Breadcrumb Navigation

Viszerale Transplantationen

Lebertransplantation

Insgesamt wurden bisher über 900 Lebertransplantationen am Universitätsspital Zürich durchgeführt. Die 1-Jahresüberlebensraten sind seit dem Jahr 2000 mit 90 % überdurchschnittlich gut, ebenso die 5-Jahresüberlebensraten mit 80 %. Seit 2012 wird die Lebertransplantation in Kombination mit einer maschinellen Leberperfusion (HOPE) bei Spende nach Herztod angeboten. Das Universitätsspital Zürich ist in diesem Bereich weltweit führend.

«HOPE»– Hoffnung für Menschen mit Leberschäden.

Nach langjähriger Forschungs- und Entwicklungstätigkeit haben Mitarbeiter der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie des Universitätsspitals Zürich die HOPE-Methode (HOPE = Hypothermic Oxygenated machine PErfusion) im Jahre 2012 erstmals weltweit angewendet. Das Besondere des HOPE-Verfahrens ist eine Spülung der Leber mit einer kalten, mit Sauerstoff angereicherten Lösung. Die Ärzte führen diese Spülung im Operationssaal durch, direkt vor der Einpflanzung der Leber in den Empfänger. Das Verfahren soll Vorschäden am Spenderorgan reduzieren und die Funktion der Leber im Empfänger verbessern. Dank den vielversprechenden Resultaten wird diese Methode nun weltweit in zahlreichen Zentren standardmässig eingesetzt.

Schema zur Leberperfusion (HOPE-Technik)
Schema zur Leberperfusion (HOPE-Technik)

Die Transplantationschirurgie bietet ausserdem seit zwölf Jahren ein Lebendlebertransplantationsprogramm an – Hintergrund ist der gravierende Organmangel in der Schweiz. Bislang wurden 50 Erwachsene transplantiert. Dank der grossen Erfahrung des Chirurgieteams ist es bisher nie zu einer intraoperativen Komplikation bei der Spenderoperation gekommen. Alle Lebendspender konnten innerhalb von zehn Tagen das Spital verlassen.

Einen besonders spektakulären Fall konnten wir kürzlich durchführen: Eine Lebendlebertransplantation in Kombination mit Cavaersatz und Herzresektion bei einer 24-jährigen Patientin mit ausgedehntem Echinokokkus alveolaris, lokalisiert in der Leberkuppe bis zum rechten Vorhof. Dies ist der weltweit erste dokumentierte Fall eines derartigen Eingriffs.

Nieren-, Pankreastransplantation – Vascular Access Surgery

Am 17.12.1964 wurde am Universitätsspital Zürich die erste Niere in der Schweiz transplantiert. Dieses DCD (Donation after Cardiac Death) Organ mit einer warmen Ischämiezeit von 30 Minuten überlebte knapp sechs Wochen. Fünfzig Jahre später ist die Nierentransplantation eine weltweite Erfolgsgeschichte. Mit über 80 Nierentransplantationen pro Jahr hat das Universitätsspital das grösste Nierentransplantationsprogramm der Schweiz.

Im Bereich der Nierentransplantation werden sämtliche Transplantationstechniken angeboten und durchgeführt: Pädiatrische, Doppelnieren und Transplantation nach DBD (Hirntod) wie auch DCD (Spende nach Herztod) sowie Lebendspende, ABOi (blutgruppeninkompatibel) und Cross-over. Mit ca. 80 durchgeführten Nierentransplantationen jährlich ist Zürich mit Abstand das aktivste Nierentransplantationszentrum der Schweiz mit grosser Erfahrung im Bereich der Lebendspende. Bisher wurden mehr als 400 Lebendnieren-Spenden in Zürich durchgeführt. Seit mehreren Jahren wird dieser Eingriff ausschliesslich minimal-invasiv vorgenommen.

Knapp ein Jahr nach der ersten Pankreastransplantation in Europa wurde auch die erste Bauchspeicheldrüse 1973 in Zürich transplantiert. Aktuell werden jährlich ca. 20 Bauchspeicheldrüsen transplantiert. Zürich ist das aktivste Pankreas-Transplantationszentrum der Schweiz. In der Regel wird das Pankreas zusammen mit der Niere bei Typ 1-Diabetikern transplantiert. In speziellen Situationen wird aber auch der Pankreas allein oder nach erfolgter Nierentransplantation übertragen. Bei Hochrisikopatientinnen und Hochrisikopatienten wird komplementär die Inselzelltransplantation, ebenfalls mit oder ohne Nierentransplantation, angeboten.

Patientinnen und Patienten werden interdisziplinär zusammen mit den Hepatologen, Nephrologen, Infektiologen, Endokrinologen und Pharmakologen, Radiologen, Anästhesisten und Intensivmedizinern betreut. 2014 wurde das Nieren- und Pankreastransplantationsteam reorganisiert. Unter der Leitung von Dr. Olivier de Rougemont, der nach seinem Fellowship in London nach Zürich zurückkehrte, werden die Nieren- und Pankreastransplantationen von zwei weiteren Oberärzten, Dr. Christian Oberkofler und Dr. Kuno Lehmann durchgeführt.

Frau Dr. Kerstin Hübel, Internistin mit Subspezialisierung Nephrologie unterstützt das chirurgische Team. Dr. Oberkofler und Dr. de Rougemont sind zudem für das Operationsgebiet Vascular Access verantwortlich und bieten jeden Mittwoch einen Vascular Access Surgery Day, für Port-a-Cath Implantationen, Anlage/Revision arteriovenöser Fisteln und Shunts, sowie Peritonealdialysekatheter und iv-Ernährungssonden, an.

Behandlungsteam

Philipp Dutkowski, Prof. Dr. med.

Leitender Arzt, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Leiter Abdominale Transplantationschirurgie, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Vertreter: Leber, Transplantationszentrum

Spezialgebiete: Abdominale Transplantationschirurgie
Tel. +41 44 255 42 36

Olivier de Rougemont, Dr. med.

Oberarzt, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Vertreter: Niere, Transplantationszentrum

Spezialgebiete: Transplantationschirurgie
Tel. +41 44 255 39 95

Philipp Kron, PD Dr. med.

Oberarzt, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Tel. +41 44 255 11 11

Kuno Lehmann, Prof. Dr. med.

Leitender Arzt, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Leiter Peritonealkarzinose (CRS/HIPEC), Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Koordinator Endokrines und Neuroendokrines Tumorzentrum, Comprehensive Cancer Center Zürich

Spezialgebiete: Peritonealkarzinose (CRS/HIPEC)
Tel. +41 44 255 97 23

Kerstin Hübel, Dr. med.

Oberärztin meV, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Oberärztin meV, Klinik für Nephrologie

Spezialgebiete: Transplantationschirurgie
Tel. +41 44 255 11 11