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Therapie eines Aneurysmas

Ab welcher Grösse ein Aneurysma behandelt werden muss, hängt von der betroffenen Körperstelle ab. In der Hauptschlagader (Aorta) sollte ab einem Durchmesser von 5.5 cm eine Behandlung erfolgen. Wenn diese Grösse noch nicht erreicht ist, sollte einmal jährlich kontrolliert werden, ob das Aneurysma wächst.

Übersicht

Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten ein Aortenaneurysma zu behandeln: Die sogenannte endovaskuläre Therapie mit Kathetertechnik und die klassische offene Operation. Die Wahl der Behandlung hängt von der Form und von der betroffenen Stelle sowie von Ihrem Gesundheitszustand ab. Im Hinblick auf alle Faktoren werden wir Sie in unserer speziellen Aortensprechstunde gezielt beraten und gegebenenfalls weiterführende Untersuchungen veranlassen.

Um die bestmögliche Lösung und Therapie für Sie zu finden, wird Ihr Fall in unserer Gefässkonferenz mit unterschiedlichen Fachexperten und Fachexpertinnen diskutiert. Aufgrund der ausgewiesenen Expertise unserer Mitarbeitenden im Bereich von Hauptschlagadererkrankungen können wir Ihnen sowohl die endovaskuläre Therapie, als auch die offene Operation als sehr sichere Methoden anbieten. Um Sie optimal vor, während und nach dem Eingriff betreuen zu können, haben wir zudem einen auf Erkrankungen der Hauptschlagader spezialisierten Kardiologen und Angiologen in unserem Team.

Endovaskuläre Therapie (Stentprothese)

Die endovaskulären Therapie ist die Versorgung des Anuerysmas mit einer Stentprothese. In der Hauptschlagader (Aorta) nennt man dieses Verfahren EVAR (engl. EndoVascular Aortic Repair). In der Kathetertechnik wird die Stentprothese über die Leistenschlagader eingeführt und im Bereich des Aneurysmas platziert. Stentprothesen bestehen aus einem Drahtgestell in Form einer Röhre mit einer Ummantelung aus speziellem Stoff. Wenn aus dem Aneurysma Gefässe für die inneren Organe abgehen, werden Stentprothese mit entsprechenden Aussparungen eingesetzt. Das Absetzen geschieht unter Röntgenkontrolle, um die punktgenaue Platzierung zu gewährleisten.

Im Vergleich zur offenen Operation kann die endovaskuläre Therapie häufig mit örtlicher Betäubung und ohne Narkose durchgeführt werden. Für das Einsetzen der Stentprothese werden meist nur kleine Schnitte in beiden Leisten benötigt. Aufgrund der kleinen Operationswunden können Sie das Spital in der Regel bereits nach vier Tagen wieder verlassen. Um einen sicheren Therapieerfolg über lange Zeit zu gewährleisten, sind nach EVAR regelmässige Nachkontrollen erforderlich. Dabei werden die richtige Lage der Stentprothese, eine sichere Abdichtung und die Grösse des Aneurysmas kontrolliert.

Ein kleiner Nachteil des endovaskulären Verfahrens ist, dass bei ca. jedem zehnten Patienten und jeder zehnten Patientin katheterbasierte Korrektureingriffe erforderlich werden. Im Laufe der Zeit kann es durch Veränderungen der Hauptschlagaderwand, bspw. zum Verrutschen der Stentprothese oder einzelner Anteile kommen. Folge davon kann eine erneute Durchblutung des Aneurysmas mit erneuter Gefahr des Platzens sein.

Offen chirurgische Therapie

Die offene Operation ist die klassische und lange Jahre bewährte Methode. Bei der Aneurysmaoperation wird das Aneurysma über einen Bauch- oder Flankenschnitt entfernt und durch ein Kunstgefäss ersetzt. Dieses wird mit grosser Sorgfalt von Hand eingenäht. Um einen grossen Blutverlust zu verhindern muss die Hauptschlagader für eine gewisse Zeit der Operation abgeklemmt werden. Der Heilungsverlauf ist nach der offenen Operation aufgrund der grösseren Wundfläche länger als nach EVAR und meist auch körperlich belastender. Der stationäre Aufenthalt dauert in der Regel zehn Tage.

Der grosse Vorteil der offenen Operation ist die lange Haltbarkeit. Korrektureingriffe sind nur sehr selten erforderlich. Dadurch, dass das Aneurysma zum grossenteil entfernt wurde, besteht die Gefahr einer erneuten Aneurysmadurchblutung nicht. Dennoch sollten auch nach der offenen Operation regelmässige Nachkontrollen stattfinden. Das Augenmerk liegt hier auf den Nahtstellen.

Nach dem Eingriff

Die Erholungsphase nach EVAR dauert ungefähr zwei bis drei Wochen, nach der offenen Operation ca. sechs bis acht Wochen. Im Anschluss an den stationären Aufenthalt nach der offenen Operation empfehlen wir einen ca. zwei bis drei wöchigen Aufenthalt in einer Rehabilitationseinrichtung zur Wiedererlangung der körperlichen Belastbarkeit. Dies ist nach EVAR meist nicht erforderlich.

Nach beiden Eingriffen ist Spazierengehen und Gehtraining die beste Therapie, um wieder leistungsfähig zu werden. Zudem sollten Sie für eine gute Genesung und im Hinblick auf Ihr weiteres Leben auf eine gesunde Lebensführung achten. Dazu zählt regelmäßige körperliche Betätigung, Gewichtsreduktion, gute Einstellung des Blutdrucks, konsequente Einnahme der angeordneten Medikamente und vor allem Nikotinverzicht.

Für Patientinnen und Patienten

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Universitätsspital Zürich
Klinik für Gefässchirurgie
Rämistrasse 100
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