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Interventionelle Pneumologie

Unter der Interventionellen Pneumologie versteht man alle invasiven Eingriffe an der Lunge und am Rippenfell (Pleura). Hierzu gehören die flexible und die starre Bronchoskopie («Lungenspiegelung») sowie die Pleurapunktion und Pleuradrainageanlage. Neben diagnostischen Interventionen werden auch therapeutische Eingriffe an der Lunge vorgenommen, um den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.

Lungenspiegelung (Bronchoskopie)

Die Bronchoskopie wird zur Diagnostik und zur Behandlung gewisser Lungenerkrankungen eingesetzt.

Diagnostische Bronchoskopie (in der Regel flexible Bronchoskopie)

Die Bronchoskopie zu rein diagnostischen Zwecken erfolgt primär mit einem flexiblen Instrument, welches über die Mundhöhle in die Atemwege eingeführt wird. Selbstverständlich geschieht dies ausschliesslich in Sedierung oder Vollnarkose, so dass die Patienten nichts von dem Eingriff spüren. Die Hauptgründe für den Einsatz einer diagnostischen Bronchoskopie sind vermutete Atemwegs- und Lungeninfektionen, Tumordiagnostik sowie die Untersuchung von vergrösserten Lymphknoten im Bereich der Atemwege. Alle modernen Methoden der Materialgewinnung für feingewebliche, zytologische, mikrobiologische und molekularbiologische Untersuchungen stehen zur Verfügung. Zur genauen Lokalisation werden neben der Röntgendurchleuchtung insbesondere auch ultradünne Bronchoskope, der endobronchiale Ultraschall (EBUS), die elektromagnetische Navigationsbronchoskopie sowie virtuelle Bronchoskopieverfahren eingesetzt. Zudem hat sich in den letzten Jahren auch die Gewebesicherung mittels Kryothermiesonde bei unklaren Lungengerüsterkrankungen durchgesetzt.

Ablauf einer diagnostischen Bronchoskopie

Für die Bronchoskopie müssen Patienten und Patientinnen einen leeren Magen haben, unabhängig davon, ob die Bronchoskopie in Sedierung oder Vollnarkose durchgeführt wird. Dies bedeutet, dass keine festen Nahrungsmittel innerhalb der sechs Stunden vor dem geplanten Termin eingenommen werden dürfen. Trinken ist bis zwei Stunden vor dem Eingriff erlaubt. Vorbestehende Medikamente (insbesondere blutverdünnende Medikamente) müssen mit uns abgesprochen werden. Je nach Alter, Vorerkrankungen und Komplexität des Eingriffs erfolgt die Bronchoskopie ambulant oder stationär.  Ebenfalls davon abhängig wird die Bronchoskopie entweder in Sedierung oder Vollnarkose durchgeführt.
Der Eingriff selber dauert dabei nur zwischen 30 bis 60 Minuten.

Nachsorge bei einer diagnostischen Bronchoskopie

Der Krankenhausaufenthalt ist entweder ambulant oder stationär für zwei Nächte. Ambulante Patienten und Patientinnen können vor dem Termin ohne weiteres arbeiten (ev. halber Tag). Nach der Bronchoskopie besteht am Interventionstag eine Arbeitsunfähigkeit. Zudem ist es nicht erlaubt, am gleichen Tag nach der Bronchoskopie ein Fahrzeug zu lenken. Am Folgetag sind Patientinnen und Patienten  in der Regel wieder voll arbeitsfähig, und die Fahrerlaubnis ist wieder gegeben.

Die Nachbehandlung ist abhängig vom Untersuchungsresultat. In der Regel werden Patientinnen und Patienten telefonisch oder in einer nachfolgenden Sprechstunde über das Untersuchungsresultat informiert, anlässlich derer auch die Therapie geplant wird.

Therapeutische Bronchoskopie

Die Bronchoskopie ist eine sehr wenig belastende, minimalst invasive Technologie zur Behandlung von einigen Atemwegs- und Lungenerkrankungen.

Interventionelle Bronchologie

Bronchoskopische Lungenvolumenreduktion (Ventile, Dampf)

Die Lungenvolumenreduktion ist eine potente und vielversprechende Therapiemethode für Patientinnen und Patienten mit Lungenemphysem. Betroffene leiden unter starker Atemnot bei geringster körperlicher Belastung, was zumindest teilweise auf eine Überblähung der Lunge zurückgeführt werden kann. Das Ziel der Lungenvolumenreduktion ist die Verminderung dieser Überblähung. Nach dem Eingriff verbessert sich die Atemnot, Lebensqualität, körperliche Belastbarkeit und auch die Lungenfunktion. Das Universitätsspital Zürich zählt weltweit zu den führenden Zentren für die chirurgische und bronchoskopische Lungenvolumenreduktion, wobei die Klinik für Pneumologie hier eng mit der Klinik für Thoraxchirurgie zusammenarbeitet. Für die bronchoskopische Lungenvolumenreduktion stehen mehrere Techniken zur Auswahl. In erster Linie werden kleine Ventile durch das Bronchoskop in die Atemwege eingebracht, die eine gewisse «Entblähung» der Lunge bewirken. Alternativ kann eine bronchoskopische Lungenvolumenreduktion auch mit Wasserdampf oder so genannten Coils durchgeführt werden.

Übersicht über aktuelle Methoden

Ablauf einer Bronchoskopischen Lungenvolumenreduktion

Für eine bronchoskopische Lungenvolumenreduktion treten Patientinnen und Patienten in der Regel einen Tag vor dem Eingriff stationär ins Spital ein, damit gewisse Voruntersuchungen, inklusive Visite durch den Narkosearzt oder die Narkoseärztin zeitnah gemacht werden können. Der Eingriff selber wird immer unter Vollnarkose durchgeführt und dauert ungefähr 60 Minuten.

Nachsorge bei einer Bronchoskopischen Lungenvolumenreduktion

Der Krankenhausaufenthalt ist stationär und in der Regel bleiben Betroffene fünf bis sieben Nächte dort. Nach dem stationären Aufenthalt ist eine Arbeitsaufnahme im Prinzip wieder möglich. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass eine allmähliche Aufnahme des Arbeitspensums sinnvoller ist.
Unsere Empfehlung ist eine ambulante oder stationäre pulmonale Rehabilitation nach der Lungenvolumenreduktion. Dadurch können die positiven Effekte noch weiter verbessert werden.

Starre Bronchoskopie

Bei einem Befall der Atemwege durch bösartiges Gewebe (z.B. Lungenkrebs) bietet die therapeutische Bronchoskopie verschiedene Möglichkeiten, die Atemwege zu befreien und so das Atmen zu verbessern. In den meisten Fällen werden dafür während einer starren Bronchoskopie moderne und schonungsvolle Techniken angewandt (Argon-Plasma-Koagulation, Dioden-Laser, Kryothermiesonden, Diathermiesonden sowie Dilatationsballons). Dabei kann es auch notwendig sein, einen Stent in die Atemwege einzusetzen.  Bei Lungenblutungen (Hämoptoe oder Hämoptyse) wird die Bronchoskopie zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken häufig eingesetzt. Neben Laser, Argon-Plasma oder der Verabreichung von blutstillenden Medikamenten direkt über das Bronchoskop, kann je nach Lokalisation und Schwere der Blutung ein Bronchusblocker zur Isolierung des blutenden Lungenabschnittes eingelegt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt der therapeutischen Bronchoskopie ist die Behandlung von gutartigen (idiopathischen) Trachealstenosen (Dilatationstracheoplastie) sowie die Behandlung der pulmonalen Alveolarproteinose mittels Ganzlungenlavage.

Ablauf der starren Bronchoskopie

Für eine starre Bronchoskopie treten Patientinnen und Patienten in der Regel einen Tag vor dem Eingriff stationär ins Spital ein, damit gewisse Voruntersuchungen, inklusive Visite durch den Narkosearzt oder die Narkoseärztin zeitnah gemacht werden können.  Der Eingriff selber verläuft immer unter Vollnarkose und dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten.

Nachsorge bei der starren Bronchoskopie

Der Krankenhausaufenthalt ist stationär und dauert in der Regel drei bis vier Nächte lang.  Im Prinzip ist eine Arbeitsaufnahme nach dem stationären Aufenthalt möglich. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass eine allmähliche Aufnahme des Arbeitspensums sinnvoller ist.
Die Nachbehandlung ist abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung. Bei Krebserkrankungen werden die weiteren Therapie am Interdisziplinären Tumorboard besprochen und koordiniert. Bei gutartigen Trachealstenosen wird in der Regel eine ambulante Verlaufskonsultation vier bis sechs Wochen nach dem Eingriff eingeplant.

Diagnostische und therapeutische Eingriffe am Rippenfell (Pleura)

Ein weiteres Spektrum der interventionellen Pneumologie umfasst diagnostische und therapeutische Eingriffe bei Pleuraergüssen und Pneumothorax. Bei bösartigen Pleuraergüssen kann in lokaler Betäubung auch ein in der Haut verbleibender Pleurakatheter (PleurX-Katheter) eingelegt werden. Dieser kann fallweise nach einigen Wochen oder Monaten auch wieder entfernt werden.

Patienteninformationen

Verantwortliches Kader

Daniel Franzen, PD Dr. med.

Stv. Klinikdirektor, Leitender Arzt, Klinik für Pneumologie

Spezialgebiete: Interventionelle Bronchologie, Bronchoskopische Emphysembehandlung, Lungenkrebs und Sarkoidose
Tel. +41 44 255 38 28

Carolin Steinack, Dr. med.

Oberärztin, Klinik für Pneumologie
Vertreterin: Lunge, Transplantationszentrum

Tel. +41 44 255 38 28

Fiorenza Gautschi, Dr. med.

Oberärztin, Klinik für Pneumologie

Tel. +41 44 255 38 28

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten oder Ihre Spezialistin überweisen. Für Fragen nutzen Sie unser Kontaktformular.

Für Zuweisende

Weisen Sie Ihre Patientin oder Ihren Patienten online, per Mail oder Post zu.

 

Universitätsspital Zürich
Klinik für Pneumologie
z.H. (gewünschten Arzt/Ärztin hier einsetzen)
Rämistrasse 100
8091 Zürich

Tel. +41 44 255 22 21