Breadcrumb Navigation

Blut oder Lymphgewebe Krebserkrankungen Radiotherapie

Die Strahlentherapie (auch Radiotherapie genannt) wird bei Blutkrebs und Krebs im Lymphgewebe in den verschiedenen Krankheits-Stadien eingesetzt um meist zusammen mit einer Systemtherapie (wie einer Immuntherapie oder einer zielgerichteten Therapie) eine Heilung der Erkrankung zu erreichen (kurative Strahlentherapie). Die Strahlentherapie fokussiert hoch-energetische Röntgenstrahlen auf Krebszellen um diese gezielt abzutöten.

Ablauf

Die Strahlentherapie erfolgt meist als ambulante Behandlung, ist nicht-invasiv (benötigt also keine Narkose) und kann damit gut in den privaten und beruflichen Lebensalltag integriert werden. Eine engmaschige und persönliche Betreuung ist bei uns selbstverständlich. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Hämatologie zusammen um eine optimale Behandlung zu garantieren.

Bei Krebs im Lymphgewebe (Lymphomen) ist meistens eine fraktionierte Behandlung über 2-3 Wochen nötig. Eine einzelne Bestrahlungssitzung dauert nur wenige Minuten. Bei weissem Blutkrebs (Leukämie) kann eine Radiotherapie zur Vorbereitung auf eine Stammzelltransplantation als Ganzkörperbestrahlung (Total Body Irradiation = TBI) erfolgen.

Die Bestrahlung kann auch dann eingesetzt werden, wenn die Erkrankung lokale Beschwerden hervorruft z.B. in den Knochen (Palliative Strahlentherapie). Eine palliative Radiotherapie zur Linderung von Beschwerden dagegen kann je nach Situation deutlich kürzer sein und sich auch nur über 1-10 Sitzungen erstrecken.

In der Klinik für Radio-Onkologie des USZ kommen ausschliesslich modernste Techniken zur präzisen und nebenwirkungsarmen Bestrahlung der Lymphome und Ableger zur Anwendung. Dazu gehören als Standard-Techniken in unserer Klinik intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) und die technische Weiterentwicklung VMAT (volumetric modulated arc therapy), „schnelle“ hochenergetische Elektronen, die bildgestützte Einstellung und Bestrahlung (IGRT) und die Bestrahlung in Atemanhaltetechnik DIBH (deep inspiration breath hold).

Im Folgenden werden wir die Bestrahlung bei den verschiedenen Blutkrebserkrankungen genauer beschreiben.

Bestrahlung bei Blutkrebs

Wenn bei Blutkrebs (auch Leukämie genannt) eine Stammzelltransplantation von einem fremden Spender zur Heilung notwendig ist, benötigt man eine gute Vorbereitung um alle körpereigenen, erkrankten Zellen zu vernichten (dieses Verfahren bezeichnet man als «myeloablative Konditionierung»). Diese Konditionierung wird häufig mit verschiedenen Chemotherapien durchgeführt. Unterstützend kann dabei auch eine Bestrahlung des ganzen Körpers notwendig werden (TBI = total body irradiation). Das Knochenmark wird durch die Bestrahlung auf die neuen, gesunden Stammzellen vorbereitet. Die Bestrahlung wird dabei über einen Zeitraum von meist drei Tagen durchgeführt, und erfolgt zweimal täglich, nämlich morgens und nachmittags.

Eine solche Ganzkörperbestrahlung wird während eines stationären Aufenthaltes auf einer spezialisierten und abgeschirmten Station durchgeführt, damit mögliche Nebenwirkungen einer Therapie sofort und gut behandelt werden können.

Bestrahlung bei Multiplem Myelom und Plasmozytom

Das Multiple Myelom ist eine Erkrankung der Plasmazellen im Knochenmark. Diese vermehren sich unkontrolliert und können je nach Lokalisation Schmerzen auslösen.

Wenn diese Erkrankung nur an einer einzelnen Stelle im Knochen bzw. im Knochenmark auftritt, dann spricht man von einem Plasmozytom. Dies kann mit einer alleinigen Radiotherapie über 5 Wochen geheilt werden. Die Bestrahlung wird 5 Mal pro Woche durchgeführt, dauert nur wenige Minuten und wird meist sehr gut vertragen.

Wenn die Erkrankung an mehreren Lokalisationen im Knochen auftritt, dann spricht man von einem Multiplen Myelom. Bei Schmerzen, die durch das Multiple Myelom ausgelöst werden, ist die Bestrahlung äusserst wirksam, um Schmerzen schnell und effektiv zu lindern, dauerhaft zu vermeiden und die Stabilität des betroffenen Knochens wiederherzustellen. Eine solche Radiotherapie wird ebenfalls 5 Mal pro Woche durchgeführt, jedoch über einen Zeitraum von meist ca. 2-3 Wochen.

Bestrahlung bei Krebs im Lymphgewebe

Krebs im Lymphgewebe (oder Lymphome) kann an verschiedenen Stellen im Körper auftreten und benötigt zur heilenden Behandlung entweder eine Chemotherapie, eine Bestrahlung oder eine Kombination aus beidem. Dies ist abhängig von der Ausbreitung der Lymphome im Körper und auch dem Ansprechen der Erkrankung auf eine Chemotherapie. Die Strahlentherapie wird je nach Art und Ausdehnung der Erkrankung eingesetzt, beispielsweise bei MALT Lymphomen oder Hodgkin-Lymphomen.

MALT Lymphome

Bei niedriggradigen Lymphomen (z.B. sogenannte MALT- Lymphome = Mucosa Associated Lymphoid Tissue = Schleimhaut) an nur einer Lokalisation im Körper ist die Erkrankung nach einer Bestrahlung geheilt. Häufig kommen diese Lymphome im Magen oder am Auge vor. Diese Lymphome sind sehr strahlenempfindlich, sodass nur eine sehr niedrige und damit gut verträgliche Strahlendosis angewendet wird. Die Therapie dauert dann nur 2-3 Wochen und die Bestrahlung wird meist komplikationslos vertragen.

Hodgkin-Lymphome

Eine weitere häufige Lymphomart sind die sogenannten Hodgkin Lymphome. Diese Erkrankung des Lymphsystems kann sowohl in Lymphknoten, als auch selten ausserhalb von Lymphknoten in Organen wie Milz oder Leber vorkommen. Je nach Ausdehnung der Erkrankung und Ansprechen auf eine Chemotherapie ist zur Heilung auch eine Bestrahlung über 2-3 Wochen nach Abschluss der Chemotherapie notwendig.

Bei den frühen Stadien der Erkrankung genügt dabei eine niedrige Strahlendosis, mit einer Behandlung über 2 Wochen, 5 Tage die Woche. Die Bestrahlung erfolgt dabei sehr lokalisiert auf die Lymphknoten, die zu Beginn der Erkrankung vorhanden waren.

Ist die Krankheit weiter fortgeschritten wird, wenn notwendig, über 3 Wochen bestrahlt. Ob eine Bestrahlung notwendig ist kann erst nach Abschluss der Chemotherapie entschieden werden. Nur bei Restbefunden im PET/CT, einer Ganzkörperuntersuchung, die auch immer vor einer Behandlung durchgeführt wird, wird eine Bestrahlung notwendig. Allerdings ist die Notwendigkeit der Bestrahlung zusätzlich auch von der Art der Chemotherapie abhängig. Der Behandlungsplan wird dabei regelmässig in gemeinsamen Besprechungen (an sogenannten Tumorkonferenzen oder Tumorboards) mit allen beteiligten Ärztinnen und Ärztinnen abgestimmt und festgelegt.

Verantwortliche Ärzte

Claudia Linsenmeier, Dr. med.

Oberärztin m.e.V., Klinik für Radio-Onkologie
Koordinatorin Gynäkologisches Tumorzentrum, Comprehensive Cancer Center Zürich

Spezialgebiete: Schwerpunkt Mamma/Gynäkologie, Hämatologische Radio-Onkologie, Lymphome, Pädiatrische Radio-Onkologie
Tel. +41 44 255 26 73

Laura Motisi, Dr. med. (I)

Oberärztin, Klinik für Radio-Onkologie

Spezialgebiete: Brachytherapie Behandlung (Gynäkologie/Mamma - HNO), Lymphome
Tel. +41 44 255 26 73

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten oder Ihre Spezialistin überweisen.

Für Zuweisende

Weisen Sie Ihre Patientin oder Ihren Patienten einfach online oder per Email zu.

Tel. +41 44 255 35 66

Behandelnde Fachbereiche

Klinik für Radio-Onkologie

Comprehensive Cancer Center Zürich