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Bauchspeicheldrüsenentzündung Therapie

Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist eine sehr schwere Erkrankung, die Ärztinnen und Ärzte meist im Spital behandeln, oft sogar auf der Intensivstation. Das gilt auch für Menschen mit chronischer Pankreatitis, die einen Krankheitsschub haben – die Entzündung flammt dann wieder auf.

Behandlungsmöglichkeiten

Folgende Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Bauchspeicheldrüsenentzündung:

  • Milde Pankreatitis: Unter konservativer Therapie mit Schmerzmitteln heilt die milde Pankreatitis, welche mit 80 % am häufigsten ist, innerhalb weniger Tage vollständig aus. Es braucht in der Regel keine speziellen diagnostischen und therapeutischen Interventionen. Es ist jedoch wichtig, die Ursache für die Bauchspeicheldrüsenentzündung zu finden. Die häufigsten Ursachen sind Alkohol und Gallensteine. Andere weniger häufige Ursachen können eine Hyperlipidämie oder ein Pankreastumor sein. Bilden allerdings Gallensteine die Ursache der milden Pankreatitis, so muss die Gallenblase als Reservoir der Gallensteine entfernt werden, um einen weiteren Entzündungsschub verhindern zu können. Diese Operation wird nach Abklingen der akuten Entzündungsreaktion laparoskopisch durchgeführt. Sie darf aber auch während des gleichen stationären Aufenthaltes durchgeführt werden.
  • Schwere Pankreatitis: Patientinnen und Patienten mit einer schweren Pankreatitis benötigen oftmals eine intensivmedizinische Behandlung zur Überwachung und Therapie der verschiedenen Organfehlfunktionen. Wiederholte Röntgen- und Laboruntersuchungen, Antibiotika und künstliche Ernährung sind notwendig. Wenn Gallensteine die Ursache darstellen, wird eine ERCP-Untersuchung durchgeführt. Das durch die Entzündung zerstörte Pankreasgewebe weist eine hohe Infektionsrate auf. Dieses infizierte Gewebe kann den Ausgangspunkt für eine Sepsis darstellen, sodass es durch einen operativen Eingriff („Nekrosektomie”) entfernt werden muss. Auch trotz der heute bestmöglichen Behandlungsmethoden können Patienten und Patientinnen an einer schweren akuten Pankreatitis versterben.
    Computer-Tomographie (CT) einer schweren nekrotisierenden Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
    Computer-Tomographie (CT) einer schweren nekrotisierenden Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Konservative Therapie: Die chronische Pankreatitis wird hauptsächlich konservativ-medikamentös behandelt. Die wichtigste Massnahme ist der vollständige Verzicht auf Alkohol und Tabak. Da praktisch ausnahmslos alle Patientinnen und Patienten starke bis stärkste Schmerzen aufweisen, ist eine gute und ausreichende Schmerztherapie von grosser Bedeutung. Blutzuckereinstellung und der medikamentöse Ersatz der Verdauungsenzyme sind weitere Therapieansätze.
    Computer-Tomographie (CT) einer chronischen kalzifizierenden Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
    Computer-Tomographie (CT) einer chronischen kalzifizierenden Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Chirurgische Therapie: Als Folge der zunehmenden Vernarbung des Pankreas können der Hauptgallengang und der Pankreasgang, sowie das Duodenum (Zwölffingerdarm) eingeengt werden. In diesen Fällen kann eine Whipple- Operation oder eine duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion notwendig werden. Haben sich als Folge wiederholter Entzündungsschübe grosse Zysten im Pankreas gebildet, so können diese ebenso wie ein isoliert gestauter Pankreasgang durch eine Drainageoperation abgeleitet werden.

Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung – Ernährungstipps

Sie können – oft schon nach wenigen Tagen – wieder schrittweise Lebensmittel essen, die leicht verdaulich sind. So muten Sie Ihrer Bauchspeicheldrüse nicht gleich zu viel zu.

  • Wählen Sie möglichst fettarme Nahrungsmittel: Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Quark oder Milch sowie Wurstwaren gibt es auch als fettarme Varianten.
  • Kochen Sie fettsparend: Dünsten, Backen oder Dampfgaren sind bei der Zubereitung von Speisen besser als Braten oder Frittieren.
  • Verzehren Sie Obst und Gemüse besser nicht roh, sondern dünsten oder kochen sie es. So ist es besser bekömmlich.
  • Kochen Sie nicht mit scharfen Gewürzen (Pfeffer, Chili) und verzehren Sie auch keine stark gewürzten Speisen.
  • Essen Sie mehrere kleine Portionen pro Tag statt wenige grosse Mahlzeiten.
  • Verzichten Sie besser auf sehr heisse oder sehr kalte Speisen.
  • Wählen Sie Getränke wie Wasser ohne Kohlensäure, Tee oder Schorlen aus Frucht- oder Gemüsesäften. Stark zuckerhaltige Getränke wie Eistee, Cola, Limonade oder Softdrinks lassen Sie besser beiseite.
  • Den Kaffee lassen Sie anfangs besser weg, und später geniessen Sie ihn auch nur in Massen. Auch bei Milch ist Sparsamkeit gefragt.
  • Und für Alkohol gilt: ganz meiden.

Ist die Bauchspeicheldrüsenentzündung vollständig ausgeheilt, können Sie sich auch wieder normal – also gesund und ausgewogen – ernähren.

Ernährung bei chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung – Tipps

Ganz allgemein gilt auch hier: Ernähren Sie sich dauerhaft möglichst gesund und ausgewogen. Bringen Sie viele verschiedene Lebensmittel auf Ihren Speiseplan. Sie sollten zudem nicht rauchen und keinen Alkohol trinken. Einige Tipps zur Ernährung:

  • Wählen Sie leicht verdauliche Nahrungsmittel: z.B. Kartoffeln, Reis, Brot, Nudeln, Gemüse, Obst (beides am besten gekocht oder gedünstet).
  • Die Ernährung sollte viele Kohlenhydrate beinhalten.
  • Verzehren Sie nicht mehr als 50 bis 80 Gramm Fett pro Tag.
  • Essen Sie mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt statt wenige grosse Portionen.
  • Vermeiden Sie schwer verdauliche Lebensmittel, z.B. Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Erbsen), Gebratenes, Frittiertes, kalte Getränke und Speisen.

Chronische Pankreatitis: Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel

Bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung produziert die Drüse keine ausreichenden Mengen an Verdauungsenzymen mehr. Diese sind jedoch notwendig, um die Nahrung aufzuschliessen. In diesem Falle helfen Enzympräparate, die diese Aufgabe übernehmen. Dazu kommt oft noch ein Vitaminmangel. So fehlen Patientinnen und Patienten zum Beispiel Vitamin A, D, E, K, Vitamin B12, Vitamin B1 oder Folsäure. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Nahrungsergänzungsmittel in Ihrem Fall sinnvoll sind.

Verantwortliche Fachpersonen

Pierre-Alain Clavien, Prof. Dr. med.

Klinikdirektor, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Vertreter: Leber, Niere, Pankreas / Inselzellen, Transplantationszentrum

Spezialgebiete: Hepatobiliäre & Pankreaschirurgie (HPB-Chirurgie), Lebertransplantation, Liver4Life: Ein Projekt von Wyss Zurich
Tel. +41 44 255 33 00

Henrik Petrowsky, Prof. Dr. med.

Leitender Arzt, Stv. Klinikdirektor (Klinik), Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Leiter Hepatobiliäre & Pankreaschirurgie (HPB-Chirurgie), Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Leiter Leber- und Pankreastumorzentrum, Comprehensive Cancer Center Zürich
Program Director HPB & Liver Transplant Fellowship

Spezialgebiete: Hepatobiliäre & Pankreaschirurgie (HPB-Chirurgie)
Tel. +41 44 255 30 41

Michelle De Oliveira, PD Dr. med.

Oberärztin, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Spezialgebiete: Hepatobiliäre & Pankreaschirurgie (HPB-Chirurgie)
Tel. +41 44 255 35 39

Christian Eugen Oberkofler, PD Dr. med. univ.

Oberarzt meV, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Koordinator Leber- und Pankreastumorzentrum, Comprehensive Cancer Center Zürich

Spezialgebiete: Hepatobiliäre & Pankreaschirurgie (HPB-Chirurgie)
Tel. +41 44 255 35 39

Povilas Ignatavicius, Dr. med.

HPB-Fellow, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Tel. +41 44 255 11 11

Jan Philipp Jonas, Dr. med. univ.

HPB-Fellow, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Tel. +41 44 255 11 11

Corina Morf

Clinical Nurse, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Spezialgebiete: Leber-, Gallen- und Pankreaschirurgie
Tel. +41 44 255 87 54

Für Patientinnen und Patienten

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Tel. +41 44 255 87 54

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