüssigkeitsgefüllte Tasche. Doch keine Sorge: Ein Ganglion verursacht keine bösartigen Beschwerden und stört vor allem durch sein Aussehen. In vielen Fällen verschwindet das Ganglion nach einiger Zeit von alleine wieder. Wenn es jedoch schmerzt oder die Bewegung behindert, können wir es auch entfernen.

Was ist ein Ganglion?

Ein Ganglion tritt an einer Gelenkkapsel oder Sehnenscheide auf, jedoch deutlich häufiger am Gelenk. Das Gelenk ist von einem Bindegewebe umgeben, der Gelenkkapsel, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Hält dieses Bindegewebe nicht gut, kann es passieren, dass Flüssigkeit austritt und ein Ganglion entsteht. Diese gallertartige Flüssigkeit besteht aus Schleimstoffen und Hyaluronsäure. Das Ganglion ist über eine schmale Verbindung weiterhin mit der Gelenkkapsel verbunden und lässt sich deshalb kaum auf dem Arm oder Fuss verschieben. Es ist meist deutlich unter der Haut zu fühlen und zu sehen. In seltenen Fällen kann sich so eine Zyste jedoch auch am Handgelenk bilden, ohne dass es von aussen erkennbar wird. Dann deuten nur Schmerzen auf dieses Ganglion hin. An einer Sehnenscheide entsteht ein Ganglion recht selten.

Handgelenk einer Frau mit einem Ganglion

Ein Ganglion wächst nur sehr langsam und wird in vielen Fällen nicht grösser als eine Erbse. Anders als ein bösartiger Tumor richtet das gutartige Überbein keinen grösseren Schaden an, auch wenn es zu den Weichteiltumoren zählt. Das Ganglion ist harmlos. Allerdings kann es passieren, dass ein Ganglion auf einen Nerv drückt. Dadurch entstehen Schmerzen oder sogar ein Taubheitsgefühl im betroffenen Körperteil. In so einem Fall entfernen wir das Überbein. Hat eine betroffene Person keine Beschwerden, ist es meist sinnvoll, erst einmal abzuwarten. Auf keinen Fall sollten Betroffene versuchen, das Ganglion selbst zu beseitigen: Die Gefahr von Entzündungen ist dabei hoch und die Erfolgswahrscheinlichkeit niedrig. Denn Ganglien neigen dazu, sich nach Entfernung sofort neu zu bilden.

Ganglion: Häufigkeit und Alter

Ein Ganglion tritt eher bei jüngeren Menschen auf. Meist entsteht es zwischen dem zehnten und 50. Lebensjahr, am häufigsten bei jungen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren. Frauen entdecken dreimal so häufig ein Überbein an ihren Gelenken wie Männer. Das liegt daran, dass sie ein schwächeres Bindegewebe haben. In zwei Drittel aller Fälle bildet sich diese Zyste an der Oberseite des Handgelenks. Theoretisch können Ganglien an allen Gelenken entstehen. Meist sind neben den Handgelenken jedoch Fingergelenke betroffen. Manchmal bilden sich auch an verschiedenen Stellen des Körpers gleichzeitig solche Überbeine.

Ganglion: Ursachen und Risikofaktoren

Die Gelenkkapsel umschliesst die beiden Teile eines Gelenks und enthält Flüssigkeit, damit sich das Gelenk gut bewegen kann. Bei einem Ganglion produziert das Gelenk zu viel Flüssigkeit. Dadurch beult das Bindegewebe der Gelenkkapsel aus, um Platz zu schaffen. So entsteht ein Ganglion. Warum jedoch bei manchen Menschen zu viel Gelenksflüssigkeit entsteht, ist noch nicht endgültig geklärt. Folgende Ursachen haben Fachleute jedoch im Verdacht:

  • vorhergegangenes Gelenktrauma, etwa durch eine Verrenkung, Auskugelung oder einen Bänderriss
  • Arthrose: natürliche Abnutzung und Verschleiss
  • Rheumatische Erkrankungen, Gicht: Sie führen oft zu vermehrter Produktion von Gelenkflüssigkeit
  • Entzündung des Gelenks
  • übermässige Belastung, etwa bei ungewohnter sportlicher Betätigung oder eintöniger Bewegung (beispielsweise bei Handarbeiten)

Symptome: Ganglion stört vor allem optisch

Auffällig ist der Knubbel, der meist am Handgelenk, manchmal auch an den Fingern oder am Fuss und sehr selten an der Schulter oder am Ellenbogen entsteht. Maximal kann er die Grösse einer Kirsche erreichen, oft bleibt er jedoch kleiner. Er fühlt sich jedoch nicht heiss an, da ein Überbein nicht entzündet ist. Ein Ganglion kann in seltenen Fällen recht schnell, meist aber langsam über mehrere Wochen oder Monate hinweg wachsen. Auf Druck schmerzt das Überbein in den meisten Fällen. Manche Betroffene haben auch dauernd oder nur bei Bewegung des Gelenks oder starker Beugung Schmerzen. Andere spüren gar nichts und betrachten das Ganglion als rein kosmetisches Problem.

Weitere Beschwerden, die durch Ganglien in seltenen Fällen entstehen können:

  • Schmerzen im Oberarm: Wenn Nerven oder Blutgefässe durch die Verdickung eingeklemmt werden, können die Schmerzen in den gesamten Arm ausstrahlen.
  • Taubheitsgefühl: Auch ein Taubheitsgefühl in den betroffenen Gliedmassen kann in diesem Fall entstehen. Manche Betroffene empfinden das auch als Kribbeln.
  • Deformierte Nägel: Falls sich am Fingerendgelenk ein Ganglion bildet, kann es die Nagelwurzel beeinträchtigen und zu deformierten Nägeln führen.
  • Einschränkung der Beweglichkeit: Je nachdem, an welcher Stelle genau das Ganglion entsteht, kann auch die Beweglichkeit des Gelenks eingeschränkt sein.
  • Weniger Griffstärke: Insbesondere bei Ganglien am Finger bekommen Betroffene häufig Problemen beim Greifen.

Ganglion: Diagnose bei uns

In den meisten Fällen ist das Ganglion von aussen gut sicht- und spürbar. Wir werden fühlen, ob es sich dabei um ein festes Knötchen oder eine flüssigkeitsgefüllte Zyste handelt. Ausserdem probieren wir aus, ob sich das Gelenk normal bewegen lässt oder ob es in bestimmter Stellung oder Beugung Schmerzen verursacht. Wir untersuchen auch, ob die Schwellung Einfluss auf die Durchblutung des betroffenen Körperteils hat.

Mit einer Ultraschalluntersuchung kontrollieren wir, ob es sich bei dem Knubbel wirklich um ein Ganglion handelt und nicht um einen bösartigen Tumor, ein Blutschwämmchen oder ein Lipom. Befürchten wir, dass ein Gelenkverschleiss das Ganglion verursacht hat, geben wir ein Röntgenbild in Auftrag. Klagt die betroffene Person über Schmerzen im Gelenk, ohne dass von aussen etwas zu sehen und zu fühlen ist, ziehen wir manchmal auch eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomografie) zu Rate. Dadurch erhalten wir ein noch genaueres Bild des Gelenks. Sollten Sie an mehreren Stellen des Körpers solche Zysten haben, weisen Sie uns darauf hin.

Ganglion: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Sie können einiges selbst tun, um ein Ganglion zu verhindern. Wichtig ist eine ausgewogene Bewegung, bei der alle Gelenke des Körpers regelmässig trainiert werden. Gleichzeitig sollten Sie eine übermässige und einseitige Belastung einzelner Gelenke, etwa bei Handarbeiten oder bestimmten Sportarten, vermeiden. Nach Sport- und Unfallverletzungen wie Bänderrissen, Verstauchungen oder Sehnenrissen sollten Sie diese gründlich auskurieren und uns im Zweifelsfall zu Rate ziehen. Bei typischen Gelenkverschleisskrankheiten wie Arthrose empfiehlt es sich, unsere Ratschläge zu befolgen.

Wer viel am Computer arbeitet, kann ebenfalls vorbeugen gegen ein Ganglion: Denn die Anspannung des Handgelenks kann ein Überbein begünstigen. Deshalb sollten Sie auf eine gerade Haltung vor der Tastatur mit optimaler Hand- und Armposition achten. Zwischendurch sollten Sie kurze Entspannungsübungen einfügen, beispielsweise gezielte Dehnungsübungen machen und Arme und Finger lockern.

Verlauf und Prognose bei einem Ganglion

In vielen Fällen heilt ein Ganglion nach einiger Zeit von alleine ab. Doch egal, ob es von alleine verschwindet, punktiert oder operiert wird: Die Gefahr, dass ein Ganglion irgendwann zurückkehrt (Entwicklung eines Rezidivs), ist gross. Etwa ein Viertel aller Ganglien bilden sich im Laufe der Zeit an der gleichen Stelle wieder neu. Am ehesten können wir das verhindern, wenn die Ursache eindeutig ist – etwa eine Krankheit im Gelenk, die behandelt werden kann. Da in den meisten Fällen jedoch keine klare Ursache erkennbar ist, lässt sich auch das erneute Auftreten eines Überbeins nicht verhindern.

Nach einer Operation schützt ein Verband die Wunde. Sie dürfen die Hand oder den betroffenen Körperteil jedoch sofort wieder benutzen, solange keine Schmerzen auftreten. Manchmal erhalten Operierte auch eine Schiene, um das Gelenk nach der Operation stillzulegen und damit die Schmerzen zu reduzieren. In der ersten Zeit nach einer Punktion oder Operation sollten Sie das Gelenk schonen. Nach rund vier bis sechs Wochen dürfen Sie es wieder voll belasten. Falls die Beugung des Gelenks eingeschränkt ist, helfen Übungen, die ein Handtherapeut den Betroffenen zeigen kann. Sie sollten Sie regelmässig zu Hause durchführen.

Behandlung eines Ganglions

Hat eine betroffene Person keine Schmerzen, empfehlen wir, erst einmal abzuwarten. Denn viele Ganglien bilden sich nach einiger Zeit von alleine zurück. Insbesondere bei Kindern ist eine Behandlung selten nötig. Treten jedoch Schmerzen auf, raten wir zu einer Behandlung.

Details zu den Behandlungen

Behandelnde Kliniken

Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie