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Die häufigsten Notfälle – wie reagieren?

18. Mai 2021

Bei einem Notfall zählt oft jede Minute. Selbst wenn sofort ein Notruf erfolgt, vergeht bis zum Eintreffen der Rettungskräfte wertvolle Zeit. Profis in Spitälern und bei der Ambulanz wissen genau, was zu tun ist. Aber wie erkennen Laien das Problem und reagieren richtig?

Herzinfarkt

In der Schweiz erleiden pro Jahr rund 30’000 Personen einen Herzinfarkt. Durch rasches und richtiges Handeln im Notfall können die Überlebenschancen der Betroffenen erhöht und bleibende Schäden minimiert werden. Männer sind drei- bis viermal so häufig von einem Herzinfarkt betroffen wie Frauen. Wichtig zu wissen ist, dass sich die Symptome bei Frauen und Männern unterscheiden können. Aus diesem Grund werden Infarkte bei Frauen nicht immer erkannt.

Symptome bei Männern

  • Heftiger Schmerz in der Brust
  • Ausstrahlung des Schmerzes in die Schultern und Arme
  • Todesangst
  • Atemnot
  • Schweissausbrüche

Symptome bei Frauen

Mögliche Symptome wie bei den Männern, zusätzlich:

  • Ungewohnt starke Müdigkeit
  • Magenschmerzen
  • Schwindel
  • Ohnmacht
  • Engegefühl in der Brust (auch rechts)

Wie helfen?

Alarmieren Sie sofort den Notruf 144. Lagern Sie den Betroffenen anschliessend mit leicht angehobenem Oberkörper auf dem Boden. Falls die Person nicht mehr atmet, beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage, und wenden Sie den Defibrillator an.

 

​Anaphylaxie (Allergischer Schock)

Die Anaphylaxie ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion und kann tödlich enden. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass der gesamte Körper reagiert. Meistens tritt eine Anaphylaxie sehr schnell und heftig nach dem Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff auf. Bei Erwachsenen wird sie häufig durch Bienen- und Wespenstiche, Medikamente und Nahrungsmittel wie Erdnüsse oder Krustentiere ausgelöst. Personen mit stark ausgeprägten Allergien sind sich dessen meist bewusst und tragen einen Adrenalin-Pen sowie Notfallmedikamente auf sich.

Symptome

  • Jucken, Anschwellen der betroffenen Stelle
  • Atembeschwerden, Atemnot, Hustenattacken
  • Magen-Darm-Beschwerden: Bauchkrämpfe, Erbrechen, Durchfall
  • Starker Schwindel, Gefühl von Kraftlosigkeit

Wie helfen?

144 alarmieren und die betroffene Person bis zum Eintreffen der Rettungskräfte möglichst flach lagern und wenn möglich Noxe (z. B. Stachel vom Bienenstich) entfernen. Keine Flüssigkeit oder Nahrung geben. Betroffenen fragen, ob Allergien bekannt sind und ob die Person eine Notfallmedikation mit dabei hat (z.B. EpiPen, Notfallset).

 

​Vergiftung

Eine Vergiftung kann verschiedenste Ursachen haben: zum Beispiel versehentlich verschluckte Chemikalien, eine Überdosis an Medikamenten, übermässiger Alkoholkonsum oder Drogenmissbrauch. Auch giftige Pflanzen, Tiere oder Pilze können gefährlich werden, wobei dies in unseren Breitengraden eher selten ist.

Symptome

Die Symptome sind abhängig von der Substanz und Menge

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Rauschzustand
  • Schläfrigkeit
  • Bauchkrämpfe
  • Atembeschwerden
  • Bewusstlosigkeit

Wie helfen?

Toxinfo Suisse (145) anrufen oder den Notruf (144) alarmieren. Der Person Wasser, Tee oder Sirup geben, um die toxische Substanz zu verdünnen. Kein  Erbrechen bei der Patientin oder beim Patienten herbeiführen. Bei verätzter Haut die Stelle gründlich mit Seife und Wasser auswaschen und auf den Selbstschutz achten (nicht ungeschützt berühren). Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage anwenden oder Wiederbelebungsmassnahmen beginnen, falls  keine Atmung und keine Lebenszeichen vorhanden sind.

 

​Verschlucken

Fischgräten, Hühnerknochen oder einfach ein Stückchen Brot – schnell hat man sich beim Essen verschluckt. Norma- lerweise ist das harmlos, und wir husten den Fremdkörper einfach wieder aus der Luftröhre heraus. Verkeilt sich der Fremdkörper allerdings, kann es schnell gefährlich werden. Im schlimmsten Fall wird man innerhalb von Minuten bewusstlos und kann sogar sterben – den sogenannten Bolustod.

Symptome 
  • Heftiger Hustenreiz
  • Klossgefühl im Hals
  • Geräusche beim Atmen
  • Würgen
  • Bewusstlosigkeit

Wie helfen?

Sofort mit ein paar kräftigen Schlägen auf den Rücken reagieren. Meistens reicht das schon, um den Fremdkörper auszuspucken. Fall nicht, den Rettungsdienst (144) alarmieren und dann den Heimlich-Handgriff anwenden. Dabei umfasst der Helfer die Betroffene von hinten und übt mit beiden Hän – den ruckartig Druck auf die Magengrube aus. Führt das Manöver zum Erfolg, muss sich der Patient trotzdem ärztlich untersuchen lassen, um innere Verlet-zungen auszuschliessen. Bei Ohnmacht oder Atemstillstand sofort mit Wiederbelebungsmassnahmen beginnen.