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Eileiterschwangerschaft

Bei einem Kinderwunsch kann positiven Schwangerschaftstest ein Glücksgefühl auslösen. In seltenen Fällen jedoch ist der Jubel verfrüht: Insbesondere bei Frauen, die schon einmal an den Eileitern operiert wurden oder an Infektionen der Geschlechtsorgane litten, kann eine Eileiterschwangerschaft auftreten.

Überblick: Was ist eine Eileiterschwangerschaft?

Normalerweise wird das befruchtete Ei von den Zilien (winzige Flimmerhärchen) innerhalb von vier bis fünf Tagen zur Gebärmutter weitertransportiert. Dort nistet es sich in der aufgelockerten Gebärmutterschleimhaut ein.

Bei manchen Frauen funktioniert jedoch die Weiterleitung der befruchteten Eizelle nicht richtig – entweder, weil Verwachsungen im Weg sind oder weil die Bewegung von Eileiter und Zilien nicht stark genug ist. Dann nistet sich die Eizelle direkt im Eileiter ein. In sehr seltenen Fällen kann sich die Eizelle auch im Bauchraum einnisten (Bauchhöhlenschwangerschaft). Meist löst sich der Embryo mitsamt der Plazenta jedoch von allein wieder und geht ab. Falls das nicht passiert, ist eine Behandlung mit Medikamenten oder per Operation nötig. Denn im fortgeschrittenen Stadium einer Eileiterschwangerschaft drohen gefährliche Komplikationen. Eine Verschiebung des Embryos in die Gebärmutter ist nicht möglich. Fachleute sprechen bei der Eileiterschwangerschaft von einer Extrauteringravidität (lateinisch: extra = ausserhalb, uterus = Gebärmutter, graviditas = Schwangerschaft).

Eileiterschwangerschaft: Häufigkeit und Alter

Gynäkologinnen und Gynäkologen schätzen, dass rund 1 bis 2 von 100 Schwangerschaften ausserhalb der Gebärmutter entstehen. Die Zahl bleibt allerdings ungenau: In vielen Fällen geht die im Eileiter eingenistete Eizelle nach kurzer Zeit wieder ab, ohne dass die Frau die Schwangerschaft überhaupt bemerkt hat. Nur durch das Zusammenspiel von Schwangerschaftstests (Hormontests) und Ultraschalluntersuchung sind Eileiterschwangerschaften in einem frühen Stadium überhaupt sichtbar. Auch die Zunahme von Wunschkindbehandlungen und Operationen an den Eileitern hat zu vermehrten Eileiterschwangerschaften geführt. Frauen ab dem 35. Lebensjahr haben eine höhere Gefahr einer Eileiterschwangerschaft als jüngere. In rund 95 Prozent aller Fälle, in denen eine Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter beginnt, nistet sich das Ei im Eileiter ein. Nur extrem selten wächst es in der Bauchhöhle (Abdomen), im Gebärmutterhals (Cervix) oder in den Eierstöcken (Ovarien).

Eileiterschwangerschaft: Ursachen und Risikofaktoren (H2)

Grundsätzlich können zwei verschiedene Faktoren dazu führen, dass das befruchtete Ei nicht direkt in die Gebärmutter gelangt: die Wanderung der befruchteten Eizelle kann durch Verwachsungen behindert werden Auch eine mangelhafte Tätigkeit der Zilien (Flimmerhärchen) kann eine Ursache sein. Wer bereits einmal eine Eileiterschwangerschaft hatte, unterliegt einem deutlich höheren Risiko, dass diese sich wiederholt.

Operationen stellen ein Risiko für Eileiterschwangerschaften dar

Wer eine Eileiterentzündung erlitten hat oder sie einer Operation an den Eileitern unterziehen musste, hat ein höheres Risiko, an einer Eileiterschwangerschaft zu erkranken. In den sehr seltenen Fällen, dass eine Frau trotz Sterilisation der Eileiter schwanger wird, liegt die Gefahr einer Eileiterschwangerschaft sehr hoch: Bei rund jeder dritten Schwangerschaft trotz Sterilisation nistet sich das Ei dort ein. Falls eine Frau trotz Spirale (Intrauterinpessar) schwanger wird, sollte die Frauenärztin oder der Frauenarzt ebenfalls kontrollieren, ob sich das Ei in der Gebärmutter befindet. Denn bei rund der Hälfte aller Schwangerschaften trotz liegendem Intrauterinpessar entstehen Eileiterschwangerschaften.

Weitere Faktoren erhöhen das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft leicht:

  • vorhergegangene Infektionen der Geschlechtsorgane (etwa Gonorrhö oder Chlamydien)
  • vorhergegangene Eileiterentzündung (Salpingitis)
  • Kinderwunschbehandlung
  • Eileiter mit angeborenen Anomalien
  • Pille danach
  • Tuberkulose

Symptome: Eine Eileiterschwangerschaft ist schwer zu entdecken

In vielen Fällen bemerken Frauen erst einmal gar nichts von einer Eileiterschwangerschaft. Alle Zeichen deuten auf eine ganz normale Schwangerschaft hin: Die Regelblutung bleibt aus, der Schwangerschaftstest zeigt eine Schwangerschaft an. Manchmal kommen Übelkeit und ein Spannungsgefühl in der Brust dazu oder leichte Schmerzen im Unterbauch. Manche Frauen berichten auch von leichten Schmierblutungen oder verlängerten Regelblutungen. Erst wenn der Embryo grösser wird, fühlen die Frauen ein einseitiges Ziehen oder Druckgefühl im Bauch – schliesslich bietet der Eileiter nicht genügend Platz für das wachsende Leben. Manchmal strahlen diese Schmerzen bis in die Schultern aus. Hinzu kommen häufig Kreislaufbeschwerden, verbunden mit Kurzatmigkeit, erhöhtem Puls und Übelkeit.

Meist endet die Eileiterschwangerschaft innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate von allein. Denn der Eileiter ist nicht für die Versorgung eines Embryos gemacht und dieser erhält nicht genügend Nährstoffe. Deshalb lösen sich Plazenta und Fruchtsack von der Wand des Eileiters und gehen ab. Das verursacht eine Blutung, die mit einer Regelblutung vergleichbar ist.

Gefährlich ist es, wenn durch das Wachsen des Embryos oder durch dessen Abgang die Wand des Eileiters reisst (Eileiterruptur). Dann gelangt Blut in den Bauchraum, oft auch in grösseren Mengen. Meist treten dabei plötzliche und sehr starke Schmerzen im Bauch auf. In den schlimmsten Fällen können die Blutungen zu Kreislaufversagen bis hin zur Ohnmacht und zu einem lebensgefährlichen Schock führen. In diesem Fall muss schnellstmöglich eine Ärztin oder ein Arzt eingreifen. In vielen Fällen hat die Frau bis zu diesem Zeitpunkt von ihrer Schwangerschaft noch nichts bemerkt.

Eileiterschwangerschaft: Diagnose durch uns

Meist machen wir zwischen der neunten und zwölften Schwangerschaftswoche eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide. Finden wir dabei in der Gebärmutter keinen Embryo, obwohl ein Schwangerschaftstest positiv verlaufen ist, ist das ein Alarmsignal. Allerdings erst einmal kein eindeutiges: Manchmal ist die Schwangerschaft weniger fortgeschritten als gedacht und der Embryo zu klein, um ihn zu sehen. Oder es gab unbemerkt bereits eine Fehlgeburt. Oft jedoch können wir bei einer Untersuchung bereits den Embryo im Eileiter per Ultraschall sehen.

Ein Indiz ist auch die Kontrolle des Schwangerschaftshormons hCG im Blut: Bei einer Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter (extrauterine Schwangerschaft) steigt es langsamer an als bei einer normalen. Wenn der Wert innerhalb von 48 Stunden nicht adäquat ansteigt, sehen Medizinerinnen und Mediziner das als Hinweis auf eine extrauterine Schwangerschaft. Natürlich fragen wir auch nach Beschwerden. Wenn Sie über Schmerzen im Bauch klagen, kann das auf eine Eileiterschwangerschaft hinweisen, beweisend sind sie alleine betrachtet allerdings nicht

Eileiterschwangerschaft: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Einer Eileiterschwangerschaft lässt sich nicht vorbeugen. Sinnvoll ist jedoch ein Besuch bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt, sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind. Insbesondere, wenn Sie schon einmal eine Eileiterschwangerschaft hatten, am Eileiter oder den Eierstöcken operiert wurden oder eine Kinderwunschbehandlung hinter sich haben. Dann ollten Sie sich engmaschig von uns untersuchen lassen. Falls Sie eine Eileiterschwangerschaft frühzeitig erkennen und Gegenmassnahmen ergreifen, stehen die Chancen gut, anschliessend erneut und dann richtig schwanger zu werden.

Allerdings steigt das Risiko einer abermaligen Eileiterschwangerschaft mit jeder überstandenen. Wir empfehlen, nach einer Eileiterschwangerschaft ein bis drei Monate mit einer erneuten Schwangerschaft zu warten. Eine gute Nachsorge der Ärztin oder des Arztes ist ebenfalls wichtig. Seelisch bedeutet die Eileiterschwangerschaft mit ihren Komplikationen oft eine grosse Belastung für die Betroffenen. Hilfreich kann hier ein Erfahrungsaustausch in Selbsthilfegruppen oder eine psychologische Beratung sein.

Eileiterschwangerschaft: Behandlung je nach Risiko

Wenn Sie keine Beschwerden haben, werden wir wahrscheinlich erst einmal empfehlen, ein paar Tage abzuwarten. In vielen Fällen endet eine Eileiterschwangerschaft von alleine durch Abgang des Embryos. Eine ärztliche Kontrolle mit Ultraschall ist dabei unumgänglich. Wenn Schmerzen bestehen und/oder sich im Ultraschall Hinweise auf eine innere Blutung ergeben, ist eine Operation erforderlich. Bei der Untersuchung wird schliesslich die passende Operationsmethode ermittelt.

Details zu den Behandlungen

Behandelnde Fachbereiche

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie

Klinik für Gynäkologie