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Klinische Studie: HIV-Primoinfektionskohorte – Zurich Primary HIV Infection Study

Trotz grosser Erfolge in der Behandlung der HIV-Infektion ist weder eine Impfung noch eine Heilungstherapie („Eradikation") in Sicht. Durch die erfolgreiche antiretrovirale Behandlung nimmt die Zahl an HIV-infizierten Menschen in der Schweiz und weltweit ständig zu. Zudem beobachten wir in der Schweiz bei Risikogruppen einen Anstieg der frischen HIV-Infektionen (sogenannte akute HIV-Infektionen).

Um die HIV-Epidemie in Zukunft kontrollieren zu können, sind drei Hauptpfeiler notwendig:

  1. Optimale Behandlung der Patienten
  2. Verminderung der Ansteckung
  3. Besseres Verständnis der HIV-Biologie im Menschen sowohl was die Immunantwort (Impfung) als auch was die viral Latenz (Eradikation) anbelangt.

Die Erforschung der akuten HIV-Infektion (auch: HIV-Primoinfektion), d.h. der Phase der ersten drei bis sechs Monaten nach erfolgter Ansteckung, ist für das Erreichen der oben formulierten Ziele unabdingbar. In der Phase der akuten HIV-Infektion wird das latente virale Reservoir gebildet, welches den Hauptgrund darstellt, weshalb HIV nicht heilbar ist. Zudem wird in dieser ersten Phase der Grundschaden am Immunsystem gesetzt. Da Tiermodelle, die Vorgänge im Menschen nach Ansteckung mit HIV keineswegs zufriedenstellend widergeben können, sind Studien an Menschen absolute Voraussetzung.

Die Zurich Primary HIV Infection (ZPHI) Study an der Klinik für Infektionskrankheiten erforscht seit 2002 unter der Leitung von Prof. Huldrych Günthard das Krankheitsbild der akuten HIV-Infektion. Die ZPHI Studie schliesst neu mit HIV-1 infizierte Menschen ein, die entweder eine dokumentierte akute (innerhalb 90 Tagen) oder eine kürzlich (innerhalb von 180 Tagen) erworbene HIV-Infektion haben. Patientinnen und Patienten mit einer akuten und kürzlich erworbenen HIV-Infektion wird im Rahmen der ZPHI Studie eine antiretrovirale Frühtherapie angeboten, da der frühe Beginn der Behandlung den Verlauf der HIV-Infektion positiv beeinflussen kann, die Ausbildung des viralen latenten Reservoirs vermindert und die Übertragung auf andere Personen verhindert. Bisher wurden 360 Patienten in die ZPHI eingeschlossen (Stand November 2015) und es werden fortlaufend Patientinnen und Patienten für die Studie rekrutiert. Die ZPHI Studie dient verschiedenen Forschungsgruppen des Universitätsspitals Zürich, der Universität Zürich und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich als Grundlage für klinische, virologische, immunologische und biomathematische Projekte. Sie verlief bisher sehr erfolgreich und hat über die letzten 10 Jahre in zahlreichen Publikationen resultiert. In Europa gibt es praktisch keine und weltweit nur wenige vergleichbare Studien.

Wissenschaftliche Fragestellungen der ZPHI

Kontakt und Auskunft

Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene
Prof Dr. Huldrych Günthard
Universitätsspital Zürich
Rämistrasse 100
8091 Zürich

Tel. +41 44 255 33 22