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Echinokokkose

Fuchsbandwurm, Echinococcus multilocularis, Hundebandwurm, Echinococcus granulosus

Echinokokkose ist eine Erkrankung, die durch den Fuchs- oder Hundebandwurm ausgelöst wird. Diese Würmer sind Parasiten, die im Darm ihrer Wirte – meist Füchsen oder Hunden – leben. Über den Kot der Tiere können die Eier von Fuchs- oder Hundebandwürmern in den menschlichen Körper gelangen. Dort können sie sich zu Larven weiterentwickeln und eine Echinokokkose auslösen.

Was ist eine Echinokokkose?

Eine Echinokokkose wird durch den Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) oder Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) ausgelöst. Gelangen die Eier der Bandwürmer beispielsweise über die Nahrung in den Menschen, können sie sich im Darm zu sogenannten Finnen weiterentwickeln und die Leber sowie andere Organe befallen. Dieses Larvenstadium ist für die Entstehung einer Echinokokkose beim Menschen verantwortlich. Bei einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm sprechen wir von einer alveolären Echinokokkose. Ein Befall mit dem Hundebandwurm ruft eine zystische Echinokokkose hervor. Je nach Bandwurm-Art ist eine Echinokokkose unterschiedlich ausgeprägt. Die Erkrankung ist sehr ernst zu nehmen und muss fachgerecht behandelt werden.

Die durch Fuchs- und Hundebandwurm ausgelöste Echinokokkose zählt zu den Zoonosen. Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die auf natürlichem Weg vom Tier auf den Menschen übertragen werden.

In welchen Regionen gibt es den Fuchsbandwurm?

Die Verbreitung des Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis) ist überwiegend auf die nördliche Erdhalbkugel beschränkt. In Europa kommt er vor allem in der nördlichen Schweiz (Mittelland, Jura), in Ostfrankreich, in Westösterreich und in Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) vor. Ausserhalb Europas tritt er in Nordchina, Sibirien und Nordjapan auf.

In welchen Regionen gibt es den Hundebandwurm?

Der Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) ist weltweit verbreitet. In Europa ist er am häufigsten in den Mittelmeerländern und auf dem Balkan verbreitet. Ausserdem treten Hundebandwürmer im Nahen Osten, in Nord- und Ostafrika, in Mittel- und Südamerika sowie in Australien auf.

Echinokokkose: Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen für eine Echinokokkose ist ein Parasitenbefall mit dem Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm. In beiden Fällen sind die Larven der Bandwürmer – die sogenannten Finnen – für die Erkrankung verantwortlich. Je nach Parasitenart ist die Erkrankung unterschiedlich ausgeprägt:

  • Hundebandwürmer verursachen beim Menschen eine zystische Echinokokkose.
  • Fuchsbandwürmer verursachen eine alveoläre Echinokokkose.

Ursachen für eine zystische Echinokokkose

Die Ursachen für die zystische Echinokokkose ist eine Infektion mit dem Hundebandwurm (Echinococcus granulosus). Die Finnen des Hundebandwurms setzen sich bevorzugt in der Leber fest. Sie können aber auch die Lunge und in seltenen Fällen das Gehirn befallen. Im Zielorgan bildet sich eine grosse Zyste (Blase), die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Eine Infektion mit dem Hundebandwurm macht sich bemerkbar, sobald die Zyste so gross ist, dass sie gesundes Gewebe verdrängt. Zysten können einen Durchmesser von 20 Zentimetern und mehr erreichen.

Ursachen für eine alveoläre Echinokokkose

Die Ursachen für die alveoläre Echinokokkose ist eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis). Sie betrifft in der Regel die Leber. Auch bei der alveolären Echinokokkose sind Larven für die Infektion verantwortlich. Im Gegensatz zum Hundebandwurm bilden die Larven des Fuchsbandwurms aber keine geschlossene Zyste, sondern viele kleine Bläschen (sogenannte Alveolen), die das Gewebe des Zielorgans durchsetzen. Diese erreichen einen Durchmesser von wenigen Millimetern bis zu zwei Zentimetern. Das macht es schwerer, den Erreger chirurgisch zu entfernen. Die Fuchsbandwurm-Larven wuchern im Lebergewebe und zersetzen es zunehmend.

Wie werden Bandwürmer übertragen?

Während ihrer Entwicklung vom Ei über die Larve bis zum ausgewachsenen Bandwurm wechseln Bandwürmer mehrfach ihren Wirt (sogenannter Wirtswechsel). Befallene Menschen dienen den Bandwürmern als Zwischenwirte. Gewöhnlich sind kleine Nagetiere beim Fuchsbandwurm oder Schafe beim Hundebandwurm die Zwischenwirte. Betroffene Menschen sind sogenannte Fehlwirte. Der Endwirt sind Füchse oder Hunde, selten Katzen. Die Endwirte scheiden die Bandwurmeier über den Kot aus. Ein Befall beim Menschen ist sehr selten und lebensgefährlich. Er verläuft zunächst schmerz- und beschwerdefrei. Die Erreger befallen überwiegend die Leber oder die Lunge. Dort entwickeln sich die Larven des Bandwurms. Sie wachsen sehr langsam und zerstören das Organ. Zwischen Infektion und den ersten Symptomen können mehr als zehn Jahre vergehen.

Für den Befall des Menschen durch den Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm kommen verschiedene Infektionsquellen infrage.

Überblick: Mögliche Übertragungswege für Bandwürmer

  • Verzehr von ungewaschenen Nahrungsmitteln, die nah am Boden wachsen, zum Beispiel Beeren, Waldbeeren, Pilze, Gemüse, Salat und Fallobst
  • direkter Kontakt zu Hunden, Wölfen, Füchsen oder Katzen
  • Kontakt mit kontaminierter Erde

Hund macht ein müdes Gesicht

Risikofaktoren für eine Echinokokkose

Das Risiko für eine Infektion mit dem Fuchs- oder Hundebandwurm steigt, je stärker Bandwürmer in einer Gegend verbreitet sind. Auch ein enger Kontakt mit möglichen Endwirten (wie Hund und Katze) und mangelnde Hygiene steigern das Risiko für eine Erkrankung. Die Wurmeier sind nämlich nicht nur im Kot der Tiere enthalten, sondern können auch an deren Fell haften. Ausserdem besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, wenn Sie Ihren Hund oder Ihre Katze nicht regelmässig einer Wurmkur unterziehen. Eine Übertragung der Bandwurmeier von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Symptome: Echinokokkose bleibt häufig lange unentdeckt

Menschen, die vom Hunde- oder Fuchsbandwurm befallen sind, verspüren oft lange Zeit keine Symptome. Meist vergehen viele Jahre, bis die ersten Symptome auftreten. Je nachdem, mit welchem Bandwurm ein Mensch infiziert ist, unterscheiden sich die Symptome.

Symptome bei Fuchsbandwurm

Bei Befall mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) wird die Leber fortschreitend zerstört. Die Infektion verläuft meist jahrelang ohne Beschwerden. Häufigstes Symptom bei einer fortgeschrittenen alveolären Echinokokkose sind unspezifische Oberbauchbeschwerden. Bis wir die Infektion mit dem Fuchsbandwurm feststellen, ist die Zerstörung der Leber oft schon weit fortgeschritten.

Symptome bei Hundebandwurm

Bei einer Infektion mit dem Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) kommt es meist zu ersten Symptomen, wenn die von den Larven gebildete Zyste (Hydatide) so gross ist, dass sie gesundes Gewebe verdrängt. Je nachdem, welches Organ betroffen und wie gross die Zyste ist, kommt es zu unterschiedlichen Beschwerden. Beim Hundebandwurm setzen sich die Larven in 70 Prozent der Fälle in der Leber fest. Die Larven können aber auch andere Organe wie die Lunge (20 Prozent) oder seltener das Gehirn befallen. Mögliche Symptome bei einer zystischen Echinokokkose:

  • Leberbefall: Druckgefühl im Oberbauch, Oberbauchschmerzen, Gelbsucht und Müdigkeit
  • Lungenbefall: Atembeschwerden und Husten

Echinokokkose: Diagnose im USZ

Wenn bei einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm keine Beschwerden auftreten, bleibt eine Echinokokkose oft lange Zeit unentdeckt. Meist ist die Entdeckung einer Wurmerkrankung ein Zufallsbefund.

Bei Verdacht auf eine Erkrankung mit dem Fuchs- oder Hundebandwurm stehen uns zur Diagnose mehrere bildgebende Verfahren zur Verfügung. Wir können Bandwürmer im Körper zum Beispiel durch Ultraschall (Sonografie), Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) aufspüren und die durch sie verursachte Entzündung des Leberparenchyms mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET/CT oder PET/MR) darstellen.

Zur sicheren Diagnose wird zusätzlich das Blut auf bestimmte Antikörper getestet. Sind keine Antikörper nachweisbar, ist das allerdings kein Beweis dafür, dass keine Infektion mit dem Fuchs- oder Hundebandwurm vorliegt.

Echinokokkose: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Sie können einem Befall durch den Fuchs- und Hundebandwurm vorbeugen, indem Sie folgende Tipps beachten:

  • Essen Sie keine ungewaschenen Pflanzen wie Waldbeeren, Waldpilze, Salat, Gemüse oder Fallobst.
  • Achten Sie auf einen hygienischen Umgang mit potentiellen Endwirten (Hund, Katze).
  • Waschen Sie sich nach direktem Kontakt mit potentiellen Endwirten die Hände.
  • Entwurmen Sie regelmässig Ihre Haustiere (Hund, Katze).

Tipp: Sie verhindern eine Infektion mit dem Fuchs- oder Hundebandwurm, indem Sie zum Verzehr bestimmte Lebensmittel kurz Abkochen. Das tötet die Eier von Fuchsband- und Hundebandwurm ab. Ein Tieffrieren von Lebensmitteln hilft dagegen nicht.

Gibt es eine Impfung gegen Echinokokkose?

Gegen die durch den Fuchs- und Hundebandwurm verursachte Echinokokkose gibt es keine Impfung.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf einer Echinokokkose hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Welches Organ ist befallen?
  • Wie viele Zysten haben sich gebildet und wie gross sind diese?
  • Wie alt sind Betroffene?
  • Ist es möglich, die Parasiten operativ zu entfernen?

Prognose Fuchsbandwurm

Ein Befall durch den Fuchsbandwurm gilt als gefährlicher als der durch den Hundebandwurm. Wird ein Befall mit dem Fuchsbandwurm nicht behandelt, endet die Infektion tödlich.

Prognose Hundebandwurm

Die grossen Zysten (Blasen), die sich beim Hundebandwurm-Befall bilden, lassen sich in der Regel leichter entfernen, als die vielen kleinen Bläschen (Alveolen) bei einem Befall mit Fuchsbandwürmern.

Behandlung vom Krankheitsstadium abhängig

Die Behandlung bei einem Befall mit dem Fuchs- oder Hundebandwurm hängt vom Stadium der Echinokokkose ab. Die Behandlung erfolgt in spezialisierten Spitälern.

Nach Möglichkeit werden Fuchs- und Hundebandwürmer operativ entfernt. Zusätzlich stehen Medikamente gegen den Fuchs- oder Hundebandwurm zur Verfügung. Zur Behandlung geeignet sind Wirkstoffe wie Albendazol oder Mebendazol. Diese Mittel hemmen oder verhindern ein weiteres Wachstum der Parasiten.

Behandelnde Kliniken

Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie

Klinik für Nuklearmedizin

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie