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Analkrebstherapie

Es gibt verschiedene Strategien zur Behandlung von Analkrebs. Meist kombinieren Ärztinnen und Ärzte mehrere Therapien miteinander, um deren Schlagkraft zu erhöhen. Welche Behandlungen sie wählen, hängt vom Stadium der Krebserkrankung, aber auch von Ihrem Alter, Gesundheitszustand und Ihren persönlichen Wünschen ab.

Allgemeines zur Therapie

Bei der Therapie des Analkrebses muss unterschieden werden, ob es sich um einen Analkanalkrebs oder einen Analrandkrebs handelt. Als Analrand wird ein 5 cm grosses Hautareal um den After bezeichnet.

Die Therapie des Analrandkrebses besteht primär aus seiner chirurgischen Entfernung. Liegt jedoch ein Analkanalkrebs vor, so besteht die Therapie vor allem aus einer kombinierten Strahlentherapie und Chemotherapie oder einer alleinigen Strahlentherapie.

Die Therapiewahl wird individuell dem betreffenden Tumorleiden angepasst. Sie hängt von der genauen Krebslokalisation, der Tumorgrösse und dem Lymphknotenbefall ab. Ebenso ist entscheidend, ob es sich um eine Erstmanifestation eines Analkrebses handelt oder ob der Tumor nach vorgängiger Therapie wieder aufgetreten ist.

Nach einer Strahlentherapie und Chemotherapie bildet sich der Analkrebs nur langsam zurück. Für die Beurteilung des Therapieerfolges muss nach Beendigung der Therapie etwa 6 Monatezugewartet werden. Während dieser Zeit sind regelmässige Kontrollen sehr wichtig.

Operation

Das Ausmass der Operation hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie reicht von der lokalen Entfernung des Krebses bis hin zur Entfernung des gesamten Enddarmes.

Kleine Analrandkarzinome können mit dem Messer ausgeschnitten werden. Der dabei entstehende Hautdefekt oder Schleimhautdefekt kann offen belassen oder mit Nähten verschlossen werden. Ist eine lokale Operation aber nicht möglich, so muss der gesamte Enddarm entfernt werden. Allgemein kann man sagen, dass eine lokale Operation nicht mehr möglich ist, wenn

  • der Tumor grösser ist als 2-3 cm
  • nach einer Bestrahlung Tumorreste verbleiben
  • wenn der Krebs nach erfolgreicher Behandlung erneut auftritt.

Muss der Enddarm durch einen Bauchschnitt als Ganzes entfernt werden, so wird dabei auch der Schliessmuskel mit entfernt. Dies geschieht aus Gründen der Radikalität, da sonst nicht gewährleistet werden kann, dass der Tumor ganz entfernt werden kann. Diese Operation bedingt einen definitiven künstlichen Darmausgang. Der After wird bei dieser Operation entfernt und die Haut in dieser Region verschlossen. Diese Operation dauert etwa 4-5 Stunden, bezüglich Spitalaufenthalt ist mit rund 10 Tagen zu rechnen.

Operationsinformationen

Lokale Entfernung eines Analkrebses

  • Vorbereitung: kleiner Einlauf
  • Anästhesie: Vollnarkose oder Rückenmarksnarkose
  • Operationsdauer: 60 Minuten
  • Krankenhausaufenthalt: stationär (3 Tage)
  • Arbeitsunfähigkeit: 1 bis 2 Tage

Radikale Entfernung des Enddarmes

  • Vorbereitung: Abführen
  • Anästhesie: Vollnarkose
  • Operationsdauer: 3 bis 6 Stunden
  • Krankenhausaufenthalt: stationär (7 Tage)
  • Arbeitsunfähigkeit: 3 bis 4 Wochen

Chemotherapie

Dabei setzen Ärztinnen und Ärzte starke Zellgifte ein, sogenannte Zytostatika oder Chemotherapeutika. Sie greifen Zellen an, die sich schnell teilen – und dazu gehören auch Krebszellen. Allerdings teilen sich auch die Zellen der Haut, Schleimhäute sowie der Haare schnell. Die wohl bekannteste Nebenwirkung der Chemotherapie ist der Haarausfall. Zytostatika wirken immer im gesamten Körper. Sie verhindern die Teilung der Krebszellen oder töten sie ab.

Strahlentherapie (Radiotherapie)

Radiologinnen und Radiologen zerstören eventuell noch vorhandene Krebszellen mittels hochenergetischer Strahlen. Sie schädigen das Erbgut der Tumorzellen, und diese Schäden können Krebszellen im Gegensatz zu gesunden Zellen kaum mehr reparieren.

In der Regel kombinieren Ärztinnen und Ärzte bei weiter fortgeschrittenem Analkrebs eine Chemotherapie mit einer Strahlentherapie. Radiochemotherapie ist der Fachausdruck dafür. Sie hat nicht unerhebliche Nebenwirkungen, zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Störungen der Blutbildung, Durchfall, Probleme beim Wasserlassen oder Hautentzündungen in der Analregion. Dennoch ist durch die Radiochemotherapie oft noch eine Heilung möglich.

Verantwortliche Fachpersonen

Matthias Turina, Prof. Dr. med.

Leitender Arzt, Stv. Klinikdirektor (Lehre), Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Leiter Kolorektale und Proktologische Chirurgie, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Stv. Leiter Darmtumorzentrum, Comprehensive Cancer Center Zürich

Spezialgebiete: Kolorektale und Proktologische Chirurgie
Tel. +41 44 255 23 89

Daniela Cabalzar-Wondberg, Dr. med.

Oberärztin, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Spezialgebiete: Kolorektale und Proktologische Chirurgie
Tel. +41 44 255 23 89

Andreas Rickenbacher, Dr. med.

Oberarzt meV, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Programm Direktor & Leiter Steuerungsgruppe Common Trunk

Spezialgebiete: Kolorektale und Proktologische Chirurgie
Tel. +41 44 255 23 89

Heike Simmack

Clinical Nurse, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Spezialgebiete: Kolorektale Chirurgie und Proktologie
Tel. +41 44 255 92 88

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Behandelnde Fachbereiche

Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie

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