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Schmerzen von Früh- und Neugeborenen erkennen und behandeln

Lange bestand die Meinung, dass Früh- und Neugeborene keine Schmerzen verspüren. Studien haben diese These widerlegt und zeigen, dass wiederholte und anhaltende Schmerzen bei Babys dauerhafte Veränderungen im Nervensystem hinterlassen. Viele dieser Veränderungen können während des ganzen Lebens bestehen bleiben.

Berner Schmerzscore für Neugeborene revidiert

Der neu revidierte Berner Schmerzscore (BSN-R) ist ein Pflegeassessment, mit welchem sich physiologische Schmerzzeichen beim Frühgeborenen sowie relevanten Kontextfaktoren objektiv erfassen lassen. Wir Pflegefachpersonen der Neonatologie USZ arbeiten mit diesem Schmerzassessment und können auf diese Weise frühzeitig reagieren, damit unsere kleinen Patienten und Patientinnen so wenig Schmerzen wie möglich ertragen müssen.

Das Schmerzassessment wird systematisch bei beatmeten Neugeborenen unter medikamentöser Schmerztherapie oder immer bei vermuteten Schmerzen angewendet.

Auf positive Schmerzindexe werden primär pflegerische nichtmedikamentöse Massnahmen zur Schmerzlinderung eingeleitet.  Die Schmerzsituation wird mit dem gleichen Instrument nach vorgegebener Zeit wiederholt und so überprüft. Je nach Schweregrad müssen sofort medikamentöse Therapien auf Verordnung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Schmerzprävention und Behandlungsmethoden

Auf eine Prävention wird bei diagnostischen Interventionen wie beispielsweise Blutentnahmen, Infusionen legen oder Augenuntersuchungen geachtet. Auch bei therapeutischen Verfahren wie z.B. Magensonden legen oder Wundpflege wird besonders Sorge getragen um mögliche Schmerzen zu vermeiden oder zu lindern.

Frühgeborenes auf der Station

Nicht-medikamentöse Behandlung

Behandlungsmöglichkeiten vor einer schmerzhaften Massnahme sind z.B. Zuckerlösungen die man zwei bis drei Minuten vor der schmerzhaften Prozedur verabreicht. Persönliche Zuwendung wie Streicheln, leises Sprechen oder Halten in der Froschstellung (facilitated tucking) wirken ebenfalls unterstützend.

Medikamentöse Behandlung

Eine medikamentöse Therapie erfolgt ausschliesslich auf ärztliche Verordnung. Gemeinsam mit der zuständigen Pflegefachperson entscheidet der Arzt oder die Ärztin, ob das Kind ein Medikament gegen Schmerzen oder eines zur Beruhigung benötigt.

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Für Fragen nutzen Sie unser Kontaktformular.

Für Zuweisende

Eine Online-Zuweisung ist nicht möglich. Bei Fragen wenden Sie sich an:

Tel. +41 44 255 53 45
Mail neo@usz.ch