Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie

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Stammzelltransplantationen

Allogene Stammzelltransplantation

Seit 1976 werden in unserer Klinik allogene Blutstammzelltransplantationen bei bös- und gutartigen hämatologischen Systemerkrankungen und angeborenen Immundefekten mit Stammzellen aus dem Knochenmark oder dem mobilisierten peripheren Blut von verwandten bzw. unverwandten Spenderinnen und Spender durchgeführt. Kann keine passende Spenderin oder passender Spender identifiziert werden, so verwenden wir in seltenen Fällen auch  Nabelschnurblut (aus internationalen Nabelschnurbanken) als Quelle für Stammzellen. Neuerdings können sehr erfolgreich auch Stammzell-Transplantationen mit nur halb passenden (haploidentischen) verwandten Spenderinnen und Spendern durchgeführt werden. Aktuell erhalten an unserem Zentrum jährlich 55-60 Patientinnen und Patienten eine allogene Stammzelltransplantation. Insgesamt wurden im Laufe der vergangenen 40 Jahre über 900 allogene Stammzelltransplantationen durchgeführt.

Als Vorbehandlung vor allogener Stammzelltransplantation werden vor allem jüngere Patientinnen und Patienten (<55 Jahre) einer sogenannten konventionellen Chemotherapie, teilweise in Kombination mit einer Ganzkörperbestrahlung, unterzogen. Eine derartig intensive Vorbehandlung, die das Patientenknochenmark gänzlich abtötet bezeichnet man als myeloablativ. Je nach Alter, Allgemeinzustand und Begleiterkrankungen der Patientin oder des Patienten, aber auch bei bestimmten Krankheitsbildern, wird eine Vorbehandlung mit reduzierter Stärke verwendet, die weniger aggressiv und intensiv ist.

Autologe Stammzell-Rückgabe nach Hochdosischemotherapie

An unserem Zentrum werden zudem jährlich rund 100 autologe Transplantationen mit Retransfusion patienteneigener Blutstammzellen nach hochdosierter Chemotherapie durchgeführt. Hierbei werden bei Patientinnen und Patienten mit z.B. Lymphom oder multiplem Myelom Stammzellen mittels eines Wachstumsfaktors ins Blut mobilisiert. Die ausgeschwemmten Stammzellen können über ein Apheresegerät separiert, gesammelt und schliesslich in flüssigem Stickstoff tiefgefroren werden. Nach hochdosierter Chemotherapie werden dann eben diese Stammzellen der Patientin oder dem Patienten zurückgegeben, um hierdurch die Zeit bis zur Erholung der Blutbildung und Immunfunktion nach Therapie deutlich zu verkürzen.

Auf unserer Stammzell-Transplantationsstation betreuen wir Patientinnen und Patienten, die eine allogene oder autologe Stammzelltransplantation erhalten. Die modern eingerichtete Station verfügt momentan über acht Isolationszimmer. Eine grössere, noch modernere Station mit 16 Betten ist gegenwärtig im Bau begriffen. Da solche Therapien für die Patientinnen und Patienten wie auch deren Angehörige eine grosse Belastung darstellen, legen wir grössten Wert auf die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und Patientenbetreuung durch Ärzte, Pflegedienst, Psychoonkologie, Sozialdienst, Physiotherapie und Seelsorge.

In unserem hämatologischen Transplantationsambulatorium erfolgt neben den Voruntersuchungen vor autologer und allogener Transplantation die engmaschige Nachsorge in der der Frühphase nach Transplantation ebenso wie die routinemässige Langzeitnachsorge zur Vermeidung bzw. Erkennung und Behandlung von Spätkomplikationen.

Die Klinik hat einen eigenen Herstellungsbereich für Blutstammzelltransplantate, die sogenannte Aphereseeinheit. Hier werden periphere Blutstammzellen für allogen verwandte und unverwandte, sowie für autologe Transplantationen mit Geräten der neuesten Generation gewonnen. Angeschlossen an die ambulante Aphereseeinheit ist das klinische Stammzell-Labor, in dem die Zellprodukte für autologe Transplantationen verarbeitet, überprüft und in flüssigem Stickstoff tiefgefroren werden.

Die Transplantationen erfolgen nach international anerkannten Standards auf höchstem klinischem und wissenschaftlichem Niveau. Alle Bereiche der Transplantation sind nach dem gegenwärtig besten Standard (sog. JACIE Standard) akkreditiert. Zudem ist unser Zentrum an mehreren nationalen und internationalen Studien zur Stammzelltransplantation beteiligt um so zum Fortschritt in diesem medizinischen Bereich beizutragen.

Leukämie-, Lymphom- und Myelomzentrum

​​​Der Schwerpunkt des Leukämie-, Lymphom- und Myelomzentrums liegt in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit bösartigen Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems.

Verantwortliche Fachpersonen

Antonia Maria Müller, PD Dr. med.

Oberärztin meV Hämatologie, Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie
Oberärztin meV, Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie, Universitäres Zentrum für Labormedizin und Pathologie (UZL)
Vertreterin: Stammzellen, Transplantationszentrum

Spezialgebiete: Allogene und autologe Stammzelltransplantation, Chimärische Antigenrezeptor T-Zelltherapien, Apheresen
Tel. +41 44 255 37 82

Gayathri Nair, Dr. med.

Oberärztin meV Hämatologie, Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie

Spezialgebiete: Blutstammzelltransplantation/zelluläre Therapien
Tel. +41 44 255 37 82

Urs Schanz, PD Dr. med.

Leitender Arzt Hämatologie, Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie
Vertreter: Stammzellen, Transplantationszentrum

Spezialgebiete: Allogene Stammzelltransplantation, Transfusionsmedizin, Akute lymphatische Leukämie
Tel. +41 44 255 37 82

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten oder Ihre Spezialistin überweisen. Für Fragen nutzen Sie unser Kontaktformular.

Für Zuweisende

Universitätsspital Zürich
Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie
Rämistrasse 100
8091 Zürich

Tel. +41 44 255 38 99

Behandelnde Fachbereiche

Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie

Comprehensive Cancer Center Zürich